Der jüngste Sprößling der Ziesche-Dynastie in seiner ersten ProfisaisonVon Eishockey-Legenden und aufstrebenden Talenten: Die ununterbrochene Tradition der Familie Ziesche auf dem Eis

Der 19-jährige Philip Ziesche tritt in große Fußstapfen. (Bildquelle: Thomas Heide)Der 19-jährige Philip Ziesche tritt in große Fußstapfen. (Bildquelle: Thomas Heide)
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Joachim Ziesche war damals einer der besten Stürmer in Europa und später lange Jahre Cheftrainer der DDR-Nationalmannschaft. Seine beiden Söhne Jens-Joachim und Steffen waren ebenfalls begnadete Eishockeyspieler. Jens-Joachim gab seine Eishockey-Laufbahn bei Dynamo Berlin 1982 zugunsten eines Medizin-Studiums auf und ist heute Mannschaftsarzt der Berliner Eisbären. Sein Bruder Steffen Ziesche erzielte das erste Tor für die Eisbären in der Bundesliga nach der Wiedervereinigung und auch das entscheidende Tor zur Meisterschaft der Krefeld Pinguine im Jahre 2003.

Diese Tradition setzt sein Sohn, Philip Ziesche, nun fort. Der 19-jährige spielt seine erste Profisaison bei den Lausitzer Füchsen. Hockeyweb sprach mit dem jungen Stürmer.

„Es wird schon oft in der Familie darüber gesprochen, was ich besser machen kann. Aber das ist nur gut für mich, da ich so schon den einen oder anderen guten Tip bekommen habe.“

Philip begann mit ca. vier Jahren mit dem Eishockey, damals bei den Eisbären unter den Fittichen seines Vaters, der dort als Jugendtrainer tätig war. Bis zur U15 ging es in Berlin weiter, danach ging es nach Salzburg. Wie kam das zustande?

„Wir hatten ein Turnier zur deutsche Meisterschaft in Düsseldorf, wo ich ganz gut gespielt habe. Dort war auch Helmut de Raaf, der Direktor der Red Bull Ice Hockey Academy. Er sprach mich an, ob ich mir die Akademie einmal anschauen möchte. Das tat ich dann. Das Konzept gefiel mir sehr gut und so setzte dort meinen Weg fort“.

Mit ca. 160 anderen Eishockey-und Fußballspielern lernte und trainierte Philip dann bis 2023 in Salzburg und schloss dort auch die Schule ab. Der Spielbetrieb erfolgte einige Jahre auch in der tschechischen U20 Liga.

„Red Bull möchte immer auf dem Top-Niveau spielen und dafür ist die tschechische Liga natürlich prädestiniert. Wir spielten als U18 Team in der U20 Liga gegen Top-Teams wie Sparta Prag und die Bili Tygri Liberec, die physisch auch schon weiter als wir waren. Da haben wir unwahrscheinlich viel gelernt, auch bei Turnieren in Finnland, Schweden und der Schweiz, an denen wir teilnehmen konnten“. 

Wie wurdet Ihr in der tschechischen Liga aufgenommen? „Wir waren normal in den Ligabetrieb integriert. Alle Teams wollten natürlich gegen Red Bull immer gewinnen, aber durch diese Herausforderung sind wir auch besser geworden und konnten insgesamt gut mithalten. Irgendwann wurde die Liga aber von 20 auf 14 Teams verkürzt und wir spielten noch ein Jahr in der zweiten tschechischen Liga.“

Weißwasser ist ein Standort mit einer langen Tradition. Gerade zu DDR-Zeiten wurde fast jeder Junge in den Schulen der Stadt einmal auf die Eignung zum Eishockey-Sport getestet. Das ist heute nicht mehr der Fall, trotzdem macht der ES Weißwasser mit seinen begrenzten Möglichkeiten, z.B. nur einer Eisfläche in der Stadt, eine sehr gute Nachwuchsarbeit. Der Traum der Verantwortlichen ist ein ähnliches Konzept wie in Salzburg. Was hältst Du davon?

„Es wäre auf jeden Fall etwas positives für die ganze Region. Dirk Rohrbach, unser Geschäftsführer, lebt ja für den Eishockeysport in der Lausitz und wird hier sicher etwas gutes anstoßen.“

Nach der Red Bull Academy folgte dann im Sommer 2023 der erste Profivertrag bei den Lausitzer Füchsen. Zunächst wurde Philip mit einer Förderlizenz an den SC Riessersee in der Oberliga Süd ausgeliehen, um dort Spielerfahrung und Eiszeit zu sammeln. In 20 Spielen gelangen ihm dabei drei Tore. Danach ging es wieder in die Lausitz: „Ich habe bei der Saisonvorbereitung in Weißwasser schon gemerkt, dass das Spiel in der DEL2 viel schneller ist, man hat kaum Zeit, groß nachzudenken, wohin man den Puck spielt. Aber mit der Zeit gewöhnt man sich daran. Als ich dann nach Garmisch ging, habe ich dort viel Eiszeit bekommen. Füchse-Trainer Petteri Väkiparta und Pat Cortina, der Trainer vom SC Riessersee, waren immer im Austausch und haben mich sehr gefördert. Ich denke, ich habe ganz gut in Garmisch gespielt und mich entwickelt.“ 

Im Dezember ging es dann zurück nach Weißwasser und Philip machte seine ersten Erfahrungen in der DEL2. Seitdem stehen 17 Spiele in der zweiten Liga auf seiner Scorecard. 

„Petteri hatte von Anfang an gesagt, dass, wenn ich mich in Garmisch gut mache, ich zurück zu den Füchsen komme und er mir eine Chance gibt. Das war auch so, beim SC Riessersee konnte ich Powerplay und Overtime mitspielen, auch in Weißwasser konnte ich einige Zeit Powerplay spielen. Das war schon eine Belohnung, obwohl ich weniger Eiszeit als in der dritten Liga hatte. Aber zehn bis zwölf Minuten in der DEL2 im ersten Profijahr sind schon recht ordentlich .“

War es gut, die ganze Zeit in Garmisch zu sein, oder hättest Du Dir häufigere Wechsel zwischen beiden Ligen gewünscht? „Das wäre schon durch die Entfernungen schwierig gewesen. Aber es war gut so, denn so konnte ich mich dort gut einleben und war fester Bestandteil der Mannschaft. Und die Jungs dort, aber auch hier in Weißwasser, haben mir sehr geholfen, mich in die Teams zu integrieren.“

Wie sind die Unterschiede zwischen beiden Ligen? „Schon die dritte Liga war um einiges schneller, als das was ich vorher gewohnt war. Die Ligen werden immer besser, aber das Tempo in der DEL2 ist noch etwas schneller und auch physischer. Man hat ein oder zwei Sekunden  weniger Zeit als in der Oberliga. Aber man passt sich da an und es macht Spaß. In den letzten Spielen mit den Füchsen habe ich mir schon mehr mit der Scheibe zugetraut.“

Leider kam dann eine Verletzung, so dass Philip nun erst einmal pausieren muss. „Das war schade, aber ich hoffe, dass ich vielleicht in den Playoffs wieder fit bin und das eine oder andere Spiel mitmachen kann. Im Moment halte ich mich fit. Die Trainer kümmern sich um mich und haben mir Trainingspläne gegeben. Sie wollen auch, dass ich beim Team dabei bin. Das finde ich gut.“

Bei den Heimspielen der Füchse ist er natürlich dabei, auch bei Hockey Outdoor Triple in Klingenthal oder beim Auswärtsspiel in Crimmitschau war er mit der Mannschaft unterwegs. 

Das alles sind gute Voraussetzungen für die neue Saison. Derzeit laufen die Gespräche und es ist nicht unwahrscheinlich, dass das junge Talent auch in der nächsten Spielzeit für die Lausitzer Füchse auflaufen wird. 

Hinweis: wer sich für die Geschichte von Joachim Ziesche und die des DDR Eishockeys interessiert, dem sei folgendes Buch empfohlen: „Zwischen Hoffen und Bangen - Eine (ost) deutsche Eishockeylegende blickt zurück“ von Joachim Ziesche, erschienen bei Druck und Mehr Greschow.


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