Cannibals verzweifeln an Mike Bales: 2:3 gegen Straubing Tigers

Cory Gustafson kehrt nach Landshut zurückCory Gustafson kehrt nach Landshut zurück
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Wie schon in den ersten beiden Derbys der laufenden Saison zwischen den

Dreihelmenstädtern und dem niederbayerischen Rivalen Straubing Tigers (2:1 bzw. 1:2 n.P.) gab es beim 2:3 (1:1, 0:1, 1:1) am Freitagabend vor 3869

Zuschauern im Stadion am Gutenbergweg eine äußerst knappe Entscheidung.

Ausschlaggebend dafür, dass letztlich die Naud-Truppe einen weiteren „Dreier“

bejubeln durfte und damit nicht nur ihre Spitzenposition verteidigen, sondern

auch ihre Auswärtsbilanz auf 33 Zähler aus 14 Partien ausbauen konnte, war

einmal mehr die dürftige Chancenverwertung der Gastgeber. Natürlich sahen

sich die Kannibalen mit Tigers-Goalie Mike Bales einem Meister seines Fachs

gegenüber und hatten in mancher Situation auch nicht das nötige Quäntchen

Glück, das allzu oft über eine Nullrunde oder einen Triumph entscheidet.

Wer allerdings Großchancen, wie sie sich etwa Bobby Brown eröffneten, als

er zweimal innerhalb einer halben Minute mutterseelenallein auf den Tigers-

Keeper zustürmte, nicht in Zählbares ummünzen kann, muss sich nicht wirklich

wundern, wenn am Ende der Gegner obenauf ist. Zumal, wenn man sich auf der

anderen Seite durchaus vermeidbare Treffer einfängt.


Die ersten Minuten der Partie bestimmten die Tigers, auch begünstigt durch

eine frühe Zwei-Minuten-Strafe gegen Markus Eberl, den Schiri Schimm schon

nach 1:27 Minuten in die Kühlbox schickte. Mit Ruhm konnten sich die Gäste

während des ersten Powerplays freilich nicht bekleckern: Josef Lehner verzog

von der „Blauen“ knapp und Billy Trew traf nur das Außennetz. Die Cannibals

ihrerseits starteten die erste Attacke nach gut vier Minuten, Markus Welz

setzte die Scheibe jedoch neben den Straubinger Kasten. Die Dreihelmenstädter

setzten jedoch nach und schnürten die Gäste in den folgenden Minuten förmlich

in deren Verteidigungsdrittel ein. Thomas Daffner wurde von Dion DelMonte

bedient, traf aus aussichtsreicher Position jedoch nur den Pfosten, Aki

Tuominen versuchte sich aus der Distanz, Bales war aber ebenso zur Stelle

wie Sekunden später, als Thomas Daffner nach einem erneuten Versuch des

Finnen im Nachsetzen scheiterte. Als die Cannibals in Überzahl agierten,

pflückte der Tigers-Goalie erst einen Toupal-Schuss mit der Fanghand aus

der Luft, um sich wenig später doch das erste Mal geschlagen geben zu müssen:

Andi Geipel zog aus der Halbdistanz ab und irgendwie fand die Scheibe, vorbei

an Freund und Feind, den Weg in den Straubinger Kasten - 1:0 für die Kannibalen

in der 9. Spielminute. Jan Münster zeigte sich gegen Niklas Hede auf dem

Posten, Bales entschärfte einen Toupal knaller und war bei einem Break über

Thomas Schinko, der Alex Feistl in Position brachte, ebenfalls Herr der

Lage. Auch Thomas Schinko vermochte wenig später das Spielgerät nicht zum

2:0 im Gästekasten zu platzieren und nachdem sich auf der anderen Seite

Trevor Gallant und Billy Trew nicht einig werden konnten, wer den Puck ins

verwaiste Landshuter Tor befördern sollte, schien der erste Abschnitt zugunsten

der Gastgeber gelaufen, zumal auch die nächste Großchance auf Seiten der

Englbrecht-Truppe zu verbuchen war - Dion DelMonte fand aber ebenfalls in

Mike Bales seinen Meister. In der 19. Spielminute gelang es der Cannibals-

Abwehr nicht, die Scheibe entscheidend aus der Gefahrenzone zu befördern.

Ex-Kannibale Max Seyller kam freistehend zum Schuss, schickte Jan Münster

ins falsche Eck und sorgte so für den beim Gäste-Anhang frenetisch umjubelten

Ausgleich.


Zu Beginn des Mittelabschnitts vornehmlich die Kannibalen im Vorwärtsgang:

Zdislaw Zareba, Markus Eberl und Raphael Kapzan konnten Bales jedoch ebenso

wenig ernsthaft in Bedrängnis bringen wie Matthias Wittmann, dessen Distanzschuss

nicht die nötige Power hatte. Gefährlicher wurde es da für den EHC-Goalie

in der 24. Minute, als Eric Dylla abzog, ein Straubinger Verteidiger noch

abfälschte, die Scheibe aber wenige Zentimeter über die Querlatte strich.

Einen Abpraller nach Welz-Schuss setzte Andi Geipel im Nachsetzen neben

den Kasten, Zdislaw Zareba umkurvt das Tor und versucht sich aus spitzem

Winkel - Endstation Mike Bales. In dieser Phase versäumten es Kamil Toupal,

der mit einem Gewaltschuss von der „Blauen“ an Bales verzweifelte, und Co.,

in einem mehrminütigen Powerplay für klare Verhältnisse zu sorgen. So stand

denn auch in der Folge Jan Münster mehr im Mittelpunkt des Geschehens. Gegen

Gordon Borberg zeigte sich der Cannibals-Goalie noch auf dem Posten, um

dann aber doch den Treffer zum 1:2 hinnehmen zu müssen. Vitalij Janke hatte

mit einem öffnenden Pass Billy Trew bedient, dieser ließ sich die Chance

nicht entgehen und setzte die Scheibe auf der Fanghand-Seite in die Maschen.

In der Schlussphase des zweiten Drittels gerieten die Kannibalen noch einmal

unter Druck, am Ergebnis änderte sich vor dem zweiten Pausentee jedoch nichts

mehr.


Die größten Chancen, sein Team mit dem Ausgleich wieder ins Spiel zu bringen,

vergab in der 44. Minute Bobby Brown, als er zweimal innerhalb von 30 Sekunden

allein vor Mike Bales auftauchte, die Scheibe aber nicht im Straubinger

Heiligtum unterzubringen vermochte. Die Gäste zeigten sich da abgekochter

und kamen in der 39. Minute zum vorentscheidenden 1:3 durch Norm Batherson.

Alex Feistl zeigte in der 53. Minute den Routiniers, wie man ein Solo abzuschließen

hat: Der Youngster „tanzte“ Mike Bales aus und schloss mit einem Rückhandheber

in die Maschen die Aktion erfolgreich ab. Ein Wechselfehler der Gäubodenstädter

in der 57. Minute blieb ungeahndet. Den Cannibals war‘s freilich egal: Sie

absolvierten die letzten Minuten auch im Spiel fünf gegen fünf - später,

als Jan Münster das Tor zugunsten eines sechsten Feldspielers verlassen

hatte - sechs gegen fünf in Powerplay-Manier. Nachdem Kamil Toupal jedoch

die letzte Großchance nicht verwerten konnte, stand fest, dass die Cannibals

mit einer Nullrunde in dieses schwere Derby-Wochenende starten würden. Da

halfen auch die Instruktionen von Coach Bernie Englbrecht während einer

Auszeit zehn Sekunden vor Schluss nichts mehr.


Nach dieser nicht unbedingt nötigen Niederlage gewinnt die morgige Partie

bei den Eisbären Regensburg natürlich noch mehr an Bedeutung: Gehen die

Kannibalen auch hier leer aus, kann es langsam aber sicher eng werden, was

einen Verbleib auf einem Playoff-Rang betrifft.


Tore:

1:0 (9.) Geipel (Toupal/Zareba), 1:1 (19.) Seyller (Lavallee/Schönmoser),

1:2 (34.) Trew (Janke), 1:3 (49.) Batherson (Lavallee/Endraß), 2:3 (53.)

Feistl (Schinko/Hundhammer)


Schiedsrichter: Schimm. - Strafzeiten: Landshut 6, Straubing 14. - Zuschauer: 3869. (gl)


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