DEL2 – Lasst die Spiele beginnen!Saisonstart in der DEL2

DEL2-PK zum Saisonstart - Foto: Hockeyweb/de AngelisDEL2-PK zum Saisonstart - Foto: Hockeyweb/de Angelis
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Einen Tag vor dem Start in die neue Saison gaben der Geschäftsführer der DEL2 Rene Rudorisch, Volker Schoch (Geschäftsführer Steelers Bietigheim) und Hauke Hasselbring (Geschäftsführer REV Bremerhaven) der Presse die Chance, ihre Fragen zu stellen.

-Thema Nummer 1 war natürlich der Vertrag, der den Auf- und Abstieg ab der Saison 2017/2018 regelt. Das hier noch einiges zu erledigt gibt, gaben Hauke Hasselbring und Volker Schoch sowie Rene Rudorisch sofort zu Protokoll. Noch hat kein Klub die 800.000 Euro zusammen, die die Lizenz kosten würde. Allerdings müssen sich bis zum 30.März2016 sechs Clubs gefunden haben, die diese nachweisen können. Diese sechs Mannschaften wären im Falle einer Meisterschaft in der Saison 2017/2018 zum Aufstieg berechtigt. Sollte es eine Mannschaft sein, die nicht in diesem Pool ist, gibt es natürlich einen Stichtag, bis zu welchem die Summe gesichert sein muss. Sollte es keine Mannschaft schaffen, die Summe zu stemmen, wäre der sportliche Absteiger der DEL auch in der nächsten Saison für die höchste Liga spielberechtigt.


-Aktuell hat noch kein DEL2 Ligist die Hürde 800.000 geschafft. Knackpunkt sei noch die Sicherheit für die Lizenzsumme. Zusätzlich . Es muss ein 9000 Punkte Ziel für die DEL erfüllt werden, wobei dem Aufsteiger im ersten Jahr eine 6000 Punkte Regel auferlegt wird. Jeder Sitz und VIP Platz bringt 2 Punkte, ein Stehplatz bringt einen Punkt. Dazu kommen extra Punkte für Videoleinwand und Videowürfel sowie noch andere Faktoren. Rene Rudorisch erklärte, dass die Kapazität der Eishalle mindestens 4000 Zuschauer fassen sollte, um in den Kreis der DEL fähigen Stadien zu kommen.

-Der Vertrag zwischen der DEL und DEL2 ist zunächst auf fünf Jahre festgeschrieben. Allerdings gehen beide Ligen davon aus, dass der Vertrag danach weiter geführt werden, allein um das Interesse und auch die Qualität zu steigern.

-Bezüglich des weiteren Lizensierungsverfahren äußerte sich Rene Rudorisch: “Alle Clubs machen ihre Hausaufgaben und haben nun gemerkt wie sich das Verfahren geändert hat. Sie können sich nun besser drauf einstellen. Auch Freiburg als Aufsteiger und Heilbronn als Rückkehrer haben in kurzer Zeit das Verfahren hinbekommen.“
Dennoch bedauerte er, dass mit Landshut eine umsatzstarke Traditionsmannschaft wegfällt.

-Die DEL2 Geschäftsführung freut sich über einen Zuschauerrekord mit über 1,1 Millionen Zuschauern und hält es für möglich, dass dieser in der kommenden Spielzeit bereits übertroffen werden kann. Allein schon das Winter Derby Dresden wird für großen Zuspruch sorgen.

-Die Zusammenarbeit mit Servus TV bleibt bestehen, ebenso mit SpradeTV. Sollte alles klappen werden, diese Saison zehn Mannschaften im Pool von SpradeTV vertreten sein. Die Befürchtungen, dass dadurch weniger Zuschauer in die Stadien kommen, konnten die anwesenden Geschäftsführer verneinen

-Positiv vermerkt der Geschäftsführer der DEL2 das der Umsatz aller Clubs letzte Saison bei über 30 Millionen Euro lag und diese Saison die Personalkosten bei 16,5 Millionen liegen, das zeigt wie gesund die Liga wirtschaftlich arbeitet.

-Neu in dieser Saison ist eine DEL2-Vermarktung gemeinsam mit dem Partner von Bad One. Diese übernehmen nun das Design und die Vermarktung von Merchandising Artikel der DEL2. Auch hier will man das Bild der Öffentlichkeit auf die DEL2 bringen, um weiter präsent zu werden und zu bleiben.

-Neu in dieser Saison ist, dass es an jedem Spieltag ein Vier-Mann-Schiedsrichtersystem gibt. Das war bisher nur an den letzten beiden Spieltagen, sowie in der Endrunde der Fall. Tino Boos ist der neue Vorsitzende des Disziplinarausschusses. Er soll dafür sorgen, dass es weniger schwere Verletzungen gibt. Weiterhin wird nach jedem Check gegen den Kopf und Nackenbereich automatisch ein Verfahren eingeleitet. Die Clubs haben es ab dieser Saison allerdings schwerer, nachträglich ein Verfahren zu starten. Ausnahme ist hier, wenn eine Aktion im Rücken des Schiedsrichters passierte.

-Größter Reizpunkt wird das Anspiel sein, denn bereits in der Vorbereitung gab es hier mehrmals Diskussionen. Es soll wieder mehr saubere Anspiele geben, die Spieler und Schiedsrichter sind angewiesen, sich daran zu halten.

-Ganz neu ist der Statistikbereich, den die DEL2 ab dieser Saison einführt. Bereits ab dem ersten Spieltag können Fans den neuen Liveticker auf DEL-2.org nutzen, dieser ersetzt dann Poinstreak. Es wird ab dieser Saison eine Torschussstatistik geführt, ebenso eine Face-off, eine Plus/Minus-Statistik und eine Schuss-Pro-Spieler-Statistik. Das hilft den Verantwortlichen beim Auswerten der eigenen Mannschaft und ist in anderen Ligen ab der Jugend bereits Standard. Auch hier möchte die DEL2 nun nachlegen.

-Die Geschäftsführer der Finalisten der letztjährigen Play-Offs  äußerten sich natürlich auch zur sportlichen Situation:

In Bremerhaven bekommt Benoit Doucet die Chance sich als Coach zu beweisen. Mit Trainerneulingen sind die Hafenstädter eigentlich immer ganz gut gefahren. Hauke Hasselbring ist auch davon überzeugt das man mit den sieben Neuzugängen sehr gut fahren wird und möchte am Ende der Hauptrunde auf einem Platz unter den ersten sechs stehen.

In Bietigheim wurde der Kader zwar nur punktuell verstärkt, dennoch traut Volker Schoch seinem Team den vierten Finaleinzug in Folge zu. Ein Novum wäre es, den Titel zu verteidigen. Das primäre Ziel ist jedoch Platz 1-4 in der Hauptrunde, um mit dem Heimrecht in die Playoffs zu starten.

Die heutigen Ansetzungen:

versprechen schon einiges…So kommt es zwischen den Bietigheim Steelers und den Fischtown Pinguins Bremerhaven zu einer Neuauflage des letztjährigen Finales. Zwischen Frankfurt und Kassel kommt es bereits zum ersten Hessenderby und in Freiburg kämpfen der Aufsteiger und der sportliche Absteiger um die ersten Punkte. Alle Spiele im Überblick:

Bietigheim Steelers – Fischtown PInguins Bremerhaven

EHC Freiburg – Heilbronner Falken

Kassel Huskies – Löwen Frankfurt

ESV Kaufbeuren – Dresdner Eislöwen

Starbulls Rosenheim – Ravensburg Towerstars

Eispiraten Crimmitschau – EC Bad Nauheim

Noch ein paar Fakten zum Saisonstart:

Durch den Ausschluss des EVL stellt der Freistaat Bayern nicht mehr die meisten DEL2-Teams. Spitzenreiter in dieser Kategorie ist nun Baden-Württemberg. Mit den Teams aus Ravensburg, Bietigheim, Heilbronn und Freiburg sind hier insgesamt vier Mannschaften beheimatet. Der Südwesten zeigte sich besonders in der abgelaufenen Spielzeit erfolgreich. Neben dem DEL2-Pokal für die Bietigheim Steelers wanderten auch die Pokale für die deutsche Meisterschaft (Adler Mannheim) und die Oberligameisterschaft (Wölfe Freiburg) nach Baden-Württemberg. Der Slogan „Wir können alles – außer hochdeutsch“ scheint nun auch im Eishockey Anwendung zu finden. Gespannt sein darf man schon jetzt auf die Finalpaarung im nächsten Frühling. Wird mindestens ein neues Team in die Endspielserie einziehen können? Bis jetzt dürfen nur die Fischtown Pinguins und die Bietigheim Steelers „DEL2-Finalist“ auf ihren Briefkopf drucken. Hoch im Norden wird man auf die Debütsaison des neuen Cheftrainers Benoit Doucet gespannt sein. Der Ex-Profi ersetzt den nach Augsburg (DEL) gewechselten Mike Stewart. Neue Bandenchefs stehen auch in Heilbronn und Kaufbeuren vor Ihrer Premierensaison in der DEL2.  Leos Sulak ist zwar nicht neu im Breisgau, jedoch steht er mit dem Aufsteiger vor seiner ersten Saison in der zweiten Liga. Sportlicher Erfolg dürfte für Doucet am wahrscheinlichsten sein. Mannix Wolf,  Mike Muller und Leos Sulak haben gewiss den Klassenerhalt zur Aufgabe. Die namhaftesten Neuzugänge auf dem Eis haben die Eispiraten Crimmitschau in ihren Reihen. Nach drei Jahren und 109 DEL-Spielen wechselt Matthew Foy aus Berlin nach Westsachsen. Kurz vor dem Saisonstart gelang den Sachsen mit der Verpflichtung von John Tripp ein weiterer Transferhammer. Gespannt sein darf man auch, wie sich die Zusammenführung der Topscorer-Duos Reed/Cambell und Rodman/Rodmann auf die Torschussausbeute der Dresdner Eislöwen auswirkt. Auch die Löwen Frankfurt haben sich namhaft verstärkt. Kris Sparre (Düsseldorf) und Brett Breitkreuz (Augsburg) wechselten zu den Löwen und somit aus der DEL ins Unterhaus, wurden aber beide durch eine Verletzung zurückgeworfen.

Prognosen:

fallen schwer und diese sind unsere subjektive Einschätzung. Dennoch wollen wir die Liga in drei Kategorien teilen, wohl wissend, dass es noch jedes Jahr Überraschungen gab:

Titelkampf:

Bietigheim Steelers, Fischtown Pinguins, Dresdner Eislöwen, Löwen Frankfurt

Play-Off-Kampf:

Starbulls Rosenheim, Ravensburg Towerstars, Kassel Huskies, , Eispiraten Crimmitschau, Rote Teufel Bad Nauheim, SC Riessersee

Abstiegskampf:
Wölfe Freiburg, Heilbronner Falken, ESV Kaufbeuren, Lausitzer Füchse

Vieles deutet auf eine spannende Saison hin, die Punktabstände werden schrumpfen. Der Tabellenletzte wird am Ende der Hauptrunde deutlich mehr als 30 Punkte und gleichzeitig mehr als neun Siege auf dem Konto haben. Der Kampf um die Play-Offs, die Pre-Play-Offs und den Klassenerhalt wird von Beginn an spannend sein. Der Traum Play-Offs wird dem Albtraum Play-Downs weichen müssen und für schlaflose Nächte sorgen. Und sei es auch nur für wenige Nächte.

Allen Lesern von Hockeyweb wünschen wir einen tollen Saisonstart und viele spannende und faire Spiele. Wie schon in den letzten Spielzeiten sind für Sie und für Euch hautnah dabei. Auf und neben dem Eis, in der Eishalle und davor.

Wir freuen uns auf die Saison mit Euch!

Eure DEL2-Redakteure

Dirk Hausmann, Alessandro de Angelis, Michael Gawenda , Kathrin Wolf

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