Der Countdown läuftDEL2: Play-Off-Halbfinale/Play-Downs Runde 2

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Bietigheim Steelers - EVL Landshut Eishockey

Keine 24 Stunden sind es mehr, ehe in der Bietigheimer EgeTrans Arena der Startschuss in das Halbfinale der DEL2 Playoffs 2014/2015 fällt. Gegner des souveränen Hauptrundenmeisters ist der EVL Landshut Eishockey, der sich als Tabellensechster für die Playoffs qualifizieren konnte und sich im Viertelfinale gegen den Aufsteiger aus Kassel durchsetzen konnte.

Mit acht Siegen aus den letzten elf Partien der regulären Saison reichte es gerade noch so für die Playoff-Qualifikation der Dreihelmstädter. Großes Verletzungspech, das Krankheitsbedingte Ausscheiden des eigentlichen Cheftrainers Andreas Brockmann, sowie die langwierige Wechselposse um den aktuellen Trainer Toni Krinner haben mit Sicherheit dazu beigetragen dass es am Gutenbergweg letztlich so eng wurde mit den Playoffs. Denn eigentlich steckt im Kader der Bayern ganz viel Potenzial, welcher nicht umsonst zu den Mitfavoriten auf die Meisterschaft gehört. Auch wenn die Steelers alle vier Spiele in der abgelaufenen Hauptrunde teils deutlich für sich entscheiden konnten, unterschätzen sollte man die überaus erfahrene Landshuter Mannschaft nicht. Die Erfahrung von beinahe 2.100 DEL Partien und etwas über 200 NHL Spiele stecken im Team von Toni Krinner und sprechen damit eine deutliche Sprache.

Doch nicht nur deswegen dürfte diese Serie die wohl bisher interessanteste Begegnung der Play-    Offs werden. Auch nicht, weil der Meister von 2012 auf den Champion von 2013 trifft. Vielmehr treffen hier zwei völlig verschiedene Eishockey-Philosophien aufeinander. Während Bietigheims Trainer Kevin Gaudet ein offensivstarkes Powerhockey mit drei torgefährlichen Reihen zelebrieren lässt, hat Toni Krinner seine Mannschaft auf eine disziplinierte und sichere Defensivarbeit getrimmt, welche gegen die Huskies schlussendlich den Unterschied machte. Dazu kommt noch, dass sich der ehemalige Nürnberger DEL-Keeper Tyler Weiman nach überstandener Verletzungspause gerade in absoluter Topform präsentiert.

Ein Lichtblick für die Ellentaler findet sich vor allem in den Special-Teams. Während die Steelers mit einer Powerplayquote von aktuell 18,75% weiterhin auf ihr gutes Überzahlspiel bauen können, muss der EVL den Gang zur Strafbank tunlichst vermeiden. Zu viele unnötige Strafzeiten zog man zuletzt und die Unterzahlformationen der Bayern standen auch schon während der Saison nicht immer so sicher, wie sich die Landshuter Fans das gewünscht hätten. Gegen einen spielerisch starken Gegner wie Bietigheim könnte dies ein entscheidender Nachteil sein.  

Während der EVL personell aus dem Vollen schöpfen kann, plagen den Vizemeister gleich mehrere Probleme. Nach dem Saisonaus von Bastian Steingroß verfügen die Steelers nur noch über fünf nominelle Verteidiger. Noch dazu ist in der Offensive die Saison für Matt McKnight nach einer Schulterverletzung mit folgender Operation beendet und auch Chris St.Jacques ist nach seiner Sperre in der Viertelfinalserie zum Zuschauen verdammt. Ein dickes Fragezeichen steht auch hinter dem Einsatz von Justin Kelly und Frederic Cabana, die nach teils überharten Fouls im Viertelfinale verletzungsbedingt pausieren mussten. Wenig verwunderlich also, dass der Bietigheimer Coach dem Konkurrenten aus Landshut die Favoritenrolle zuschiebt: „Landshut hat mit der Leistung in den letzten Wochen bewiesen, warum sie vor der Saison einer der großen Meisterschaftskandidaten waren.“  Sein Gegenüber Toni Krinner hingegen hebt vor allem das offensive Potenzial und das beinahe übermächtige Überzahlspiel der Steelers hervor.

Unser Tipp: Landshut hält mit vier Reihen zwar lange Zeit dagegen, doch schlussendlich setzt sich die technisch brillante und abgezockte Truppe aus Bietigheim in einer engen Serie über sieben Spiele gegen den bayerischen Kontrahenten durch und zieht ins Finale ein. 

Fischtown Pinguins Bremerhaven - Löwen Frankfurt

Meister Fischtown Pinguins Bremerhaven gegen Aufsteiger Löwen Frankfurt heißt das zweite Duell des Halbfinales der Play-Offs. Oder anders ausgedrückt, der Tabellenzweite der Hauptrunde trifft auf den Vierten. Hier begegnen sich zwei Mannschaften, die fast als Inbegriff für hartes und sehr körperbetontes, aber auch sehr laufintensives Eishockey gelten können.

Die Bilanz beider Mannschaften in der Hauptrunde gegeneinander ist ausgeglichen: in den ersten beiden Begegnungen konnte sich jeweils die Heimmannschaft durchsetzen, Duell drei du vier ging jeweils an das Auswärtsteam. Auch im Play-Off-Viertelfinale gab es auf den ersten Blick keinen Unterschied: beide „sweepten“ sich eine Runde weiter. Während jedoch die Hessen ihre Spiele zum Teil deutlich für sich entscheiden konnten, mussten die Bremerhavener dreimal in die Verlängerung und gewannen nur die letzte Partie ebenso knapp aber in der regulären Spielzeit. „Rosenheim war ein sehr starker Gegner, dem unser ganzer Respekt gebührt“, blickt Pinguins-Trainer Mike Stewart auf eine intensive Zeit zurück und analysiert: „Ausschlaggebend für unseren Erfolg über die Starbulls war aus meiner Sicht die Tatsache, dass wir wieder Pinguins-Hockey gespielt haben. Eishockey mit sehr viel Engagement, dem individuellen Können meiner Mannschaft und den unglaublichen Comeback-Qualitäten: Eishockey, dass mich stolz macht.“ In der Hauptrunde waren die Frankfurter offensiv deutlich effektiver, allerdings konnten die Pinguins auf die Treffsicherheit von deutlich mehr Spielern vertrauen. In den Play-Offs sind es derzeit drei Akteure, die sich etwas hervorheben: Clarke Breitkreuz (8 Punkte), David Elsner (7) und Nick Mazzolini (7) auf Seiten der Hessen und Brendan Cook (7), Pawel Dronia (7) und Brock Hooton (6) auf Seiten der Fischtowns. Defensiv stehen beide Mannschaften sehr kompakt, kassierten während der Hauptrunde wenig Gegentore und haben dazu starke Torhüter als Rückhalt. Antti Ore (Frankfurt) und Benjamin Meisner (Bremerhaven)  haben in den letzten vier Spielen bei einem Gegentordurchschnitt von 1,75% und 1,99% ihre hervorragende Form unter Beweis gestellt. Noch etwas eint beide Teams: mit 968 (Pinguins) und 939 (Löwen) Strafminuten haben sie eine Menge Zeit in der Kühlbox verbracht und gehörten damit zu den undiszipliniertesten Mannschaften der Hauptrunde. In den Special Teams gibt es jedoch beträchtliche Unterschiede. Gehörte das Überzahlspiel der Hessen bereits in der Hauptrunde mit glatten 25,00% zu den besten der Liga, ist es in den Play-Offs mit 27,78% noch einen Zacken effektiver und gefährlicher geworden. Mit 17,14% erscheint das Powerplay der Seestädter dagegen vergleichsweise harmlos, zudem hatten sie bereits doppelt so oft Gelegenheit, mit einem Mann mehr erfolgreich zu sein. Und noch eine große Stärke haben die Frankfurter: In eigener Unterzahl sind sie durch Konter brandgefährlich, 14 „Shorthander“ während der Hauptrunde sind absoluter Spitzenwert. Auch während der Play-Offs konnten sie mit einem Mann weniger schon zweimal zuschlagen.

„Wir haben die relativ lange Pause genutzt, um uns intensiv vorzubereiten“, ist Löwen-Coach Tim Kehler gut gerüstet. „So haben wir es schon gegen Ravensburg gemacht, auch da war die Pause recht lang. Wir sind bereit für die Herausforderung gegen den aktuellen Meister.“ Aber auch Mike Stewart ist für ein heißes Duell gewappnet: „Wir dürfen uns nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen, sondern müssen den Fokus gebündelt auf das Halbfinale legen. Das wird sehr schwer, denn Frankfurt ist eine Mannschaft, die uns alles abverlangen wird. Wir alle freuen uns auf diesen Vergleich mit den Männern aus ‚Mainhattan‘.“ Beide Teams brennen sowieso auf den Start einer intensiven Serie. „Die Pinguine sind ähnlich wie wir aufgestellt“, sagt Löwen-Kaptän Patrick Vogl. „Sie arbeiten hart, spielen sehr kompakt und verfügen über einige gute Schlüsselspieler. Wir erwarten eine enge, spannende Serie. Wir freuen uns, dass es endlich losgeht.“ Das sieht sein Gegenüber Marian Dejdar genauso, für ihn hat die Serie jedoch noch einen besonderen Reiz: „Das Halbfinale gegen Frankfurt ist für mich etwas ganz Besonderes. Immerhin spiele ich in meiner Heimatstadt gegen ein Team, bei dem ich meine ersten Schritte auf dem glatten Geläuf machen durfte. Nach elf Jahren Bremerhaven bleibt aber kein Platz für Sentimentalitäten: Wir wollen gewinnen und werden alles geben, um dies in die Tat umzusetzen."

Unser Tipp: Die Serie geht über sieben Spiele, letztlich setzen sich die Fischtown Pinguins im entscheidenden Spiel in der Verlängerung durch.

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DEL2 Hauptrunde

Sonntag 08.12.2019
ESV Kaufbeuren Kaufbeuren
5 : 1
SC Bietigheim Steelers Bietigheim
Heilbronner Falken Heilbronn
7 : 1
Lausitzer Füchse Weißwasser
EHC Freiburg Freiburg
1 : 0
EC Bad Nauheim Bad Nauheim
Kassel Huskies Kassel
6 : 3
Tölzer Löwen Bad Tölz
Löwen Frankfurt Frankfurt
1 : 4
Eispiraten Crimmitschau Crimmitschau
Ravensburg Towerstars Ravensburg
4 : 3
Dresdner Eislöwen Dresden
EV Landshut Landshut
4 : 3
EHC Bayreuth Bayreuth
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