Die Ziellinie ist überschritten - Tölzer Löwen bleiben in der Bundesliga

Heimpleite gegen BietigheimHeimpleite gegen Bietigheim
Lesedauer: ca. 3 Minuten

In welches Gesicht man auch blickte. Ob Stadtrat, Geschäftsführer, Sponsoren

oder im Fanlager, allesamt hatten sie bange Momente zu überstehen, bis die

Schlusssirene endlich den sprichwörtlichen Stein von der Herzen fallen ließ.

Mit 3:2 (1:1,1:1,1:0) setzten sich die Buam aus der Kurstadt gegen den ESV

Kaufbeuren durch und haben den Allgäuern dadurch eines voraus: Sie spielen

ein weiteres Jahr in der zweiten Bundesliga. Für die Joker kommt es dagegen

am kommenden Freitag zu einer Art Showdown. Im Heimspiel gegen Crimmitschau dürfte

sich entscheiden, wer von den beiden Mannschaften dem EV Weiden in die

Oberliga folgen muss. In einem ausgeglichenen, ganz engen Match machte der

Treffer von Andreas Kruck zu Beginn des letzten Drittels den kleinen

Unterschied. Nach dem Spiel feierten Mannschaft und Fans ausgiebig den

Klassenerhalt.

 

So gut gefüllt wie an diesem Abend würde man sich die Hacker-Pschorr-Arena

öfter wünschen. 2800 Besucher, darunter auch gut und gerne 300 aus dem Allgäu,

wollten sich das vorentscheidende Duell um den Ligaverbleib zu Gemüte führen.

Die sangesfreudigen Gästefans hatten zuerst Grund zum Jubeln. Martin

Schweiger brachte seine Farben im Powerplay nach knapp sieben Minuten in

Front. Sollten die Tölzer ihre gute Ausgangsposition am Ende noch verspielen

? Für ein zwischenzeitliches "Nein" auf diese Frage sorgte

Sebastian Kottmair. Er stocherte die Scheibe über die Torlinie, nachdem

Martin Cinibulk im Joker-Tor einen Schuss von Derek Mayer nicht festhalten

konnte. Selbiger Kottmair war es auch, der kurz nach Wiederbeginn für das 2:1

sorgte. Darauf  wusste allerdings Patrick Yetman schon bald eine

Antwort. Er traf aus dem Gewühl heraus zum Gleichstand. Die Gäste wirkten im

Vergleich zu den bisherigen Vergleichen ungewohnt zielstrebig, geradezu

giftig. Wohlwissend, dass mit einem Sieg womöglich eine komplett verkorkste

Saison gerettet werden kann. So sah es auch Löwen-Coach Obresa.


"Man hat

gesehen, dass Kaufbeuren zum Gewinnen hierher gekommen ist. Wir hatten einige

Probleme gegen die vielen großen Spieler der Joker." In der Tat war die

zuletzt gewohnte Stabilität nicht ganz so gegeben. Eine gehörige Portion

Nervosität tat ein Übriges. Obresas Urteil darüber: "So spät in der

Saison kann man keine große Klasse mehr erwarten." Die letzten

zwanzig Minuten wurden von der subjektiven Wahrnehmung her vielleicht die

längsten der gesamten Spielzeit. Frühzeitig brachte Andreas Kruck die Buam

nach schöner Einzelleistung erneut in Front. Doch die Verunsicherung

wollte sich angesichts der enormen Bedeutung der Partie nicht legen.

Kaufbeuren rannte mit dem Mut der Verzweiflung an, schoss aus allen Lagen.

Patrick Couture war hellwach, zeigte seine ganze Klasse. Er ließ keine

Scheibe mehr passieren. Als Cinibulk zu Gunsten eines weiteren Feldspielers

das Eis verließ, fokussierten sich die Tölzer einzig darauf, den Puck

aus dem Verteidigungsdrittel zu schlagen. Die Entkräftung war jetzt zu spüren.

Die beiden stärksten Verteidigungsreihen waren pausenlos im

Spiel. Die Scheibe wollte partout nicht über die blaue Linie. Irgendwann

aber war die Zeit abgelaufen und der Isarwinkel aller Abstiegssorgen ledig.

 

Joker-Coach Pit Ustorf wirkte nach dem Spiel verständlicherweise etwas

niedergeschlagen. "Meine Mannschaft hat alles gegeben was möglich war.

Manchmal müssten vielleicht Spieler in den Vordergrund rücken, die in den

Spielen zuvor wenig Eiszeit hatten, um die ausgelaugten Schlüsselspieler zu

entlasten." Als entscheidenden Unterschied machte Ustorf die fehlende

Tiefe im Team aus. "Eine Reihe, dazu Dietrich als Alleinunterhalter,

das reicht nicht. Wie schon oftmals zuvor hat sich den entscheidenden

Gegentreffer erneut die dritte Reihe eingefangen."


Peter Obresa indes beglückwünschte seine Schützlinge: "Sie haben sich

den vorzeitigen Klassenerhalt redlich verdient", und meinte hinterher,

"wenn mir einer gesagt hätte, wir würden ein Wochenende vor

Saisonschluss mit 16 Punkten die Playdowns anführen, das hätte ich sofort

unterschrieben." Ein Sonderlob fand Obresa für seinen Goalie.

"Couture hat ein super Spiel gemacht, gerade als Kaufbeuren zum Ende hin

schoss was das Zeug hielt." Auch Florian Jäger bekam Lob von seinem

Trainer. Jäger musste ab dem zweiten Drittel Florian Leitner ersetzen, der

mit einer leichten Gehirnerschütterung ausschied. "Er kam kalt rein und

hat seine Sache super, weil kaum Fehler gemacht", so sein Chef. Das

ausgegebene Ziel möchte Obresa trotz der Planungssicherheit nicht

aus den Augen verlieren. "Die Jungs haben sehr viel geleistet und sich

das Feiern heute verdient. Trotzdem möchte ich die Tabelle als Erster

abschließen", so die Vorgabe für die beiden finalen Partien. (orab)

 

Tore:

0:1 (06:54) Schweiger (5-4), 1:1 (09:19) S.Kottmair (Meyer 5-4), 2:1

(22:07) S.Kottmair (Stevens, Hoad), 2:2 (24:04) Yetman (Schweiger), 3:2

(41:28) Kruck (Warren)


Strafen: Bad Tölz  12  -  Kaufbeuren  10

Schiedsrichter: M.Langer (Zweibrücken) - Faigle, Tondera

Zuschauer: 2263 (Vereinsangabe)

Spieler des Spiels: Derek Mayer

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Kassel Huskies Kassel
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SC Bietigheim Steelers Bietigheim
Donnerstag 20.05.2021
SC Bietigheim Steelers Bietigheim
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Kassel Huskies Kassel
Samstag 22.05.2021
Kassel Huskies Kassel
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