Der erste Heimsieg in der Zwischenrunde ist eingefahrenHeilbronner Falken

Lesedauer: ca. 4 Minuten

Adriano Carciola war der gefeierte Falkenspieler an diesem Abend. Durch eine schöne Einzelleistung erzielte er den 4:3 Siegtreffer in der zweiten Minute der Overtime. Obwohl nur wenige Zuschauer in der Halle waren, wurde der Siegtreffer lautstark gefeiert. „Einen besonderen Dank an die Fans“, so Falkentrainer Igor Pavlov in der Pressekonferenz nach dem Spiel. „Es waren sicherlich nicht viele, aber die echten!“

Beide Trainer waren sich einig, die ersten Minuten gingen klar an die heimischen Falken. Wie verändert spielten sie auf. Schöne Kombinationen, überlegte Angriffe, gut heraus gespielte Torchancen und ein guter körperlicher Einsatz waren die Merkmale des Spiels der Unterländer. Attribute, die man lange nicht mehr in dieser Kombination sehen konnte. Es scheint, als haben die Mannen rund um Kapitän Robert Hock die Zeichen der Zeit erkannt und stemmen sich nun gegen den drohenden Abstieg in die Oberliga. Durch Tore von Steven Bär und Robert Hock führten die Falken nach den ersten 20 Minuten verdient mit 2:0.

Das zweite Drittel verlief komplett gegenläufig. Zwar kämpften die Falken weiterhin und versuchten ihrerseits die Führung auszubauen, doch die Landshuter kamen immer besser ins Spiel. Allerdings brauchte es ein Missgeschick von Torsten Fendt, bevor die Landshuter erstmals jubeln konnten. Im Powerplay verlor Fendt das Gleichgewicht, setzte sich auf den Allerwertesten und verlor so die Scheibe an Peter Abstreiter. Gemeinsam mit Bill Trew machte dieser sich auf den Weg zum Anschlusstreffer. Nur sechs Minuten später war es wieder Peter Abstreiter der auf Bill Trew passte, welcher per unhaltbarer Direktabnahme den Ausgleich zum 2:2 markierte. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich beidseitig nur vier Feldspieler auf dem Eis und so konnten die Landshuter ihr Kombinationsspiel ausspielen. Doch in diesem zweiten Drittel sollte das Spiel – zumindest für den Moment- komplett gedreht werden. Quasi mit der Pausensirene markierte Maximilian Brandl das 3:2 für die bayerischen Gäste in dem er eine harte Hereingabe von Lukas Vantuch im Slot abfälschte und im Netz versenkte.

Die Stimmung unter den Falkenfans war getrübt. Die Prognosen, ob Sieg oder Niederlage, waren ausgeglichen. Die Optimisten sollten Recht behalten. Zwar dauerte bis zur 55. Spielminute, ehe PJ Fenton ausgleichen konnte, doch dieses Tor zeigte deutlich den Willen, mit dem die Unterländer nach der zweiten Pause aus der Kabine kamen. Mit letztem Einsatz drückte PJ Fenton die Scheibe über die Linie. Wo genau sich der Puck im Gewusel befand, war scheinbar nur Fenton selbst bewusst. Aber dies reichte oder war sogar ausschlaggebend, um den viel umjubelten Ausgleich zu markieren. Einige Male mussten die Falken noch zittern, aber Branislav Konrad bot bis zum Ende des Spiels eine sehr gute Leistung und hielt seine Mannschaft im Spiel.

Da bis zum Ende der regulären Spielzeit keine weiteren Treffer fielen, ging das Spiel wie eingangs beschrieben in die Verlängerung und endete mit dem Siegtreffer durch Adriano Carciola.

„Kämpfen bis zum Ende!“ hallte es immer wieder durch die Kolbenschmidt Arena. Die Spieler nahmen diese Aufforderung wörtlich und kämpfen bis zum Sieg. Mit der gestrigen Leistung wird sich der weitere Wunsch der Käthchenstädter sicherlich auch erfüllen, hallte es doch weiter „Nie mehr Oberliga, HEC!“

Besonderes Lob erhielt Marco Habermann durch seinen Trainer Igor Pavlov. Nach seiner langen Verletzungspause lief Habermann heute erstmals wieder für die Falken auf. Aufgrund einer dezimierten Abwehr agierte er als Verteidiger, zeigte eine sehr gute Leistung und war besonders körperlich immer präsent. Nicht selbstverständlich nach einer wochenlangen Ausfallzeit. Interpretiert man die Worte Pavlovs richtig, wird Marco Habermann auch nach der Rückkehr von Mike Card als Verteidiger eingesetzt werden. Card hätte nach seiner Gehirnerschütterung gestern wieder spielen können, doch nach Rücksprache mit den behandelten Ärzten verordnete Igor Pavlov ihm eine Pause und setze ihn gestern nicht ein.

Besonders zufrieden schien Steven Bär nach dem Spiel. Der Pechvogel der laufenden Saison erzielte am gestrigen Abend seinen ersten Treffer in der DEL 2 und fasste das Spiel kurz und treffend zusammen: „Wir haben ein gutes erstes Drittel gespielt und verdient mit 2:0 geführt. Das zweite Drittel war für uns eher unglücklich, besonders der Führungstreffer der Landshuter ein oder zwei Sekunden vor dem Ende des Drittels. In der Kabine haben wir aber gesagt, dass wir uns das Spiel holen werden und das haben wir dann auch in der Overtime geschafft!“

Unzufrieden wirkte hingegen Andreas Brockmann, Trainer des EV Landshut: „Wir finden keinen Weg Spiele zu gewinnen, aber ganz viele, um Spiele zu verlieren.“

Statistik:

1:0       15.       Steven Bär (Patrick Eisele, Fabian Krull)

2:0       17.       Robert Hock (Frantisek Mrazek, Adriano Carciola) -PP-

2:1       23.       Bill Trew (Peter Abstreiter) -UZ-

2:2       29.       Bill Trew (Peter Abstreiter,  Josh Godfrey)

2:3       40.       Maximilian Brandl (Lukas Vantuch, Bill Trew) -PP-

3:3       55.       P.J. Fenton (Sachar Blank, Brady Leisenring)

4:3       62.       Adriano Carciola (Torsten Fendt, Robert Hock)

 

Strafen:            Heilbronner Falken und EV Landshut jeweils 10 Minuten

Zuschauer:        916

Schiedsrichter:    Stefan Vogl


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