Defensivschwäche führt zu 3:5-HeimniederlageRosenheim unterliegt Freiburg

(Foto: Ludwig Schirmer/Starbulls Rosenheim)(Foto: Ludwig Schirmer/Starbulls Rosenheim)
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Die Gäste aus dem Breisgau mussten auf die Verteidiger Dennis Meyer und Milos Vavrusa verzichten, agierten aber mit vier Sturmreihen – und gaben bereits nach fünf Sekunden den ersten Warnschuss durch Niko Linsenmaier auf das Rosenheimer Tor ab. Wer aber deshalb auf eine hochinteressante Anfangsphase spekulierte, wurde enttäuscht. Von Freiburg kam offensiv wenig, die Starbulls waren dagegen bemüht, doch es dauert bis zur sechsten Spielminute, ehe Verteidiger Cameron Burt das Freiburger Tor von der blauen Linie erstmals ins Visier nahm, die Scheibe aber wenige Zentimeter am rechten Pfosten vorbeizischte. Eine Minute später fischte Gästekeeper Lukas Mensator akrobatisch eine von Scofield abgefeuerte Scheibe aus dem Kreuzeck in seinen Fanghandschuh, Sekunden später hätte Gibson nach Querpass von Neuert die Scheibe fast über die Linie des Freiburger Tores gestochert. Der 1:0-Führungstreffer für die Gastgeber, der schließlich in der neunten Spielminute fiel, war daher absolut verdient. Die Starbulls agierten in Unterzahl, als McNeely einen Break aus halbrechter Position erfolgreich abschloss, indem er die Hartgummischeibe an die Unterkante der Latte nagelte, von wo aus sie ins Netz sprang.

Allerdings hatte die Starbulls-Führung kaum eine Minute bestand. Die Gäste verstanden es doch noch, ihre Überzahlsituation zu nutzen – allerdings mit gütiger Mithilfe einer total inkonsequent agierenden Rosenheimer Abwehr. Tobias Kunz konnte ohne Gegenwehr gleich zweimal nachsetzen und netzte zum 1:1 ein (10.). Drei Minuten später befand sich die Abwehr der Hausherren erneut im Tiefschlaf, als Steven Billich zunächst an Timo Herden scheiterte, Chris Billich aber unbehelligt abstauben konnte (13.). Auch in der Folge agierten die Gastgeber in der Defensive sorglos. Einer von mehreren Fehlpässen in der Verteidigungszone leitete schließlich das 1:3 ein, das Jannik Herm freistehend im Slot nach Zuspiel von Linsenmaier erzielte. Zuvor hatte Gästekeeper Mensator mit einer starken Reaktion bei einem Schlagschuss von Peter Lindlbauer (14.) ebenso das 2:2 verhindert wie gegen Manuel Edfelder, als er im letzten Moment noch die Schoner zusammenbrachte (15.).

Im zweiten Spielabschnitt überzeugten die Starbulls zunächst mit einigen guten Powerplaymomenten, die Abwehrarbeit offenbarte aber nach wie vor Defizite. So hätte Marc Wittfoth einen Rückpass freistehend vor Torwart Herden eigentlich schon nutzen müssen (26.), zwei Minuten später stand es dann aber tatsächlich 1:4. Petr Haluza erhielt die von Philipp Rießle aus dem eigenen Drittel entlang der Bande gespielte Scheibe und verlud Timo Herden mit einem Flachschuss vom linken Anspielpunkt (28.). Die Gastgeber schlugen aber schnell zurück. In Überzahl kam die Scheibe über Classen und Lindlbauer zu Verteidiger Michael Rohner, der akrobatisch noch einem herrenlosen Gästeschläger ausweichen musste und das Spielgerät dann aus der Halbdistanz mit viel Wut unter die Latte des Gästetores hämmerte (31.). Scofield, der mit seinem Flachschuss aus kurzer Distanz am prächtig reagierenden Gästekeeper Mensator scheiterte (35.) und Edfelder, der nur den Außenpfosten traf (38.) hatten vor der zweiten Pausensirene sogar noch den Rosenheimer Anschlusstreffer auf dem Schläger.

Im letzten Drittel zeigten die Starbulls von Beginn an, dass sie noch an eine Wende der Partie glaubten. Stephan Kronthaler scheiterte schon nach wenigen Sekunden mit einem krachenden Schlagschuss an Gästekeeper Mensator, der kurze Zeit später auch gegen Baindl und Gibson Sieger blieb. Schließlich war es Tyler McNeely, der einen Schlagschuss von Kronthaler im Slot geschickt und unhaltbar zum in dieser Phase hochverdienten 3:4-Anschlusstreffer abfälschte (45.). Danach dauerte es aber trotz Überzahlmöglichkeiten über neun Minuten bis zur nächsten Torchance der Starbulls, die zudem Glück hatten, das Freiburgs Christian Billich bei einem Unterzahlbreak an Torwart Herden scheiterte (47.). Trotzdem wäre in der Schlussphase der Rosenheimer Ausgleichstreffer zum 4:4 mehrfach möglich gewesen. Die größten Chancne dazu hatten Classen, der nach einem Rückpass von Lindlbauer frei vor dem Gästetor scheiterte (54.) und Lindlbauer, dessen verdeckten Schuss Mensator mit einem bemerkenswerten Reflex unschädlich machte (55.). Stattdessen klingelte es noch einmal auf der anderen Seite. Bei einem der ganz seltenen gefährlichen Freiburger Vorstöße im dritten Spielabschnitt zog Brückmann von der blauen Linie ab, Timo Herden konnte die Scheibe zwar abwehren, aber nicht festhalten und Tobias Kunz staubte zum Endstand von 3:5 ab (56.).

Gästetrainer Leos Sulak ordnete den Sieg seiner Mannschaft insgesamt als verdient ein, kritisierte aber die Spielweise nach dem 4:1-Zwischenstand: „Da müssen wir schlauer spielen und nicht so unnötige Strafzeiten nehmen, damit wir nicht noch einmal unter Zugzwang kommen. Der Gedanke an die letzten Spiele, in denen wir jeweils Führungen verspielten, war dann natürlich schon wieder da. Man hat auch durchaus gesehen, dass beide Mannschaften etwas verunsichert waren.“

Starbulls-Coach Franz Steer ärgerte sich vor allem über die drei ersten Gegentore: „Wir haben diese Situationen durch Scheibenverluste selbst eingeleitet und wenn dann alle zur Scheibe rennen und der Gegner kann die Scheibe ungehindert abfälschen, das geht einfach nicht. Wir müssen wieder die simplen und einfachen Dinge richtig machen, darauf hoffen, dass die Verletzten zurückkommen und natürlich werden wir uns nächste Woche zusammensetzen und darüber sprechen, ob wir eventuell noch einmal personell nachlegen. Ein großes Lob muss ich heute unseren Fans zollen, die uns trotz des Rückstandes sehr gut unterstützt haben.“


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