Die Falken fliegen und tanzen zum SiegHeilbronner Falken

Lesedauer: ca. 5 Minuten

Es mag verrückt klingen. Riley Armstrong tanzte durch die Dresdner Reihen zum 1:0, obwohl Stefan Legein der Torschütze war. In diesem Fall gehörte aber dem Assistenten das größte Lob. In der zwölften Minute bekam der Heilbronner Riley Armstrong den Puck neben dem eigenen Tor von Dustin Cameron. Ein Körpertäuschung und der Center der Dresdner Eislöwen war ausgetanzt. Blieben noch zwei Flügelstürmer. Was einmal klappt, klappt auch ein zweites Mal. Mit einer erneuten Körpertäuschung ließ Armstrong auch die beiden rechts und links liegen. Verteidiger gab es zwar auch noch, aber ein erneuter Move von Armstrong liess auch ihnen keine Chance ihn vom Puck zu trennen. Somit war er über die rechte Seite alleine auf dem Weg zum Tor von Kevin Nastiuk. Das Beste von Armstrongs Auftritt war allerdings sein uneigennütziges Spiel. Mustergültig passte er den Puck zu Stefan Legein und sein Teamkollege konnte locker zum viel umjubelten 1:0 einschieben. Peyton, die junge Tochter von Riley Armstrong, kennt dies wohl schon von ihrem Vater. „Ja, das war ganz okay, was Papa da gemacht hat.“ sagte sie ihn einem TV-Interview für einen lokalen Sender. Ihr Vater sah es ähnlich entspannt: „Solche Momente muss ich der Mannschaft geben, was außergewöhnliches machen. Ich bin zwar nicht seit Saisonbeginn hier, aber ich weiß, dass die Fans leiden. Zum Ende der Spielzeit wollen wir ihnen ein paar tolle Spiele zeigen und am Ende den Klassenerhalt bringen.“ Nach dem Spiel zeigte er eine weiter Einlage: angefeuert von den Falken Fans lieferte er eine saubere und gestandenen Pirouette auf dem Eis. Sein Kapitän Dustin Cameron quittierte dies mit einem lauten Lachen und einem freundlich gemeinten „Scheibenwischer“.

Jener Cameron war es, der den zweiten Treffer beisteuerte. Im ersten Powerplay traf der aktuelle Topscorer der Falken in der 14. Spielminute zu 2:0 Pausenführung. In dieser Pause rieben sich viele Fans verwundert die Augen. Sind das wirklich die Falken? Im Vergleich zum letzten Heimspiel war das Spiel bis dahin ein Spiegelbild des gezeigten. Die Heilbronner konnten die Gäste aus Dresden spielerisch unter Druck setzen und zu Fehlern zwingen. Sämtliche Angriffe der Sachsen hingegen konnte die Falken-Abwehr entschärfen und zur Not stand ein glänzend spielender Florian Proske parat.

Das zweite Drittel verlief ohne weiteren Treffer. Die Falken brachten sich durch viele Strafen selber um den Spielfluss. Positiv aus Sicht der Falken war jedoch, dass sie sämtlichen Angriffen und Unterzahlsituationen stand hielten und keinen Treffer zuließen. Einen sehr großen Anteil daran hatte Florian Proske im Tor der Unterländer. Mit phasenweise sensationellen Paraden hielt er diesen Zwei-Tore-Vorsprung fest. Einmal wäre er fast geschlagen gewesen, doch das Glück des Tüchtigen war auf seiner Seite, als Jonas Schlenker in der 35. Minute nur die Querlatte traf. Auffällig war auch die Taktik der Falken. Das Spiel wirkte flexibler. Mal wurde die Scheibe an der blauen Linie übergeben, mal gingen die Stürmer und Verteidiger tief ins gegnerische Drittel. Durch diese Variationen fiel es den Eislöwen schwer, vorausschauend zu agieren. Sie mussten stets reagieren und waren teilweise einen Schritt zu spät beim Gegner. Die Falken konnten dies durch mehr Chancen und schlussendlich durch mehr Tore ausnutzen.

Am Anfang des Schlussdrittels waren die Falken-Fans eher skeptisch gestimmt. Zu oft wurden in der Vergangenheit Führungen verspielt. Am Ende der 60 Minuten stand man mehrfach mit leeren Händen da und musste den jeweiligen Gegnern beim Feiern zusehen. An diesem Abend war es anders. Binnen vier Minuten entschieden die Falken das Spiel endgültig für sich. Zunächst war es Dominik Tiffels, der in doppelter Überzahl das 3:0 (48.) markierte. Drei Minuten später erhöhte der quirlige Sergej Janzen auf 4:0, bevor Riley Armstrong in der 52. Minute selber traf und zum 5:0 ein netzte. Nun zogen sich die Falken zurück und versuchten, ihrem Goalie den verdienten Shutout zu sichern. 57 Sekunde vor Ende war dieser Plan dahin, Lukas Slavetisnky traf für die Gäste. „Wir haben versucht, für Florian zu spielen, leider ist uns das nicht gelungen.“ so Fabian Krull nach dem Spiel.

Zwei Partien stehen für die Falken in dieser Hauptrunde noch an. Am kommenden Freitag gastieren sie zum vierten Schwaben-Derby in Bietigheim, bevor am kommenden Sonntag die Hauptrunde mit dem Spiel gegen den SC Riessersee geschlossen wird. Durch den heutigen Sieg -der Zehnte nach regulärer Spielzeit in dieser Saison- haben die Falken den 13. Tabellenplatz fest gebucht. In der ersten Play-Down-Runde werden die Eispiraten Crimmitschau der Gegner der Falken sein. Sollte die Falken in die zweite Runde müssen, so bestünde -bei einer Kaufbeurer Niederlage- im etwaigen siebenten Spiel Heimrecht. Ein Vorteil, der immens sein könnte.

Stimmen zum Spiel:

Dustin Cameron (Heilbronner Falken):

„Das erste Drittel war vielleicht das Beste, was wir dieser Saison gezeigt haben. Wir haben das Spiel und den Gegner kontrolliert und zwei Tore geschossen. Im zweiten Drittel haben wir viele Strafen genommen, die Situationen aber alle ohne Gegentor überstanden.“

Fabian Krull (Heilbronner Falken):

„Die letzten drei Spiele waren ja schon eng, wir sind nicht immer einem drei Tore Vorsprung hinterhergelaufen. Heute haben wir in den letzten Minuten versucht für Florian zu spielen, leider hat es nicht geklappt. Natürlich geben uns die letzten Spiele Selbstvertrauen für die Play-Downs.“

Dominik Tiffels (Heilbronner Falken):

„Auf jeden Fall gibt uns dieser Sieg Sicherheit für die Play-Downs. Wir waren ja in den letzten Spielen defensiv schon wesentlich stabiler.“ Zur Anmerkung, dass er seit Saisonbeginn wesentlich stärker und offensiver geworden ist, sagt er weiter: „Wir sind nun besser eingespielt. Wenn die Stürmer defensiv absichern, traut man sich offensiv mehr zu. Am Anfang der Saison war es eher so, dass man dachte, man müsste nur defensiv absichern.“

Statistik:

1:0       12.       Stefan Legein (Riley Armstrong, Dustin Cameron)

2:0       14.       Dustin Cameron (Marcel Kurth, T.J. Fast)

3:0       48.       Dominik Tiffels (Stefan Legein, T.J. Fast)

4:0       51.       Sergej Janzen (Kevin Maginot, Steven Bär)

5:0       52.       Riley Armstrong (Alexander Janzen, Florian Proske)

5:1       60.       Lukas Slavetinsky (Jonas Schlenker, Stefan Chaput)

Strafen:           Heilbronner Falken: 10 Minuten

                        Dresdner Eislöwen: 10 Minuten

Zuschauer:     1.087

Schiedsrichter:           Jens Steinecke


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