DEL2-Führung dankt Landshut - Ravensburg tritt nachReaktionen auf Heimrecht-Verzicht des EVL

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Der DEL2 und ihrer Führung müssen Riesen-Steine der Erleichterung von ihren Herzen gefallen sein, als der EVL Landshut am späten Nachmittag freiwillig auf sein  vermeintliches Heimspielrecht im anstehenden Playoff-Viertelfinale gegen die Ravensburg Towerstars verzichtete (siehe Bericht "Landshut akzeptiert aktuelle Tabelle"). Noch am frühen Nachmittag suchte man in der Zentrale nach einem Ausweg aus der vertrackten Situation und kündigte eine solche Entscheidung erst für den morgigen Tag an. Hätte es dann einen Protest eines der Teams gegeben, dann müsste man weitersehen", hielt sich DEL-Kommunikationsdirektor Matthias Schumann auf Nachfrage bedeckt. Fest steht: ein solcher Streit hätte den gesamten Playoff-Ablauf der Liga ins Wanken gebracht.

Hintergrund sind die im vergangenen September vom (damals noch kommissarischen) Geschäftsführer Detlef Kornett unterzeichneten und im Dezember von allen Gesellschaftern einstimmig beschlossenen Durchführungsbestimmungen. Diese sehen für die Qualifikation zu den Play-offs die Platzierungen der Clubs nach der Zwischenrunde, für die Entscheidung über das Heimrecht (an ungeraden Spieltagen) aber die Platzierungen nach der zuvor beendeten Hauptrunde vor. Darauf berief sich der EVL, der nach der Hauptrunde vor Ravensburg noch Platz vier belegte (siehe Bericht EVL-Geschäftsführer Donbeck: „Das ist ein Skandal!“). Schließlich sind die Bestimmungen selbst nach einem entsprechenden Hinweis von Landshuter Seite vor Beginn der Zwischenrunde von der DEL2-Führung nicht mit möglichem Umlaufbeschluss geändert worden.

In einer Stellungnahme dankte Kornett nun dem Landshuter Club für seine „Entscheidung im Sinn des Sportes und aller anderen DEL2-Clubs“. Gleichzeitig wies er jedoch jede Mitschuld oder Verantwortung für die Situation weit von sich: „Ursächlich (...) waren die im vergangenen Herbst ohne Mitwirkung der aktuellen Ligenleitung und Geschäftsführung abgefassten Durchführungsbestimmungen, deren Wortlaut widersprüchliche Verweise enthält“, heißt es in der DEL2-Erklärung – ein überaus dreister Versuch, die eigene Urheberschaft des Geschäftsführers zu bestreiten und stattdessen die Schuld für den Fehler diffus auf andere zu lenken.

Dieser Fehler in den Durchführungsbestimmungen „ist ärgerlich und von uns nicht immer gut dargestellt worden, aber mit Hilfe von Landshut zu einem guten Ende gekommen“, äußert Kornett zumindest Verständnis für die Haltung der Niederbayern, die ein Desaster der ersten DEL2-Saison verhinderte. Immerhin soll „für die neue Saison (...) eine grundlegende Überarbeitung der Rechtsgrundlagen der DEL2 in Angriff genommen“ werden, verheißt die Erklärung Besserung.

Die Ravensburg Towerstars haben den Landshuter Verzicht auf das Heimrecht "natürlich positiv aufgenommen", heißt es in einer am Abend von ihnen verbreiteten Pressemitteilung. Sie stellten aber gleichzeitig klar, dass sie "zu keiner Zeitpunkt Zweifel daran hatten, dass das Play-Off-Viertelfinale (...) wie geplant mit einem Heimspiel für Ravensburg beginnt."

Vielmehr herrsche bei den Towerstars "Unverständnis darüber, dass es drei Tage vor den Play-Offs überhaupt zu solchen Diskussionen kam", will Geschäftsführer Rainer Schan die Schuld an den Irritationen eindeutig seinem Landshuter Kollegen Christian Donbeck zuschieben: „Dass [einzig die Zwischenrundentabelle zur Bestimmung des Heimrechts in den Play-off-Spielen herangezogen wird, d. Red.] war elf Clubs bis zuletzt auch durch Schriftverkehr und Gesprächen bei Tagungen klar. Dass das bei einem Liga-Vertreter kurz vor den Play-Offs dann nicht mehr so war, ist unverständlich.“

Den Vorfall nimmt Schan scheinbar dankend zum Anlass, die aus dem letzten Sommer leidlich bekannte Guter-Club-böser-Club-, Mehrheits- und Minderheitsargumentation der Zweitligisten neu zu beginnen und legt nochmal nach: "Persönlich bedauere ich, dass nach einer tollen Saison und einem Wimpernschlagfinale am Ende ein, aus Sicht der Mehrheit der Liga, unnötiger medialer Schlagabtausch für negative Schlagzeilen sorgen musste." Er hofft aber dennoch, "dass wir durch guten Sport dieses kleine negative Intermezzo schnell in Vergessenheit geraten lassen."

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