Die 6-6-2-Gesellschaft

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Die Frage nach einem Tipp für die am Freitag beginnende Zweitliga-Saison lässt so manche Experten zusammenzucken. Mal ehrlich. Wer hatte denn den EHC Freiburg ernsthaft auf der Rechnung, als es vor Jahresfrist um eine Einschätzung zur Zweitliga-Meisterschaft ging? Letztlich ist der DEL-Aufstieg der Freiburger Wölfe verglichen mit der Deutschen Meisterschaft der Krefelder Pinguine eigentlich sogar die größere zweier Sensationen der Saison 2002/2003.

Doch wie schon vor einem Jahr muss man bei der Einschätzung der 2. Bundesliga zunächst einmal von der Papierform ausgehen. Okay, okay. Die Kritiker sind schon zu hören. Wie können denn die Landshut Cannibals die Adler Mannheim aus dem Pokal werfen, oder der EHC Wolfsburg die Iserlohn Roosters aus dem gleichen Wettbewerb kegeln, wenn es nur nach der "Papierform" ginge? Jaja. Ist ja recht. Wir versuchen es trotzdem.

Der erste grobe Blick teilt die 2. Bundesliga in eine 6-6-2-Gesellschaft ein. Die zwei sind, so leid es uns tut, die Teams mit den geringsten Aussichten auf eine erfolgreiche Saison: der Traditionsverein EC Bad Tölz und der sympathische Aufsteiger 1. EV Weiden. Die Tölzer wären gerne in der Oberliga angetreten, die ESBG stellte sich gegen dieses finanziell motivierte Anliegen. Mit sicher nicht gerade schlechten Argumenten. Kein Verein soll sich (mehr) die Liga aussuchen können, in der er spielt. Die "Buam" rüsteten kräftig ab, setzten dafür auf die eigene Jugend. Was nun nicht auf dem ominösen Papier steht, ist die Anwort auf die Frage, wie sehr sich die starke Tölzer Nachwuchsarbeit im Kampf um den Klassenerhalt auszahlt. Die Erinnerungen fliegen zurück ins Aufstiegsjahr der Landshut Cannibals, die mit einem jungen Kader überzeugten. Dennoch: die Voraussetzungen in Tölz könnten sicher besser sein. Ähnlich sieht es bei den Blue Devils in Weiden aus. Ein verhältnismäßig kleiner Verein schaffte überraschend den Aufstieg und schulterte die finanzielle Herausforderung 2. Bundesliga. Allerdings geht Weiden mit einem fast unveränderten Oberliga-Kader an den Start, verlor zudem mit Carl-Johan Johansson (zum EV Duisburg) einen wichtigen Spieler. Der Vorteil der Blue Devils: Kaum eine Mannschaft der zweiten Liga dürfte sich so gut kennen wie der 1. EV Weiden. Vielleicht überraschen die Weidener ja so manchen Gegner und sogenannte "Experten". Ooops, das ging ja gegen mich.

Weniger böse Blicke dürfte der sicher nun schon wiederholt gescholtene Autor dieses Artikels von den ersten Sechs bekommen, die wohl mit ziemlicher Sicherheit die Play-offs erreichen sollten. Da wären der EHC Wolfsburg, SC Riessersee, SC Bietigheim-Bissingen, Heilbronner EC, EC Bad Nauheim und die Landshut Cannibals. Die Topfavoriten dürften dabei aus Garmisch-Partenkirchen und der VW-Stadt Wolfsburg kommen. Die Grizzly Adams aus Niedersachsen haben ihre starke Truppe mit fünf DEL-Spielern verstärkt. Der SC Riessersee konnte seinen Mannschaft halten und sogar gezielt verbessern - und trotzt so dem Trubel im Hintergrund. Sicher. Was wäre das Eishockey ohne Sommertheater? Genau. Langweilig. Die ärgsten Verfolger sind der EC Bad Nauheim, der Heilbronner EC und der SC Bietigheim-Bissingen, der aufpassen muss, dass der Traum vom DEL-Aufstieg nicht das Verfallsdatum überschreitet. Nicht ganz an diese fünf kommen die Landshut Cannibals heran, aber doch schon näher als der Rest der Liga.

Bleiben noch zwei Play-off-Plätze übrig. Für die kommen die zweiten sechs der bereits genannten 6-6-2-Gesellschaft in Frage: Alphabetisch sind das der ETC Crimmitschau, EV Duisburg, ESV Kaufbeuren, EV Regensburg, Schwenningen Wild Wings und die Straubing Tigers. Wie sieht es hier aus. Schwierig könnte es für die "Eispiraten" aus Sachsen werden vier der genannten sechs Vereine hinter sich zu lassen. Auch der EV Duisburg hat rein "papiertechnisch" zurückgerudert, aber immerhin eine ziemlich starke Verteidigung und einen Sturm der nach der späten Verpflichtung von Shawn McNeil doch Anlass zur Hoffnung gibt. Gewichtige Worte um Platz sieben und acht sollten auch der EV Regensburg und die Straubing Tigers mitreden. Trüber sind die Aussichten des ESV Kaufbeuren. Denn glaubt man dem Sprichwort, dass die Verteidigung Meisterschaften gewinnt, wird es für die Joker sehr schwierig, die erfreulichere Variante der beiden "Post-Seasons", sprich Play-offs und eben nicht die Abstiegsrunde, zu erreichen. Bleiben die Schwenninger Wild Wings. Mann, siehe da. Ein DEL-Absteiger. So etwas gibt es wirklich. Bislang hat nur Reinhold Messner behauptet, ein solches Geschöpf hoch in den Bergen getroffen zu haben. Zwar sind die Frankfurt Lions rein sportlich abgestiegen, und wurden die Wild Wings aus wirtschaftlichen Gründen zum Absteiger erklärt, aber wer will schon pingelig sein? Für kaum eine Mannschaft dürfte eine Prognose so schwer fallen wie für den bisherigen Dauerbrenner im Eishockey-Oberhaus. Da sind bekannte und erfolgreiche DEL-Spieler wie Wally Schreiber, Jason Miller und Sandy Moger. Aber auch einige Spieler, die ihre Zweitligatauglichkeit noch unter Beweis stellen müssen.

Okay. Einige werden nun vielleicht sauer sein, dass ihr Lieblingsverein nicht so positiv wegkam wie gewünscht. Aber die Saison wird diese Einschätzung ohnehin in einigen Punkten widerlegen. Aber wisst Ihr was? Auch im nächsten Jahr gibt es eine Vorschau zur 2. Bundesliga. Ätsch!

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