Durststrecke beendet - Tölzer Löwen gewinnen zuhause wieder

Heimpleite gegen BietigheimHeimpleite gegen Bietigheim
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Als die Tölzer Löwen vor knapp neun Wochen ihr Spiel gegen Crimmitschau mit 4:3 erfolgreich hinter sich gebracht haben, konnte niemand wissen, dass dies der letzte Heimsieg für lange Zeit gewesen sein sollte. Lediglich drei magere Zähler verbuchten die Isarwinkler, der jeweilige Zusatzpunkt wollte nicht gelingen. Trainer Hans Rothkirch hatte sich zwar für das neue Jahr mehr Glück, insbesondere für den Abschluss seiner Mannen gewünscht. Ob dies aber gleich gegen die Straubing Tigers zum Tragen kommen sollte, erschien nach deren jüngsten Vorstellungen eher fraglich. Allerdings mussten die Niederbayern auf drei wichtig Stammkräfte verzichten. Mit Christian Penzkofer, Andi Lupzig und Niki Hede fehlte Tigers-Coach Gaudet ein Triumvirat an Routine und Torgefahr.

Die Gäste begannen mit dem Selbstbewusstsein, das einer Mannschaft, die sich innerhalb weniger Wochen auf Rang vier vorgearbeitet hat, zu eigen ist. Gerade 93 Sekunden benötigten sie für den Führungstreffer. Kevin Lavallee versenkte ein Zuspiel von Jan Schinköthe unhaltbar für Couture. Dieses frühe Tor schien jedoch das angesprochene Selbstbewusstsein in einen Hauch von Überheblichkeit umschlagen zu lassen. Plötzlich fühlte man sich zurückversetzt in die ersten Heimspiele der Saison, als die Gegner munter auf das Gehäuse der vermeintlich unterlegenen Cracks aus der Kurstadt zustürmten und sich durch schnelle Konter teils saftige Watschen einfingen. Andreas Kruck besorgte den Ausgleich, Christian Curth wenig später die Führung. Die Tore waren in Entstehung und Abschluss nahezu identisch. Beide Male durften die Buam mit zu viel Raum in das Angriffsdrittel fahren, beide Male ließ der etwas unsicher wirkende Keeper Pietilä die Scheibe nach vorne prallen. Die Abstauber der bereits genannten Herren aus Reihe zwei und drei waren nur noch Formsache. Nach etwas weniger spannenden Minuten folgte Ende des Drittels der nächste Doppelschlag. Zuerst hämmerte Floppo Zeller den Puck nach gewonnenem Bully von Morgan Warren direkt in den Winkel, keine Minute später setzte Andi Kruck energisch nach und kam so zu seinem zweiten Treffer an diesem Abend. Kevin Gaudet sprach nach der Partie davon, er wäre ungewohnt laut geworden in der Kabine. Über die Wirkung dieser Standpauke kann indes diskutiert werden. Gleich nach Wiederbeginn durfte nämlich die erste Tölzer Sturmreihe wieder ohne große Gegenwehr die blaue Linie überqueren und ihre Freiheiten in Person von Jeffrey Hoad, Rod Stevens und letztendlich Sebastian Kottmair auch gewinnbringend ausnutzen. Der zehnte Saisontreffer des "Kottä" war sicherlich eine Vorentscheidung. Die 1500 Zuschauern wurden ab diesem Zeitpunkt nicht mehr ganz so verwöhnt. Die Hausherren nahmen die Offensivbemühungen ob des klaren Vorsprungs etwas zurück, bei den Gästen fehlte in dieser Phase einfach die Durchschlagskraft, um eine sattelfeste Tölzer Devensive auszuhebeln. Auch in Überzahl gelang den Tigers kaum Produktives. Der Anschlusstreffer durch Florian Schnitzer über die Schulter von Couture war mehr Zufallsprodukt denn herausgespielte Szene. Trotzdem verstärkte er die Hoffnung bei den Niederbayern im Schlussabschnitt doch noch zurück ins Spiel zu kommen. Bei diesem Bemühen stellten sich die Gäste jedoch selbst ein Bein. Zwar gelang erneut Schnitzer mit einem trockenen Schuss der Anschlusstreffer, doch Undiszipliniertheiten verhinderten den finalen Sturmlauf weitgehend. Sechs Minuten am Stück mussten in Unterzahl absolviert werden, streckenweise sogar mit zwei Spielern weniger. Dass die Buam diese Möglichkeit, das Spiel schon vorzeitig zu entscheiden nicht nutzten, dürfte das einzig kritikfähige im Gelb-Schwarzen Lager gewesen sein. Bei der Straubinger Schlussoffensive, welche in den beiden letzten Minuten ohne Torhüter Pietelä dafür mit einem Angreifer mehr stattfand, zeigte ECT-Goalie Couture desöfteren seine Klasse. 22 Sekunden vor der Sirene machte Christian Curth mit seinem Empty Net-Treffer den Sack zu und besiegelte einen ebenso verdienten wie lang ersehnten Sieg vor heimischen Publikum. Auch Hans Rothkirch war nach dem Spiel restlos glücklich. "Die Tore haben meine Jungs beflügelt" und hob dabei die dritte Reihe besonders hervor. Straubings Coach Kevin Gaudet zeigte sich als fairer Verlierer. Ohne auf die fehlenden Stammkräfte einzugehen, bemängelte er das Defensivverhalten seiner Mannschaft sowie die Bereitschaft den Kampf der Tölzer anzunehmen. (orab)

Tore:

0:1 (01:33) Lavalee (Schinköthe), 1:1 (03:07) Kruck (Urban, F.Curth), 2:1 (04:42) C.Curth (Warren, Zeller), 3:1 (18:15) Zeller (Warren), 4:1 (19:11) Kruck (F.Curth, Urban), 5:1 (21:19) S.Kottmair (Hoad, Stevens), 5:2 (38:37) Schnitzer (Kulzer), 5:3 (48:59) Schnitzer (Kulzer), 6:3 (59:38) C.Curth (ENG)

Strafen: ECT 10, SRT 16

Schiedsrichter: Vogl (ESC München)

Zuschauer: 1.446

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