Der „Pott“ bleibt auf jeden Fall in Baden-WürttembergPlay-Off-Finale 2. Bundesliga

Lesedauer: ca. 2 Minuten

Logischerweise nehmen sich beide Mannschaften qualitativ nicht viel. Hatten die Steelers in der Hauptrunde die gefährlichste Offensive und das effektivste Powerplay auf ihre Seite, konnten die Wild Wings auf die kompakteste Defensive und ein starkes Torhüterduo vertrauen. Beide Mannschaften haben im Viertel- und Halbfinale zwei sehr intensive Serien hinter sich. Die Schwenninger warfen die Heilbronner Falken und die Ravensburg Towerstars in jeweils fünf Spielen aus dem Rennen. „Vom Spielverlauf der Partien waren beide Serien enger, als es das Resultat jetzt aussagt“, meint Wild Wings Trainer Stefan Mair. „Aber sehr positiv war, dass wir sehr diszipliniert geblieben sind, dass hat gerade gegen Heilbronn den Unterschied gemacht.“ Zu Beginn der Saison, als es noch nicht so recht rund lief, mussten sich die Schwenninger oft in der Verlängerung und im Penaltyschießen beweisen. „Daraus haben wir gelernt, wie man enge Spiele gewinnt, nicht den Kopf verliert, geduldig ist und auf seine Chance wartet“, ist Mair überzeugt. In den Play-Offs ist das sicherlich kein Nachteil.

Sein Gegenüber Kevin Gaudet blickt auf zwei lange und vor allen Dingen durch viele Verletzte überaus kräftezehrende Serien gegen die Lausitzer Füchse und die Starbulls Rosenheim zurück: „Es waren enge Spiele, wo immer ein Tor den Unterschied gemacht hat. Das zeigt, dass die Effizienz meiner Mannschaft hervorragend ist, wir haben immer einen Weg gefunden, um zu gewinnen.“ Im Gegensatz zur Hauptrunde rückten hier durch die Verletzung der Rodman-Brüder die zweite und die dritte Reihe verstärkt in den Fokus, die Verantwortung übernahmen und Spiele entscheiden konnten. „Von November bis Februar hatten wir nicht einen Verletzten“, so Gaudet. „Dadurch konnten wir so einen Lauf starten. Dass wir in die Play-Offs ohne die Rodman-Brüder gehen mussten, war sehr ärgerlich, aber ich kann meiner Mannschaft nur ein Kompliment machen, wie sie das in jedem Spiel löst.“

Von seinem Finalgegner lobt Stefan Mair besonders Einzelspieler und die Effektivität vorm Tor: „Die Steelers haben mit Marcel und David Rodman, PF Fenton, Markus Sommerfeld, aber auch mit Robin Just, der eine überragende Saison spielt, überaus starke Torjäger in ihren Reihen. Sie sind die produktivste Mannschaft der Liga und brauchen wenig Chancen, um Tore zu schießen. Das macht sie gefährlich.“ Kevin Gaudet sieht bei den Wild Wings keinen Schwachpunkt: „Die Schwenninger sind in allen Bereichen sowohl qualitativ als auch quantitativ hervorragend aufgestellt und verfügen neben der wohl besten ersten Reihe auch über eine starke vierte Reihe.“

Von Vorzug könnte nun der größere Kader der Wild Wings werden, wie auch die Tatsache, dass die Schwenninger mehr Zeit zur Regeneration hatten. „Das kann ein Vorteil sein“, meint auch Stefan Mair. „Aber die Steelers werden noch mit Adrenalin und der Euphorie aus dem siebenten Spiel mit sehr breiter Brust in die Serie gehen.“ Kevin Gaudet sieht es etwas anders: „Die Belastung war unglaublich, die kurze Zeit ist schon ein Nachteil. Aber wir werden um jeden Zentimeter kämpfen und natürlich versuchen, die Wild Wings zu ärgern.“

Einig sind sich beide Trainer aber in der Beurteilung der Erfolgschancen: „Es wird sich die Mannschaft durchsetzen, die ihre Chancen und das Momentum im Spiel nutzen kann. Die, die am ruhigsten bleibt und ihr Ding durchzieht.“ Von daher: Möge der Bessere gewinnen…