Cannibals weiter auf der Erfolgsspur

Cory Gustafson kehrt nach Landshut zurückCory Gustafson kehrt nach Landshut zurück
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Die Landshut Cannibals haben sich auch durch den Trouble um ihren Coach Bernie Englbrecht nicht aus dem Konzept bringen lassen, gewannen die Auswärtspartie beim ETC Crimmitschau sicher mit 5:1. Ein sicherlich etwas überraschender Ausgang, mussten die Kannibalen doch neben dem nach wie vor verletzten Mats Lindmark mit Andi Geipel den bisher wohl stabilsten Defender ersetzen. Der Youngster hatte sich im Pokalmatch gegen die Kassel Huskies verletzt. Ursprünglich wurde ein Kahnbeinbruch diagnostiziert, der wohl eine mehrwöchige Pause nach sich gezogen hätte. Inzwischen aber haben die Ärzte Entwarnung gegeben - die Verletzung ist doch nicht so dramatisch und Geipel muss den neuesten Erkenntnissen nach wohl nur ein bis zwei Wochen pausieren. Für ihn stand im Sahnpark - wie übrigens auch schon vergangenen Dienstag gegen die Huskies - "Förderlizenzler" und Ex-Kannibale Daniel Hilpert von den Panthern aus Ingolstadt im Team. Vor zirka 3500 Zuschauern machten Alex Feistl, Max Seyller, Kamil Toupal und Markus Welz, der gleich doppelt einlochte und es damit in den bisherigen fünf Partien bereits auf fünf Treffer und zwei Assists brachte, den Erfolg fix.

Nun erwarten die Dreihelmenstädter am Sonntag um 18 Uhr mit den Wolfsburg Grizzlies einen der Favoriten im Kampf um den Titel im Stadion am Gutenbergweg. Die VW-Städter bezogen am Feitag eine überraschende Heimpleite gegen den EC Bad Tölz, was die Aufgabe für die Niederbayern wohl kaum leichter werden lässt. Der EHC benötigt nun nämlich unbedingt einen "Dreier", will man den Kontakt zur Spitze nicht schon frühzeitig abreißen lassen.

Gerade in der Offensivabteilung der Grizzlies wimmelt es geradezu von Akteuren, die zweifelsfrei der Creme de la Creme des Zweitligahockeys zuzurechnen sind. Stellvertretend seien nur Radek Vit, David Musial oder auch Jan Zurek genannt und, dessen Leistungsvermögen werden die Verantwortlichen und Fans der Kannibalen noch bestens in Erinnerung haben, Andrej Kaufmann. Die Ex-Nummer 10 aus der Oberliga-Meistermannschaft der Cannibals bildete vor zwei Jahren eine Angriffsreihe mit Dusan Halloun und Zdislaw Zareba, war der Publikums-Liebling am Gutenbergweg. 90 Skorerpunkte (45 Tore/45 Assists) verbuchte Andrej Kaufmann seinerzeit und war damit erfolgreichster Akteur dieses "Monster-Trios", das es auf insgesamt 242 Punkte brachte. Um so mehr waren die Fans natürlich enttäuscht, als bekannt wurde, dass Kaufmann nicht mehr der Zweitliga-Mannschaft der Cannibals angehören wird, sondern ein Angebot der Heilbronner Falken dem der Niederbayern vorzog. Und nach nur einem Jahr im Falkenhorst ist er nun bei den finanzkräftigen Grizzlies gelandet.

Die Cannibals werden auch in der Partie gegen die Niedersachsen auf das Kommando von Ewald Steiger hören. Der Trainer des Landshuter DNL-Teams hatte schon in Crimmitschau das Coaching übernommen und durfte gleich einen Premieresieg feiern. Eine Dauerlösung dürfte Steiger freilich nicht sein, bekleidet er doch "nebenbei" auch noch das Amt des Nachwuchschefkoordinators - eine Aufgabe, die es wohl kaum zulassen wird, längerfristig auch das Zweitliga-Team zu coachen. Geht es nach dem Willen der LES-Verantwortlichen, soll dieses "längerfristig" ohnehin noch einmal in Frage gestellt werden. Inzwischen stellt man in Landshut nämlich ganz offen die Frage, ob sich Bernie Englbrecht als Trainer überhaupt der Gerichtsbarkeit des DEB-Spielgerichts unterwerfen muss und denkt laut darüber nach, dies vor einem ordentlichen Gericht klären zu lassen. Der "Flaschenwurf von Straubing" wird damit auch in den nächsten Wochen ein Thema sein, das es aufzuarbeiten gilt. Wie auch immer: Solange die Youngster-Truppe die Querelen um ihren (nach derzeitigem Stand der Dinge) bis zum Jahresende gesperrten Coach mit soviel Coolness wegsteckt, wie sich dies in Crimmitschau andeutete, sollte diesem Thema nicht entscheidende Bedeutung beigemessen werden, zumal Bernie Englbrecht ja weiterhin das Training leiten darf und auch ansonsten nicht allzu weit von der Truppe entfernt sein wird. (gl)

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