Die Männer der ersten StundeTag der Entscheidung in Kaufbeuren

Foto: Manfred KrausFoto: Manfred Kraus
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Der Kaufbeurer Manfred Kraus war bei einem Treffen mit Spielern dabei, die bei der Gestaltung der Tradition des ESV Kaufbeuren einen wesentlichen Beitrag geleistet haben. Hier ist sein sehr emotionaler Bericht dazu:

Da saßen sie nun. Fünf Männer mit vierhundertelf Jahren Lebenserfahrung. Ihre Ratlosigkeit aber vermochten sie nicht in Worte zu kleiden. Sie holten tief Luft und rangen um Ausdruck. Es misslang. Es musste misslingen. Wie auch hätte es gelingen sollen? Wie auch hätten sie eine Frage beantworten sollen, auf die es keine befriedigende Antwort gab? „Was wäre, wenn ...", fing die heikle Frage an, „was wäre, wenn in Kaufbeuren tatsächlich keine angemessen große Eishalle gebaut werden würde?"

Bedrohlich hängt diese Frage seit Monaten gleich einem Damoklesschwert über Kaufbeuren. Nun hing sie über den in Ehren ergrauten Köpfen der gemütlichen Gesprächsrunde im Café Maxx nahe dem Rathaus und Alfred Hynek, überragender Stürmer und Torjäger der sechziger Jahre, brachte es schließlich doch auf den Punkt: „Ich kann das alles nicht verstehen. Das ist ein Ding der Unmöglichkeit. Alles, was aufgebaut wurde, würde kaputtgehen." Alles würde kaputtgehen: Alfred Hynek traf den Nagel auf den Kopf und er sprach nicht nur Luggi Schuster, Fritz Sturm, Ludwig Göttle und Reinhold Rief aus der Seele.

Was für Namen. Kaufbeurer Eishockeylegenden allesamt. Luggi Schuster (90) und Fritz Sturm (85) waren bereits 1946 bei der Gründung des Eissportvereins Kaufbeuren dabei gewesen, Alfred Hynek (81), Ludwig Göttle (78) und Reinhold Rief (77) etwas später zum ESVK gestoßen.

Reinhold Rief, anno 1956 aus Füssen nach Kaufbeuren gekommen, Mitglied des rotgelben Traumsturms Reinhold Rief–Alfred Hynek–Xaver Unsinn und später mit der Düsseldorfer EG deutscher Meister, ergriff schließlich das Wort: „Damals haben wir den Verein in die Höhe gebracht und wir alle haben Idole gebraucht. Genauso brauchen die Nachwuchsspieler heute Idole, um sich entwickeln zu können. Der ESVK war für mich ein unvergleichliches berufliches Sprungbrett." „Achtundfünfzig bekamen wir Kunsteis", ergänzte Fritz Sturm , „das war unheimlich wichtig. Genauso wie heute eine gescheite Eishalle wichtig für den Verein und für ganz Kaufbeuren ist. Da ist das Lebenswerk vieler ehrenamtlicher Menschen in Gefahr."

„Genau", hieb Luggi Schuster, der heute als Dauerkartenbesitzer neunzigjährig alle Heimspiele besucht, in dieselbe Kerbe, „damals wurde Jugendausbildung von unten bis ganz oben betrieben und das muss heute auch so sein. Alles andere ist absurd."

„Und ein Stadion muss mindestens dreieinhalbtausend Plätze haben", bekräftigte Alfred Hynek unmissverständlich, während sich zu der Gruppe auch noch der ehemalige Nationalspieler Mandi Hubner, anno 1966 erster Kaufbeurer Bundesligatorschützenkönig, gesellte. „Weniger als dreieinhalbtausend geht gar nicht. Das ist die unterste Grenze. Wir alle machen uns große Sorgen wegen des Kaufbeurer Nachwuchses. Ohne gescheite Eishalle geht da gar nix mehr."

Sie hatten doch noch ihre Sprache gefunden, die großen alten Herren des Kaufbeurer Eishockeys, es war die Sprache des Herzens. Und als sie auch noch von den Jahren des Aufbaus erzählten, sprudelten die Erinnerungen aus den Männern, deren ganze Leidenschaft noch heute ihrem Verein, ihrer Stadt und der Kaufbeurer Jugend gehört, nur so hervor. „Im "Engel" in der Schmiedgasse haben wir uns 1946 versammelt. Die Not war groß. Unsere roten Dresse haben wir uns nur geliehen", erzählte Fritz Sturm sichtlich bewegt von den Anfangsjahren, „und bei fünfzehn Grad minus sind wir im offenen Lastwagen hinauf nach Füssen zum Training gefahren."

Melancholisch verließ ich schließlich das Café Maxx und ich hatte die Worte von Ludwig Göttle, dessen junger Karriere sich 1956 eine schwere Verletzung in den Weg gestellt hatte, noch im Ohr, als ich durch den lauen Vorweihnachtsabend die Maximilianstraße entlangging: „I bin traurig. Eishokai gheart zua Kaufbeira. Kaufbeira isch ohna Eishokai nix."

Der berührende Nachmittag mit den vom Alter gezeichneten, aber von ihm nicht gebeugten Recken hatte mich nachdenklich gemacht, mir aber auch das Herz gewärmt und vom Zusammenhalt der großen Kaufbeurer Eishockeyfamilie erzählt.

Die Dämmerung sank herab und da war sie wieder, die düstere Frage: Was wäre, wenn ...? Noch immer hing sie in ihrer alptraumhaften Unfassbarkeit über mir und über Kaufbeuren. Alles, was bliebe, wäre Sprachlosigkeit.

In jenem Augenblick aber wusste ich ganz tief in mir, dass ich im September 2017 auf der Tribüne eines neuen Kaufbeurer Schmuckkästchens, das meinem ESVK eine Heimat sein und ihm eine Zukunft geben wird, sitzen würde, um vor ausverkauftem Haus das Eröffnungsspiel zu verfolgen. Zusammen mit Luggi Schuster, Fritz Sturm, Alfred Hynek, Ludwig Göttle, Reinhold Rief, Mandi Hubner und mit Euch allen, Ihr rotgelben Eishockeyfreunde.

Angreifer kommt aus Kaufbeuren
Löwen Frankfurt verpflichten Mike Mieszkowski

Die Löwen Frankfurt haben Mike Mieszkowski unter Vertrag genommen. Der Angreifer, der zuletzt beim ESV Kaufbeuren spielte, verfügt über die Erfahrung von 147 DEL-Spi...

Nach dem Pflichtspiel-Debüt bei den Kassel Huskies
Interview mit Mario Scalzo: „Eishockey liegt bei uns in der Familie“

In der vergangenen Woche bekam er die deutsche Staatsbürgerschaft und feierte am Wochenende mit zwei Siegen auch gleich ein gelungenes Pflichtspiel-Debüt bei den Kas...

Verteidiger-Talent kommt aus der DEL
Garret Pruden verstärkt per Förderlizenz den EHC Freiburg

Mit dem 20-jährigen Garret Pruden stößt ein neuer Verteidiger zu den Wölfen. Der gebürtige Nauheimer durchlief sämtliche Nachwuchsstationen der Roten Teufel, bevor e...

Junger Stürmer kommt von den Ravensburg Towerstars
Calvin Pokorny wechselt zum ESV Kaufbeuren

​Der ESV Kaufbeuren hat mit Calvin Pokorny einen jungen Spieler vom DEL2-Konkurrenten Ravensburg Towerstars unter Vertrag genommen. ...

Französischer Nationalspieler war zuletzt in der Slowakei aktiv
Steelers statten Guillaume Leclerc mit einem Tryout-Vertrag aus

Früher als geplant reagieren die Steelers und statten als vierten Kontingentspieler den 23-jährigen Guillaume Leclerc mit einem Tryout-Vertrag über vier Spiele aus....

Eispiraten müssen rund sechs Wochen auf US-Boy verzichten
Alex Wideman fällt verletzt aus

Schlechte Nachrichten für die Eispiraten Crimmitschau und Alex Wideman....

Außenstürmer hat bereits schon neuen Verein gefunden
Tim Richter verlässt die Bayreuth Tigers

Tim Richter und die Bayreuth Tigers haben sich in der Woche darauf verständigt, den Vertrag des 30-jährigen Stürmers, der bis zum Saisonen Gültigkeit besaß, in beide...

EC Bad Nauheim reagiert erneut auf Ausfälle
Mittelstürmer Jared Gomes verstärkt die Roten Teufel

​Nachdem die Roten Teufel Bad Nauheim am Montag mit Jack Combs den dezimierten Kader verstärkt haben, stößt als weitere Unterstützung der 31-jährige Kanadier Jared G...

DEL2 Hauptrunde

Freitag 13.12.2019
Lausitzer Füchse Weißwasser
- : -
Tölzer Löwen Bad Tölz
Dresdner Eislöwen Dresden
- : -
ESV Kaufbeuren Kaufbeuren
Kassel Huskies Kassel
- : -
Eispiraten Crimmitschau Crimmitschau
Ravensburg Towerstars Ravensburg
- : -
SC Bietigheim Steelers Bietigheim
EHC Bayreuth Bayreuth
- : -
EHC Freiburg Freiburg
Heilbronner Falken Heilbronn
- : -
EV Landshut Landshut
Samstag 14.12.2019
EC Bad Nauheim Bad Nauheim
- : -
Löwen Frankfurt Frankfurt
Sonntag 15.12.2019
SC Bietigheim Steelers Bietigheim
- : -
Ravensburg Towerstars Ravensburg
Eispiraten Crimmitschau Crimmitschau
- : -
Kassel Huskies Kassel
ESV Kaufbeuren Kaufbeuren
- : -
Dresdner Eislöwen Dresden
EHC Freiburg Freiburg
- : -
EHC Bayreuth Bayreuth
Tölzer Löwen Bad Tölz
- : -
Lausitzer Füchse Weißwasser
EV Landshut Landshut
- : -
Heilbronner Falken Heilbronn
Jetzt die Hockeyweb-App laden!
Aktuelle Online Eishockey DEL2 Sportwetten News mit Quoten & Tipps. Den besten Eishockey DEL2 Wettbonus suchen & finden
Aktuelle Wettangebote für die DEL2