Der ETC Crimmitschau schlingert sportlich und finanziell

Eispiraten erleiden zwei NiederlagenEispiraten erleiden zwei Niederlagen
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Der ETC Crimmitschau geht stürmischen Zeiten entgegen. Das Eishockey-Flagschiff im Westsachsenland droht zu kentern. Die Rettungsanker sind geworfen: Der ETC-Vorstand hat die Hälfte der Spielergehälter eingefroren, ETC-Fangruppen wollen mit Aktionen das Sahnparkstadion mit mehr Zuschauern füllen und Ex-Bundesaußenminister Genscher will Sponsorentüren öffnen helfen. Der Zuschauerkrösus der 2. Bundesliga geht zur Zeit nicht nur sportlich sondern auch wirtschaftlich auf dem Zahnfleisch. "Wie kommt das?" fragt das gesamte Umfeld des Eispiratenclubs und so mancher geneigte Beobachter. Für das sportliche Versagen seiner Truppe hat ETC-Trainer Paul Sommer, seit knapp zwei Monaten im Amt, jetzt die Ursachen entdeckt und schnell die vermeindlich Schuldigen ausgemacht. In einem Intervieuw auf der ETC-Fan-Homepage macht er daraus keinen Hehl. Seinen Vorgänger, den langjährigen ETC-Ex-Erfolgscoach (u.a. Aufstieg mit dem ETC in die 2.BL) Horymir Sekera, sieht er unterschwellig für den konditionellen Zustand des Teams bei seinem Amtsantritt verantwortlich: "Anfangs war die Mannschaft konditionell nicht auf dem gewünschten Stand". Dem DEL-Club Eisbären Berlin wirft Sommer vor, dass ihm die Hauptstädter ständig seine beiden Förderlizenzspieler (Heine und Röthke) abziehen, "was den Trainings- und Spielbetrieb bei uns erheblich belastet." Kaum zu glauben, dass diese beiden Spieler, die hüben wie drüben kaum Eiszeiten erhalten, der Mannschaft entscheidend hätten helfen können. Als "Hauptproblem" aber hat der Sommer Paul die Psyche der Spieler erkannt und jetzt (erst?), nach nur 3 Siegen und 14 Niederlagen unter seiner Verantwortung, entsprechende Maßnahmen ergriffen:" Wir haben jetzt verstärkt Einzelgespräche mit der Mannschaft geführt...". Auch seine Vorgesetzten nimmt er nicht von Kritik aus: " Vielleicht ist man nach der letzten Saison zu leichtfertig in die neue Spielzeit gegangen. Andere Vereine haben sich mit DEL-Spielern verstärkt...". Mit diesen gewagten Aussagen, zu seiner "Ursachenforschung" dürfte sich Sommer keine Freunde gemacht haben, die in Crimmitschau ohnehin rar sind. Vielleicht kam es dem Oberbayer da gelegen, als sich Stürmer Andreas Henkel in aller Öffentlichkeit "für die desolate Leistung" der Mannschaft entschuldigt und reumütig "Besserung" verspricht. Den Ablaus seiner Kollegen dürfte er dafür sicher nicht geerntet haben, denn damit gab er dem Vorstand indirekt eine Begründung für das Einfrieren der Spielergehälter auf 50% ihrer monatlichen Bezüge mit an die Hand. Für die meisten Spieler, die von den ETC-Machern bereits bei den Vertragsverhandlungen vor der Saison oder auch danach bis zum Äußersten beim Gehalt gedrückt wurden, werden sich rechtlich zu wehren wissen, oder besser: wehren müssen, denn immerhin dürfte diese drastische, wenn auch bislang nur vorläufige Kürzung für sie, vor allem bei den Familienvätern, zu nicht unerheblichen wirtschaftlichen Problemen führen. Im Gegensatz zu jedem vollbeschäftigten Arbeitnehmer erhalten Eishockeyprofis in der Regel nur für maximal 8 Monate ihr Gehalt.

Bereits bei den Saisonplanungen im letzten Frühjahr war der ETC Crimmitschau wirtschaftlich gezwungen, den Etat für die Saison 2002/2003 um 1,5 Millionen EURO zu senken. Die Spielergehälter wurden um 150.000 EURO heruntergefahren. Weitere Sparmaßnahmen waren nötig, um überhaupt über die Runden zu kommen und die Lizenz zu erhalten. Trotzdem, so muß man jetzt konstatieren, war man sich bei den ETC-Verantwortlichen des drohenden wirtschaftlichen Risikos während der Saison wohl nicht bewußt oder hat es einfach verdrängt.

Dennoch stehen einige Vereine der 2. Eishockey-Bundesliga mit vergleichbar schmalem finanziellen Rahmen und auch ohne DEL-Spieler sportlich erheblich besser da als die Eispiraten. Den Schwarzen Peter im Wesentlichen auf die Mannschaft abzuwälzen, ist unfair und kann nicht die allein heilende Maßnahme sein. Dies wäre zu einfach und dies kann nicht zu befriedigenden Lösungen führen. Erforderlich ist, dass ausnahmslos alle Bereiche des Clubs mit einer sorgfältigen Ursachenanalyse zur raschen Ursachenbeseitung durchforstet werden, die unter anderem auch bei Verantwortlichen von ETC nicht haltmachen darf.

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