EHC München: Derby in Kaufbeuren und zwei Spieler verloren

Lesedauer: ca. 2 Minuten

Zieht man die nackten Zahlen heran, so war das vergangene

Wochenende das mit Abstand schwärzeste für den EHC München seit der noch

frischen Zugehörigkeit zur Bundesliga. In 120 Minuten gelang der Mannschaft von

Gary Prior gegen Kontrahenten aus dem Mittelfeld der Tabelle kein einziger

Treffer. 0:6 Tore, 0:6 Punkte lautet die ernüchternde Analogie der Zahlen. Beim

ESV Kaufbeuren setzte es dabei gestern eine schmucklose 0:4 Niederlage. Zu allem

Überfluss verloren die Münchner die Spieler Attenberger und Kink durch

Disziplinarstrafen.

Die jüngsten Erfolge der Buron Joker haben sich im Umfeld der Stadt Kaufbeuren

ganz offensichtlich herum gesprochen. 3000 Zuschauer am Berliner Platz

bedeuteten Saisonrekord. Ihr Kommen brauchten sie nicht zu bereuen. Es waren die

Hausherren, die das Spiel von Anfang an bestimmten. Für einen Treffer benötigten

die Joker allerdings eine Viertelstunde – und zwei Akteure mehr auf dem Eis.

Da fiel die Scheibe Nick Deschenes vor die Füße, der Bann war gebrochen. Zu

diesem Zeitpunkt hatte sich der Münchner Spieler Attenberger bereits vom

aktuellen Geschehen verabschiedet. Nach einer Stockattacke mit Verletzungsfolge

gegen Angelidis war für den Außenstürmer aus Reihe vier die Partie vorzeitig

beendet. Nur Sekunden nach Beginn des zweiten Abschnitts folgte ihm Schorschi

Kink. Auch der frühere Garmischer ging zu fahrig mit seiner Ausrüstung um,

Referee von de Fenn handelte regelkonform. Ein ähnlich gravierendes Foul an

Guidarelli nach zwei Minuten übersah er indes. „Die Strafen waren beide ok“,

befand Christian Winkler nach der Begegnung. „Wie bei vielen unserer Strafen

ist das einfach Übereifer.“ Im nächsten Spiel vor eigenem Publikum gegen

Wolfsburg werden beide Angreifer schmerzlich vermisst werden. Allerdings sah

Winkler auch diverse individuelle Fehler. So auch beim 2:0 der Joker, einem

Alleingang von Schweiger. „Da hätten wir sicher besser stehen können.“

Eigene Chancen gab es freilich auch. Guidarellis Solo etwa, oder Schweles Schuss

ans Gestänge. Das nötige Glück fehlte. Als der EHC zum Ende hin alles

versuchte, setzte Kaufbeuren zwei erfolgreiche Konter. Abermals Deschenes und

Thomas Holzmann aus der Nachwuchsreihe sorgten für den Endstand.

Für Christian Winkler ist die derzeitige Talfahrt kein Beinbruch. „Es sind

noch 33 Spiele in der Vorrunde. Wir sind einfach momentan an einem Punkt

angelangt, wo nichts zusammen läuft.“ Parallelen zum Spiel am Freitag waren

unübersehbar. Nichtsdestotrotz nahm der sportliche Leiter sein Team aus der

Kritik. „Auch wenn es nicht immer danach ausgesehen hat, die Mannschaft hat

alles versucht.“ Etwaig aufkommender Unruhe aus dem Umfeld beugt der

Mittenwalder sofort vor. „Wir sind in die Saison gestartet mit dem Ziel

„Nichtabstieg“. Daran hat sich nichts geändert.“ Freilich sieht auch

Winkler den Bedarf an einem torgefährlichen Stürmer ausländischer Herkunft.

„Es könnte sich schon in dieser Woche etwas tun. Wir werden allerdings keinen

Panikkauf tätigen. Es muss ein Spieler sein, der uns absolut weiterhilft. Wir

haben einige Kandidaten im Auge, mal sehen was sich in den nächsten Tagen

ergibt.

(Oliver Rabuser)

ESV Kaufbeuren vs EHC München 4:0 (1:0,1:0,2:0)

Tore:

1:0 (15:06) Deschenes (Schweiger, 5-3), 2:0 (33:48) Schweiger (Auger), 3:0

(52:33) Deschenes (Schmidle, Holzmann), 4:0 (54:14) Holzmann (Schmidle, Jocham,

5-4)

Strafminuten:  Kaufbeuren 

22  - 

München  18 + 5/Spieldauer

Attenberger + 5/Spieldauer Kink (beide hoher Stock)


Schiedsrichter: Uwe von de Fenn (EC Peiting im TSV) – Krawinkel, Prudlo


Zuschauer: 3034


Spieler des Spiels: Nick Deschenes

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