"Die Roten Teufel hätten einen Punkt verdient gehabt"EC Bad Nauheim

Lesedauer: ca. 3 Minuten

"Mein Team hat super gearbeitet und mutig nach vorne gespielt. Nach dem 2:2 waren wir kurze Zeit zu passiv, was Bietigheim eiskalt ausgenutzt hat. Trotzdem haben wir bis zum Ende nicht aufgehört und alles probiert", sagte EC-Coach Petri Kujala nach dem Spiel, so dass diese Partie unter dem Strich in die Kategorie fällt "So kann man verlieren."

Die Gäste legten ein enormes Tempo vor, die Roten Teufel hielten in der Defensive aber stark dagegen und konnten sich jederzeit auf einen gut disponierten Jan Guryca verlassen. Dennoch hatten die Steelers durch Ex-Teufel Jason Pinizzotto in der 5.Minute die größte Gelegenheit auf die Führung, als Guryca im Slot zur Stelle war. Die drei Blöcke der Hausherren - nach dem kurzfristigen, krankheitsbedingten Ausfall von Max Campbell und der Rückkehr von Kapitän Patrick Strauch stellte Petri Kujala seine Formationen eins und drei entsprechend um - kamen mit zunehmender Spieldauer gut in die Partie und erspielten sich ihrerseits einige Torschüsse. Den dadurch hinten entstehenden Platz nutzten die Schwaben erneut durch Pinizzotto in der 10.Minute, als die Latte für Guryca rettete. Die Kurstädter nahmen das Tempo der Steelers immer besser an und waren körperlich gut im Spiel. Nun ging aber auch nach vorne mehr, nachdem das Aufbauspiel wesentlich konstruktiver von statten ging. Man musste aber auch zwei Strafzeiten überstehen, ausgerechnet mit einem Spieler weniger hatte Matt Beca die größte EC-Chance, er hatte den Goalie nach einem Break schon überwunden, traf aber nur den Pfosten (18.). Die sich aufopfernden Gastgeber wurden für ihr Spiel schließlich belohnt, als ein schöner Spielzug über Baier und Lange, die das Spiel in die Breite zogen, von Frosch zum 1:0 in der 19. Spielminute zur Pausenführung erfolgreich abgeschlossen wurden.

Danach knüpften die Roten Teufel nahtlos dort an, wo sie im ersten Drittel aufgehört hatten: in der 21.Minute landete ein geblockter Schuss von Tim May per Bogenlampe auf dem Tor und verfehlte das Gehäuse des weit vor dem Kasten stehenden Steelers-Goalie nur knapp. Beide Seiten lieferten sich einen tollen Kampf und vor allem die Roten Teufel entschädigten die Anhänger für das doch er schwache letzte Heimspiel gegen Kaufbeuren mehr als genug. Als ausgerechnet Ex-Steeler Marco Schütz zwei Strafminuten absaß, war das drittbeste Powerplay der Liga im dritten Anlauf an diesem Abend durch einen Schlagschuss von Sommerfeld zum 1:1 erfolgreich, auch wenn Blankart zuvor der Schläger ungestraft aus der Hand geschlagen wurde. Die Hessen zeigten sich aber nicht geschockt und spielten weiter munter nach vorne. Chancen von Strauch (29.) und Paris im Slot (33.) musste Martinovic in höchster Not klären, während man hinten die Schwaben stets weit nach außen drängen konnte, so dass die Torschüsse gut parierbar waren. Das Bemühen der Kurstädter wurde kurz vor der zweiten Pause schließlich wieder belohnt: endlich mal selber in Überzahl spielend nutzte der stark aufspielende Tim May einen Rebound nach einem Helms-Schuss reaktionsschnell zum 2:1.

Im letzten Drittel erhöhten die Schwaben noch einmal die Schlagzahl: zunächst traf McKnight nur die Latte (44.), eine Minute später war das Hartgummi nach einem Cabana-Solo im Netz - dennoch gab der Referee den Treffer unter Protest der Gäste nicht. Wenige Sekunden später war es dann aber soweit: Heatley nutzte eine Unachtsamkeit in der Bad Nauheimer Defensive eiskalt zum 2:2-Ausgleich. Knapp drei Minuten später stand Pinizzotto goldrichtig nach einem Rebound und markierte das 3:2 für die Gäste. Nun war es natürlich eine große Hypothek für die Roten Teufel, die sich aber nicht aufgaben und weiter nach vorne spielten. Es gab zwei, drei aussichtsreiche Gelegenheiten, doch Bietigheim spielte es clever herunter - auch Dank eines nun stark spielenden Martinovic. Die Uhr lief schließlich herunter, so dass die Roten Teufel am Ende trotz tollem Spiels und toller Moral leer ausgehen.

"Es war ein intensives Spiel. Bad Nauheim hat alles gegeben und mit einem guten Torhüter eine starke Partie abgeliefert. Hinten haben sie viele Schüsse geblockt, vorne haben sie am Ende ein wenig Pech gehabt, außerdem fehlte mit Campbell ein wichtiger Spieler. Ich bin froh über die Punkte, denn Bad Nauheim hätte einen verdient gehabt", sagte Bietigheims Trainer Kevin Gaudet nach dem Spiel.


EC Bad Nauheim - Bietigheim Steelers 2:4 (1:0, 1:1, 0:2)
Tore:
1:0 (18:05) Frosch (Lange, Baier)
1:1 (27:29) Sommerfeld (Auger) PP1
2:1 (38:10) May (Helms, Frosch) PP1
2:2 (45:21) Heatley (Skalbeck)
2:3 (48:59) Pinizzotto (McKnight, Gleich)
2:4 (53:01) Wrigley ENG
Strafminuten: ECN 6 / SCB 4
Zuschauer: 2.102


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