"Das hat heute Spaß gemacht"EC Bad Nauheim

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Wie in den letzten Heimspielen bereits gesehen, legten die Gastgeber auch diesmal los wie die Feuerwehr. Heute wurde dies endlich mal belohnt: nachdem Beca zunächst zwei Chancen liegen ließ, traf Tim May nach einer tollen Kombination zur verdienten 1:0-Führung (6.). Analog zu den bisherigen Heimauftritten folgte aber auch diesmal eine Druckphase der Gäste, die durch Farny in Überzahl einen Pfostenschuss zu verzeichnen hatten (12.). Bad Nauheim stand jedoch hinten sicher und hatte vor allem in Jan Guryca einen starken Rückhalt, der alles wegfischte, was auf seinen Kasten kam. Beim Ausgleich durch Vogt war aber auch er machtlos, allerdings schien die Scheibe vorher aus dem Angriffsdrittel gerutscht zu sein, so dass ein Abseits in der Luft lag. Es gab aber keine Proteste der Hessen, die noch vor der ersten Pause wieder den Gashebel durchdrückten und im Powerplay durch Kapitän Patrick Strauch mit 2:1 nach einem temporeichen ersten Abschnitt verdient in Front gingen.

Begünstigt durch ein weiteres Überzahlspiel bekamen die Roten Teufel gleich zu Beginn des Mitteldrittels zwei Chancen durch Dan Ringwald, die Christian Rohde im Kasten der Schwaben in höchster Not entschärfte. Es folgte eine (kurze) Drangphase der Towerstars, in der Vogt lediglich den Pfosten traf (25.). Die Kurstädter befreiten sich aber mit viel Einsatz, Kampf und Leidenschaft aus der Umklammerung, was in einem offenen und weiterhin schnellen Spiel Chancen für Aab und Frosch brachte (30.). Der Einsatz wurde abermals belohnt: als die Gäste im Vorwärtsgang waren, fing Noske das Hartgummi ab und leitete den Gegenangriff ein. Matt Beca vollstreckte diesen Konter mit einem satten Schuss in den Winkel zum 3:1. Besonders dem Kanadier war dieser Treffer zu gönnen, nachdem zuletzt nicht allzu viel zusammen lief beim letztjährigen Topscorer. Ravensburg wollte sichtlich die Schlagzahl erhöhen, doch die Hausherren hielten unter der lautstarken Unterstützung der eigenen Anhänger gut dagegen, so dass es mit dem verdienten Zwei-Tore-Vorsprung in die zweite Pause ging.

Im letzten Abschnitt wollten die Gastgeber merklich das vierte Tor, um so vielleicht die Vorentscheidung herbei zu führen, doch sie wurden durch eine Strafe jäh gestoppt. Dies nutzte Sezemsky zum Anschlusstreffer und nicht einmal 60 Sekunden später zappelte das Hartgummi nach einem Kapzan-Schuss gar zum 3:3 im Netz. Man fühlte sich ein wenig zurückerinnert an Spiele wie in Bremerhaven und gegen Rosenheim, als man am Ende trotz Führungen nicht belohnt wurde. Diesmal war es aber anders, denn die Hessen zeigten Fighting Spirit und Siegeswillen. Nach einer tollen Kombination über Beca und Helms belohnte Max Campbell sich und sein Team für diesen Einsatz zum 4:3, dem Frosch nach einem langen Pass von Blankart über das ganze Feld gar das 5:3 folgen ließ (53.). Nun saß keiner mehr im Stadion, auch das 5:4 durch Farny konnte der Stimmung keinen Abbruch tun. Als Danny Naud seinen Goalie als letzte Maßnahme vom Eis nahm, traf wie zuletzt Kyle Helms zum 6:4-Endstand in das verwaiste Tor unter dem Jubel der gut 2.200 euphorisierten Fans.

"Bad Nauheim hat den Sieg verdient. Wir haben alles gegeben, die Roten Teufel waren aber den Tick besser. Trotzdem hat es Spaß gemacht, vor dieser tollen Kulisse zu spielen", sagte Ravensburgs Trainer Danny Naud nach dem Schlusspfiff.

EC Bad Nauheim - Ravensburg Towerstars 6:4 (2:1, 1:0, 3:2)
Tore
1:0 (05:43) May (Oppolzer, Noske)
1:1 (14:58) Vogt (Edwards)
2:1 (16::16) Strauch (Lange) PP1
3:1 (30:57) Beca (Campbell, Noske)
3:2 (43:14) Sezemsky
3:3 (44:09) Kapzan (Betsch)
4:3 (48:41) Campbell (Helms, Beca)
5:3 (52:10) Frosch (Blankart, Schütz)
5:4 (52:37) Farny (Krestan)
6:4 (59:34) Helms (Oppolzer, Paris) ENG
Strafminuten: ECN 8 / EVR 10
Zuschauer: 2.165