Drei Matchbälle bzw. Matchpucks für die Eispiraten Heilbronner Falken

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Die gastgebenden Falken mussten erneut ohne Florian Proske, Riley Armstrong und Thomas Gödtel antreten. Während Gödtel am kommenden Sonntag wieder zum Einsatz kommen wird, ist die Saison für Armstrong aufgrund einer Handverletzung beendet. Proske könnte in der zweiten Play-Down-Runde wieder spielen. Eine schwere Entscheidung musste das Trainergespann vor dem Spiel treffen. Sollten Sie erneut Philip Lehr ins Tor stellen, oder auf einen ausländischen Feldspieler verzichten und Alex Scola vertrauen? Lehr spielte, zeigte sich unsicher und war nicht der gewünschte Rückhalt der Falken. Allerdings ist er gewiss nicht der einzige Schuldige an dieser Niederlage, so sagte Gerd Wittmann nach dem Spiel: „Wenn man keine Tore schießt, gewinnt man nur selten hoch!“ Seine Entscheidung gegen Scola begründete Wittmann nach dem Spiel: „Bis auf heute haben die ausländischen Spieler gut gespielt. Cameron mit Ackermann und Kurth funktioniert gut und das Duo Legein und Toulmin harmoniert ebenso mit Marvin Krüger. T.J. Fast brauchten wir, da Thomas Gödtel heute noch gesperrt war, wir konnten nicht auf noch einen Verteidiger verzichten. Aufgrund der vorherigen Spiele ist es schwer hier etwas zu verändern. Wir werden aber in diese Richtung überlegen.“ Es scheint, als spiele Alex Scola am Sonntag und ein ausländischer Feldspieler wird auch der Tribüne Platz nehmen. Aufgrund des gestrigen Spiels „empfehlen“ sich T.J. Fast und Stefan Legein für den Platz abseits des Eises. Fast sollte man allerdings zu Gute halten, dass sein Einsatz nur durch die medizinische Abteilung möglich gemacht wurde, Völlig fit wirkte er nicht.

Das Übel der fehlende Treffer fing schon weit vor dem gegnerischen Tor an. Mehrfach landete der Aufbaupass der Heilbronner am Schläger eines Gästespielers, gefährliche Situationen entstanden so vor dem Falken-Tor und kräfteraubend waren diese Puckverluste gewiss auch. Statt sich weiter nach vorne zu orientieren, mussten die Feldspieler der Unterländer mehrfach abbremsen, umdrehen und verteidigen. Ein geordneter Spielaufbau war daher selten. Dass einiges möglich gewesen wäre, zeigten Phasen des Spiels, in denen sich die Käthchenstädter im Drittel der Eispiraten festsetzen konnten. Chancen waren da, ein glänzend aufgelegter Ryan Nie hielt alles, was auf sein Tor kam. „Uns fehlt die Qualität im Abschluss.“ so erneut Gerd Wittmann. „Das Spiel hätte 24 Stunden dauern können, wir hätten kein Tor geschossen.“

Zu Beginn des letztens Drittels, die Falken lagen zu diesem Zeitpunkt 0:4 zurück, brachte das Heilbronner Trainerduo erstmalig die komplette vierte Reihe mit Alexander Karachun, Lennart Palausch und Tobias Kircher. Die drei jungen mühten sich, versuchten sich Torchancen zu erarbeiten und waren auch körperlich präsent. Nach dem Spiel fragten sich einige Zuschauer, warum das Trio nicht schon früher zum Einsatz kam. „Lennart Palausch hat ja immer in Unterzahl gespielt, das macht der richtig gut. Die Eispiraten haben auch nur mit drei Reihen gespielt und da hat man einen anderen Wechselrhythmus. Aber wir werden die vermutlich vermehrt bringen“, so wiederum Gerd Wittmann in der Pressekonferenz. Überfordert wirkte Sachar Blank am gestrigen Abend. Seine Pässe kamen nicht bei seinen Teamkollegen an, Pässe zu ihm sprangen vom Schläger und zu oft wollte er mit dem Kopf durch die Wand bzw. durch drei Eispiraten hindurch. Nach einem Puckverlust fuhr er viel zu langsam in die eigene Zone zurück und ermöglichte den Eispiraten so eine kurzfristige Überzahl vor Lehrs Tor. Eine Option wäre es sicherlich, den quirligen Tobias Kircher mit Alexander und Sergej Janzen aufzubieten.

Die Eispiraten ihrerseits haben nun drei Matchbälle. Vieles spricht dafür, dass die Westsachsen bereits am Sonntag den Klassenerhalt perfekt machen. Zu harmlos sind die Heilbronner auf gegnerischem Eis. „Sicherlich war der Sieg heute wichtig für uns. Aber der letzte Sieg ist immer der schwerste. Wir müssen am Sonntag erneut konzentriert arbeiten, um die Serie zu entscheiden“, so Eispiraten-Coach Chris Lee.

Die Eispiraten waren bereits seit Donnerstag in Heilbronn. „Die Spieler sind auf mich zugekommen und haben gefragt, ob dies möglich sei“, so Chris Lee. „Wir haben dann intern gesprochen und sind einen Tag früher losgefahren. Das kann man aber nicht immer machen, das ist zu teuer. Ein Vorteil war natürlich, dass die Jungs nicht gestresst waren und keine schwere Beine hatten.“ Der 6:0 Erfolg zeigt, dass diese Maßnahme gut und richtig war. Die Heilbronner Falken werden sehr wahrscheinlich erst am Sonntag, am Tag des Spiels zu einem extrem wichtigen Spiel nach Crimmitschau aufbrechen.

Zu den Schiedsrichtern

Nach dem letzten Spiel in Heilbronn kritisierten wir die Schiedsrichter. Der Fairness halber müssen wir heute auch das Duo Carsten Lenhardt und Steffen Klau erwähnen: Die beiden leiteten die Partie souverän, spielten sich nicht in Mittelpunkt und man hatte jederzeit das Gefühl, dass sie Herr der Lage sind. Konsequent auch die Regelauslegung. Nico Opreé saß für die Eispiraten auf der Strafbank. Da auch Jakub Körner dort verweilte, spielten die Eispiraten in doppelter Unterzahl. Opreé klopfte von der Strafbank aus gegen die Plexiglasscheibe. Die Schiedsrichter unterbrachen das Spiel und verhängten gegen Opreé eine weitere zwei Minuten Strafe wegen unsportlichem Verhalten. Eine harte, aber seit dieser Saison richtige Entscheidung der Schiedsrichter. Auf beiden Seiten musste jeweils ein Spieler wegen eines Checks von hinten auf die Strafbank. Logischerweise folgte in beiden Situationen ein kleines Handgemenge. Auch hier waren beide Schiedsrichter auf der Höhe des Geschehens. Verschafften sich zunächst einen Überblick, gerieten nicht in Panik, trafen sich zu Beratung und sprachen jeweils eine kleine Strafe + zehn Minuten aus. Reklamationen gab es weder durch die Falken noch die Eispiraten.

Statistik:

0:1 Martin Heinisch (Dominic Walsh, Alexander Hutchings) 14:35

0:2 Alexander Hutchings (Unterzahl-Tor) (Jakub Körner, Eric Lampe) 20:56

0:3 Daniel Bucheli (Matthias Forster, Dominic Walsh) 31:11

0:4 Alexander Hutchings (Jan Tramm, Eric Lampe) 36:54

0:5 Matthew MacKay (Überzahl-Tor) (Jamie MacQueen, Mike Card) 41:39

0:6 Eric Lampe (Alexander Hutchings, Jan Tramm) 55:57

Strafen:          Heilbronner Falken: 10 Minuten + 10 Marvin Krüger

                   EP Crimmitschau: 16 Minuten + 10 Jakub Körner

Zuschauer:      1.821

Schiedsrichter: Carsten Lenhardt und Steffen Klau