„Du musst einmal auswärts gewinnen"Heilbronner Falken

Lesedauer: ca. 4 Minuten

Es passte alles bei den Falken. Die Defensive stand sicher, Florian Proske im Tor war der benötigte Rückhalt und im Angriff flogen die Pucks in das von Pasi Häkkinen gehütete Tor des ESV Kaufbeuren. Erstmals in dieser Abstiegsrunde rückte Häkkinen für Stefan Vajs in das Tor der Allgäuer. „Es war eine Trainer-Entscheidung. Wir haben zwei gute Torhüter und die Entscheidung für einen treffen zu müssen, ist ein absolutes Luxusproblem, das ich gerne auch auf anderen Positionen hätte.“ so Gäste-Coach Juha Nokelainen. An Häkkinen lag es nicht, dass die heimischen Falken das Eis als Sieger verliessen. Obwohl Gerd Wittmann und Luigi Calce das Team etwas umbauen wussten, verdienten sich die Falken den Sieg durch ein konzentriertes und diszipliniertes Spiele. Da mit T.J. Fast (Sperre) und Stefan Legein (krank) zwei ausländsiche Spieler ausfielen, nahm Alex Scola die Rolle des Backup-Goalies ein und ersetzte Philip Lehr. Für Legein kam Andrej Bires zu seinem zweiten Saisoneinsatz. Beide Spiele absolvierte er gegen den ESVK. Die freie Stelle in der zweiten Angriffsformation teilten sich genannter Bires, Lennart Palausch und Tobias Kircher.

Bereits in der fünften Minute konnten die Falken ihr erstes Überzahlspiel zur 1:0 Führung nutzen. Die Kaufbeurer konnten die Scheibe klären und aufrücken, doch im Rücken der Allgäuer lief sich Alexander Janzen frei, bekam den Puck mustergültig von Thomas Gödtel serviert und vollstreckte geschickt. Gerade einmal 62 Sekunden später tankte sich Alexander Ackermann durch die Kaufbeurer Reihen, umkurvte das Tor, legte zurück zu Dominik Tiffels und der zog zum 2:0 ab. Besonders auffällig in den ersten zwanzig Minuten waren Grant Toulmin und jener Alexander Ackermann, allerdings vor dem eigenen Tor. Beide ließen sich gut zurückfallen, arbeiteten im eigenen Slot und sorgten so, quasi als dritter Verteidiger, dafür, dass die Kaufbeurer weder direkt vor dem Tor noch im hohen Slot zu Schusschancen kamen. Zu meist mussten die Gäste aus spitzem Winkel den Torschuss nehmen und hatten so keine Chance, Florian Proske zu überwinden.

Im zweiten Abschnitt waren die Gäste besser im Spiel, kamen vermehrt zu Chancen, ein Torerfolg allerdings blieb ihnen verwehrt und darum ging es mit der 2:0 Führung der Falken auch in den Schlussabschnitt. Hier wurde es hektisch. In der 43. Minute lag Alexander Janzen blutend auf dem Eis und konnte dieses alleine nicht mehr verlassen. Joshua Lunden erhielt entsprechend eine fünf Minute Strafe wegen hohem Stock zzgl. einer Spieldauerdisziplinarstrafe. Dass Janzen nur wenige Minuten später wieder mit spielen konnte, machte ihn zur Persona non grata bei allen Spielern des ESVK. „Die fünf Minuten Strafe war OK, man konnte sehen, dass der Schläger hochging,“ so Nokelainen nach dem Spiel, „allerdings waren die folgenden kleinen Strafen eher kleinlich. Erst nachdem die Zuschauer reklamierten, hob sich der Arm des Schiedsrichters.“ Den Unmut des Gäste-Trainers kann man nachvollziehen, zogen doch die Falken durch zwei Tore in jeweiliger doppelter Überzahl auf 4:0 davon. In der 45. war es zunächst Thomas Gödtel, der abzog und knapp zwei Minuten später  traf Dominik Tiffels zum Endstand. Beide Schüsse waren hart und platziert und ließen Pasi Häkkinen keine Abwehrchance.

„Ein Sonderlob verdient heute Florian Proske,“ lobte Gerd Wittmann seinen Torhüter nach dem Spiel, „er hat sich seit dem Samstag sehr gut rehabilitiert, wo ihm noch einige Pucks durchrutschten.“ Dieses Lob hat er sich auch verdient, spielte er doch heute zu Null und feierte so seinen ersten Shutout im Profi-Eishockey. „Für mich ist es wichtiger, dass wir heute gewonnen haben. Klar freue ich mich über den ersten Shutout, aber wichtig und entscheidend ist, dass wir das Spiel gewonnen haben.“ Florian Proske zeigte sich erneut als absoluter Teamplayer und wird so und durch starke Leistungen immer mehr zu einem Liebling der Heilbronner Fans.

Ein anderer Publikumsliebling, Fabian Krull, lag im Schlussabschnitt vor dem eigenen Tor und hielt sich das Gesicht. „Ich habe einen Schläger abgekommen. Ist aber alles nicht wild. Klar spielen die Kaufbeurer hart, aber das ist doch absolut normal in dieser Situation.“

Es scheint, als seien die Falken bereit zu kämpfen und zu siegen, um auch in der kommenden Saison in der DEL2 zu spielen. Viele Parallelen aus der Vergangenheit sprechen zudem für die Falken. Die Eispiraten siegten im ersten Spiel gegen die Falken, verloren das erste Auswärtsspiel und siegten im dritten Spiel im heimischen Stadion um sich anschließend mit zwei weiteren Siegen den Klassenerhalt zu sichern. Bis jetzt machen es die Falken ebenso. Im letzten Jahr war Michael Hackert die Lebens- bzw. Überlebensversicherung der Heilbronner Falken. Diese Rolle scheint nun Thomas Gödtel zugeteilt. Der baumlange Verteidiger zeigt sich vor dem eigenen Tor als Fels in der Brandung und hat zudem in nun fünf Play-Down-Spielen bereits neun Scorerpunkte (vier Tore und fünf Vorlagen) einfahren können.

Das Schlusswort erhält Fabian Krull: „Du musst einmal auswärts gewinnen. Es wäre sensationell wenn uns das am Mittwoch gelänge, dann hätten wir bereits am Freitag einen Matchpoint und wenn wir dann spielen wie heute...“

Statistiken:

1:0      Alexander Janzen (Thomas Gödtel) 4:19
2:0      Dominik Tiffels (Alexander Ackermann, Dustin Cameron) 5:21

3:0      Thomas Gödtel (Dustin Cameron, Grant Toulmin) 44:05
4:0     Dominik Tiffels (Dustin Cameron, Grant Toulmin) 46:57

Strafen:

Heilbronner Falken: 12 Minuten

ESV Kaufbeuren: 51 Minuten inkl. Spieldauer Joshua Lunden

Zuschauer:

2.043

Schiedsrichter:

Ralph Bidoul und Sascha Westrich

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DEL2 Hauptrunde

Sonntag 08.12.2019
ESV Kaufbeuren Kaufbeuren
- : -
SC Bietigheim Steelers Bietigheim
Heilbronner Falken Heilbronn
- : -
Lausitzer Füchse Weißwasser
EHC Freiburg Freiburg
- : -
EC Bad Nauheim Bad Nauheim
Kassel Huskies Kassel
- : -
Tölzer Löwen Bad Tölz
Löwen Frankfurt Frankfurt
- : -
Eispiraten Crimmitschau Crimmitschau
Ravensburg Towerstars Ravensburg
- : -
Dresdner Eislöwen Dresden
EV Landshut Landshut
- : -
EHC Bayreuth Bayreuth
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