Die Bayreuth Tigers und die Lausitzer Füchse holen die ersten Siege im Kampf um den KlassenerhaltDEL2 Kompakt - Playdowns - Spiel 1

Die Lausitzer Füchse konnten das erste Spiel der Playdown-Serie gegen die Tölzer Löwen für sich entscheiden. (Foto: dpa/picture alliance/Kessler-Sportfotografie)Die Lausitzer Füchse konnten das erste Spiel der Playdown-Serie gegen die Tölzer Löwen für sich entscheiden. (Foto: dpa/picture alliance/Kessler-Sportfotografie)
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In der ersten Best-of Seven-Paarung gibt es ein fränkisches Duell zwischen den Bayreuth Tigers und den Selber Wölfen. Während Aufsteiger Selb praktisch die gesamte Saison auf den Playdown-Plätzen verbrachte, davon meist als Schlusslicht, konnte Bayreuth zum Ende der Hauptrunde noch einmal aufdrehen und sich vom vorletzten Rang auf Platz elf vorarbeiten. Im direkten Vergleich in der Hauptrunde konnten beide Mannschaften jeweils zwei Siege für sich verbuchen. Das letzte Duell endete Ende Januar mit einem 7:0 für die Tigers. Da traten die Wölfe nur mit halber Mannschaft an. Mittlerweile ist der Kader fast wieder vollzählig, so dass man auf interessante Derbys hoffen kann. Das zeigte sich im ersten Spiel der Serie. Dieses ging mit 4:3 an die Tigers. Doch Selb kämpfte bis zum Schluss und war nah dran, das Spiel zumindest in die Overtime zu bringen.

Im zweiten Duell treffen die Tölzer Löwen auf die Lausitzer Füchse aus Weißwasser. Beide Mannschaften konnten 54 Punkte auf dem Konto verbuchen, die Tölzer allerdings mit zwei Spielen weniger als die Lausitzer. Der direkte Vergleich in der Hauptrunde spricht für die Buam aus Tölz, auf dem Konto stehen drei Siege und eine Niederlage gegen Weißwasser. Das erste Spiel der Serie in Bad Tölz konnten aber die Lausitzer Füchse für sich entscheiden. Am Ende stand es 3:6 aus Sicht der Löwen. Nach anfänglicher Führung der Gastgeber in der neunten Minute konnten die Gäste aus der Lausitz 60 Sekunden später ausgleichen. Kurz darauf gingen sie mit 1:2 in Führung. Diese konnten die Tölzer im zweiten Drittel egalisieren, bevor Weißwasser bis auf 2:5 davonzog. Kurz vor Schluss dann noch der Anschlusstreffer für die Löwen, bevor die Füchse vier Sekunden vor Schluss mit dem Empty-Net-Goal zum 3:6 den Deckel drauf machten. Überragender Spieler auf Seiten der Lausitzer mit gleich drei Toren war Youngster Bennet Roßmy.

Am Tag vor dem Spiel trafen wir den Geschäftsführer der Lausitzer Füchse, Dirk Rohrbach, am Rande des Mannschaftstrainings in der Eisarena in Weißwasser und befragten ihn zur aktuellen Situation und zu den Playdowns.

Hockeyweb: Dirk Rohrbach, die Füchse hatten sich für die Saison viel vorgenommen. Mit den zwei DEL-2-Topscorern Hunter Garlent und Peter Quenneville sowie mit Leon Hungerecker als einem der besten Torhüter der Liga waren echte Hochkaräter in der Mannschaft. Dennoch reichte es nur zu Platz 13. Wie bewerten Sie die Hauptrunde?

Dirk Rohrbach: Es stimmt, unsere Erwartungen waren deutlich höher. Mit Toni Ritter und Steve Hanusch haben wir zwei Eigengewächse zurückgeholt, dazu sehr erfahrene Spieler wie Clarke Breitkreuz aus Kassel und Jens Baxmann aus der DEL. Mit unserem Kader hatten wir schon damit gerechnet, zumindest die Pre-Playoffs zu erreichen. Das ist aus verschiedenen Gründen leider nicht geglückt. Wir sind gut gestartet, haben aber dann durch zu viele Gegentreffer zu viele Spiele aus der Hand gegeben. Mit dem Trainerwechsel haben wir versucht, neue Impulse zu setzen, was auch teilweise funktioniert hat. Hinzu kamen Langzeitverletzte und die coronabedingten Ausfälle. Aber wir schauen nach vorne und haben die Hauptrunde abgehakt.

Hockeyweb: Stichwort Corona-Ausfälle. Sowohl die Füchse als auch viele andere Teams spielten in den letzten Wochen mit nur zehn oder zwölf Feldspielern. Ist das überhaupt noch ein fairer Wettbewerb?

Rohrbach: Es ist sehr schwer nachzuvollziehen, inwieweit diese Situationen regulär sind. Es gab Mannschaften, die zwei Wochen in Quarantäne waren. Einige Teams konnten teilweise nur mit zehn Feldspielern auflaufen Hinzu kommen sehr unterschiedliche Voraussetzungen abhängig vom Impfstatus und den regionalen Besonderheiten. Es ist schwer zu beurteilen, inwieweit damit eine Gleichstellung aller Clubs vorliegt. Wir haben die Argumente in den DEL2-Gremien vorgebracht, gerade mit Sicht auf die Playdowns. Wir reden über sieben Spiele in zwei Wochen. Wenn man da von Coronamaßnahmen betroffen ist, ist das fast nicht zu kompensieren und man ist ganz schnell nicht mehr konkurrenzfähig. Eines der Argumente der Liga war, dass ein Absteiger auszuspielen ist, da die DEL das auch macht. Ich habe dafür plädiert, die Abstiegsrunde in dieser Saison auszusetzen, da die Situation vergleichbar zur Vorsaison ist. Im Gegenteil, durch die unterschiedlichen Maßnahmen und Quarantänebestimmungen in den Bundesländern und sogar einzelnen Landkreisen kann jeder selbst beurteilen, ob das noch ein fairer Wettbewerb ist.

Hockeyweb: Absolut nachvollziehbar, aber dann würde bei einem Aufsteiger aus der Oberliga und einem Absteiger aus der DEL die DEL2 nächste Saison mit 16 Mannschaften spielen und übernächste Saison vielleicht mit 18 Teams. Verschiebt man das Problem damit nicht nur in die Zukunft?

Rohrbach: Das Problem ist aktuell Corona. Aber warum sollte man nicht in der nächsten Saison mit 16 Teams spielen? Wir haben ohnehin im Rahmenterminplan beschlossen, mit 15 Teams zu spielen. Das bedeutet, dass jeder Club 56 Spieltage hat, es aber auf 60 Tage berechnet wurde. Und wenn wir uns ohnehin 60 Spieltage freischaufeln, dann könnte man auch problemlos mit 16 Teams spielen und hätte keine spielfreie Mannschaft. Die sportlich fairste Lösung wäre sicher, dann nächstes Jahr unter hoffentlich wieder regulären Bedingungen zwei sportliche Absteiger auszuspielen. Und wenn Frankfurt nicht aufsteigen sollte, hätte man nächste Saison bei 15 Teams auch zwei Absteiger. Aber das hätte man im Vorfeld klären müssen, im Nachhinein sind Korrekturen immer schwierig. Ganz schlecht wäre es, wenn ein Club aufgrund von Quarantänemaßnahmen absteigen würde, der eigentlich sportlich dafür gar nichts kann. Aber das sind Spekulationen, wir konzentrieren uns jetzt auf die Playdowns.

Hockeyweb: Wie ist denn die Personalsituation im Moment? Können die Füchse wieder ein normales Team aufstellen?

Rohrbach: Es werden mehr Spieler da sein als in den letzten drei Wochen. Hunter Garlent trainiert wieder und wird auflaufen können. Bennet Roßmy und Leon Hungerecker sind noch mit den Eisbären unterwegs, werden am Dienstag nach ihrem Spiel in Augsburg aber in München zu uns stoßen. Ansonsten haben wir einige Ausfälle bei den Förderlizenzspielern. Ilja Fleischmann und Daniel Visner stehen vorerst nicht zur Verfügung. Für die Langzeitverletzten Jens Baxmann und Philip Kuschel ist die Saison beendet, auch Clarke Breitkreuz ist weiter verletzt. Wir hoffen, dass wir mit 16 oder 17 Spielern dann konkurrenzfähig sein werden. Besonders ärgerlich ist, dass Korbinian Geibel von den Eisbären nicht auflaufen kann, da er wegen einer Verletzung beim Einsatz für die U20-Nationalmannschaft keine 20 Spiele für uns machen konnte.

Hockeyweb: Die Eisbären Berlin sind ein gutes Stichwort. Wie geht es weiter mit der Kooperation?

Rohrbach: Die Kooperation ist für uns, vor allem aber für die jungen Spieler sehr wichtig. Es geht klar darum, die Jungs zu fördern. Deshalb schauen wir sehr genau, wie wir sie einsetzen, um sie am besten weiter zu entwickeln. Bennet Roßmy war zum Beispiel am Anfang länger bei uns, dann in Berlin. In den letzten Wochen bekam er dann bei uns wieder viel Eiszeit, was für ihn auch sehr wichtig war. Die Kooperation wird auch in der neuen Saison fortgeführt, natürlich unter der Voraussetzung, dass wir in der DEL2 bleiben. Wir haben dazu schon intensive Gespräche mit Stéphane Richer und Peter John Lee von den Eisbären geführt, um zu schauen, welche Spieler für die neue Saison zur Verfügung stehen.

Hockeyweb: Und wie sieht die Kaderplanung insgesamt für die neue Saison aus, besonders mit Blick auf Garlent und Quenneville?

Rohrbach: Wir haben gute Gespräche geführt, aber natürlich sind auch andere Clubs an beiden interessiert. Wir konzentrieren uns jetzt darauf, die Klasse zu halten. Das ist die absolute Voraussetzung für alles andere. Sobald das gesichert ist, werden wir die Verhandlungen intensiv weiterführen.

Dirk Rohrbach, vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg für die Playdowns.


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