Duell der Taktikfüchse endet 3:1 für Hannover

Duell der Taktikfüchse endet 3:1 für HannoverDuell der Taktikfüchse endet 3:1 für Hannover
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Pure Spannung zum Saisonstart und das erste Wochenende brachte gleich zwei Gegner, mit denen im Vorjahr schwer „Kirschen essen“ war. Zudem wiegten verletzungstechnische Ausfälle von Jelitto und Sommerfeld schwer und da Neuzugang Gerbig aus familiären Gründen fehlte, musste Headcoach Kaminski in die Trickkiste greifen. Prompt gab es nach dem ersten Spieltag lange Gesichter und die bange, allgemeine Frage am Pferdeturm war nach dem 3:5 von Crimmitschau: „Beginnen die Indians mit der gleichen Platzierung, mit der sie die Vorsaison beendet haben?“

Um es vorweg zu nehmen, ein deutlich verbesserter Gastgeber kämpfte sich mit dem 3:1 ins Mittelfeld der Liga, während die Gäste mit der roten Laterne die Heimreise antraten. 3248 Fans waren zu den Indians gepilgert und sahen einen von Beginn an engagiert auftretenden Gastgeber, der allerdings seinen erhöhten Ansprüchen zunächst nicht entsprechen konnte. Die Niederbayern, von Trainer Tobias Abstreiter gut aufgestellt, standen wie ein variables Bollwerk im Mitteldrittel. Die Bayern checkten stellenweise mit zwei Mann vor und verstanden es geschickt, die Angriffsbemühungen der Indians abzufangen und mit schnellen Gegenangriffen ihrerseits für Gefahr zu sorgen. In der 17. Minute eine unglückliche Szene. Chamberlain checkte den Landshuter Brandl unglücklich und bekam von Hauptschiedsrichter Fischer die korrekte Quittung – fünf Minuten plus Spieldauer. In dieser Zeit gelang den Gästen durch Rancourt prompt die Führung. Mit Glück und Geschick retteten sich die Hannoveraner in die Pause.

Kurz nach Beginn des zweiten Drittels fiel das 0:2, aber HSR Fischer erkannte das Tor, für viele überraschend, nicht an aber noch hatte der Schiri sein Pulver nicht verschossen. Eine normale Strafzeit gegen sein Team wollte EVL-Manager Bernd Truntschka nicht akzeptieren, betrat das Eis und bekam nicht nur ebenfalls eine Strafe sondern auch eine Spieldauerdisziplinarstrafe (28.). Bis zu diesem Zeitpunkt waren in einem absolut fairen Spiel bereits 49 Strafminuten ausgesprochen worden. Das daraus resultierende 5-3 Powerplay nutzte schließlich Richardson mit tollem Schlenzer zum umjubelten Ausgleich.

„Beide Mannschaften spielten taktisch sehr geschickt und es war klar: Das nächste Tor entscheidet“, so Indians Coach Kaminski nach der Partie. Wer jetzt auf einen offenen Schlagaustusch gehofft hatte, sah sich getäuscht. Beide belauerten und neutralisierten sich und änderten nicht im Geringsten ihre Taktik. Es kam, wie es kommen musste, mit dem Vorteil auf Seiten der Indians. Ausgerechnet Cannibals-Torschütze Rancourt besuchte die Bank und Fox markierte mit abgefälschtem Schuss die Führung. Sofort versuchten die Cannibals, den Schalter umzulegen, mussten aber ihrerseits dem eigenen, starken physischen Spiel Tribut zollen. Die Hausherren konnten „Kontern trainieren“ und schließlich versorgte Hemmes mit einem Zuckerpass McPherson, und dieser verlud die gesamte Landshut inkl. dem starken Keeper Vogl zur 3:1 Führung. EVL-Trainer Abstreiter: „Hannover hat zwar letztendlich verdient gewonnen aber wir bekamen durch unglückliche Schiedsrichterentscheidungen große Schwierigkeiten, die nicht mehr zu kompensieren waren.“ 


Statistik: 0:1 (17:08) Rancourt (Toupal, Krämmer) 5-4, 1:1 (29:25) Richardson (Schreiber, Gunkel) 5-3, 2:1 (47:30) Fox (Saggau, Tarkir) 5-4, 3:1 (51:10) McPherson (Dreischer, Hemmes).

Strafminuten: Hannover 35 – Landshut 36

Schiedsrichter: Sven Fischer

Zuschauer: 3248