Cannibals nach 5:4-Penaltysieg über die Wölfe wieder Spitzenreiter

Cory Gustafson kehrt nach Landshut zurückCory Gustafson kehrt nach Landshut zurück
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Knapp 3000 Zuschauer erlebten am Freitagabend im Stadion am Gutenbergweg ob des spannenden Spielverlaufs im "Gipfeltreffen" zwischen dem gastgebenden Tabellenzweiten und dem Klassenprimus aus Freiburg ein Wechselbad der Gefühle: Nach einem Blitzstart der Englbrecht-Truppe, der zwei Powerplay-Treffer in noch nicht einmal fünf Spielminuten brachte und für Hochstimmung auf den Rängen sorgte, war erstmal Trouble angesagt. Denn die Wölfe erholten sich schnell von diesem Rückschlag, gingen zwischenzeitlich - noch im ersten Abschnitt - sogar mit 3:2 in Front und erzielten nach dem Ausgleich der Gastgeber in der 19. Minute früh im Mitteldrittel die erneute Führung. Danach waren auf Seiten der Kannibalen erst einmal die "Grünschnäbel" an der Reihe. Beim Stand von 3:4 löste Sebastian Vogl nach exakt 32 Minuten den verletzten Nolan McDonald ab und hielt sein Heiligtum in der Folge sauber. Und der Ausgleich zum 4:4 ging ebenfalls auf das Konto eines Youngsters: Alex Feistl hämmerte die Scheibe aus halbrechter Position mit Vehemenz an Goalie Christian Bronsard vorbei in die Maschen. Da beide Torhüter in der Folge die Schotten dicht machten, verstrichen nicht nur die restlichen 25 Minuten der regulären Spielzeit, sondern auch die fünfminütige Overtime ohne weiteren Torjubel. Dafür, dass am Gutenbergweg letztendlich doch wieder Feierstimmung angesagt war, sorgten im Penaltyschießen Sebastian Vogl, der sich nur zweimal geschlagen geben musste und Routinier Thomas Daffner, der den siebten Durchgang gegen Steve Palmer für sich entscheiden konnte, als er seinen Versuch zum vielumjubelten 5:4 ins Kreuzeck des Freiburger Kastens setzte.


Die Kannibalen bekamen schon früh in der Partie die Möglichkeit, die zuletzt mangelhafte Chancenverwertung im Powerplay vergessen zu machen, als sich nacheinander Patrik Vogl (02:08) und Lukas Slavetinski (03:09) auf dem Sünderbänklein einfanden. Und was man diesmal daraus machte, war wahrlich nicht von schlechten Eltern: Andi Geipel besorgt mit einem satten Hammer von der "Blauen" in doppelter Überzahl das 1:0 und noch ehe der zweite Freiburger seine "Auszeit" beendet hatte, schlug die Scheibe ein zweites Mal hinter Freiburgs Goalie Christian Bronsard ein. Aki Tuominen verwertete nach schöner Vorarbeit von Kamil Toupal und Zdislaw Zareba zum 2:0. Als sich nach gut fünf Minuten Thomas Schinko zu dem sich bereits auf der Strafbank befindlichen Markus Hundhammer gesellte, hatten auch die Wölfe erstmals eine 5:3-Überzahlsituation. Die Folge: Der Anschlusstreffer durch Geno Parrish in der siebten Spielminute. Nachdem Christian Bronsard mit einem Distanzschuss von Markus Eberl zwar einige Probleme hatte, jedoch parierte und Eric Dylla aus kurzer Distanz verzogen hatte, der Schock für die Cannibals: Daniel Willaschek überwindet Nolan McDonald mit einem Schlenzer zum 2:2-Ausgleich. Einen Schuss von Thomas Daffner kann Bronsard nicht festhalten, Bobby Brown bringt im Nachsetzen die Scheibe jedoch nicht am Wölfe-Keeper vorbei. Auf der anderen Seite zeigt sich Nolan McDonald bei einem von Steve Palmer und Vadim Rifel in Unterzahl vorgetragenen Konter auf dem Posten. Alex Feistl, Chris Bahen und Alexander Rusch können Bronsard nicht überwinden. In der 17. Minute versucht McDonald nach einem groben Schnitzer in der Cannibals-Defense ein Anspiel auf einen Mannschaftskollegen, die Scheibe landet jedoch in den Reihen der Breisgauer und Dominik Hölscher besorgt die erstmalige Führung für sein Team. Die Cannibals ließen sich jedoch nicht entmutigen und wurden für ihren couragierten Kampf gegen den DEL-Absteiger mit dem 3:3 in der 19. Minute belohnt. Diesmal schmorte Daniel Willaschek in der "Kühlbox", als Markus Welz nach Vorarbeit von Eric Dylla und Andi Geipel seinen fünften Saisontreffer bejubeln durfte.


Auch im Mittelabschnitt bestimmten zunächst die Kannibalen, begünstigt durch ein Powerplay, das Geschehen. Aki Tuominen fand jedoch in Christian Bronsard ebenso seinen Meister wie wenig später Markus Hundhammer, Andi Geipel und Markus Welz. Als Letztgenannter sich gerade einmal 13 Sekunden auf der Strafbank befand, kamen die Gäste zur erneuten Führung, als Vadim Rifel einen Schlagschuss von Michael Vasicek unhaltbar für Nolan McDonald abfälschte. Die Wölfe machten in der Folge geschickt die Räume dicht, so dass sich die Dreihelmenstädter in erster Linie aus der Distanz versuchen mussten. Dies zunächst aber mit wenig Erfolg, denn Bobby Brown, Aki Tuominen und Andi Geipel vermochten das Spielgerät nicht im EHC-Kasten unterzubringen. Nach exakt 32 Minuten kam für den verletzten Nolan McDonald Sebastian Vogl aufs Eis. Dieser hatte jedoch nur eine Bewährungsprobe der lascheren Art zu bestehen, ehe Alex Feistl der Treffer zum 4:4 gelang. Der Youngster ließ in der 35. Minute aus halbrechter Position einen derartigen "Hammer" vom Stapel, dass die Scheibe sich wie ein Strich durch die leicht vernebelte (Hallen)-Landschaft zog. Goalie Christian Bronsard blieb da nur noch die Rolle eines Zuschauers. Im folgenden Überzahlspiel scheitert Markus Hundhammer an Bronsard, Thomas Daffner "semmelt" im Nachschussversuch über die Scheibe und Kamil Toupal findet nach sehenswertem Solo, das er im eigenen Drittel gestartet hatte, auch kein Mittel, sein Team noch vor der zweiten Drittelsirene in Front zu schießen.


Im Schlussabschnitt fielen die Wölfe freilich mehr durch rüde Stock-Attacken, denn durch spielerische Klasse auf. Für Chris Lipsett hatte dies nach 41:13 Minuten das vorzeitige Ende der Partie zur Folge, als er ein fünf plus Spieldauer kassierte. Als dann zudem Vadim Rifel nach einem Stockschlag gegen Andi Geipel in der 43. Minute von Schiri Trainer in die "Kühlbox" verbannt wurde, standen zwei Minuten lang drei Freiburger der vollen Cannibals-Abordnung gegenüber. Hatten diese ihre drei ersten Treffer jeweils in numerischer Überlegenheit erzielt, offenbarten sie nun wieder die zuletzt kritisierte Abschlussschwäche im Powerplay: Die Wölfe überstanden die insgesamt fünf Unterzahl-Minuten ohne größere Probleme. Ab der 52. Spielminute mussten die Kannibalen dann auch noch ohne Chris Bahen auskommen, mit einer Platzwunde an der Unterlippe vorzeitig aufgeben musste. Die Gastgeber konnten die Schlussphase zwar überlegen gestalten, zu einem erneuten Treffer wollte es aber nicht mehr reichen, so dass die beiden Teams Überstunden "schieben" mussten. Zdislaw Zareba kurz nach dem Start in die Overtime und Eric Dylla in der 63. Minute hätten für die Entscheidung zugunsten der Dreihelmenstädter sorgen können, scheiterten jedoch jeweils an Bronsard.

Beim abschließende Penaltyschießen zeigte sich Sebastian Vogl von seiner besten Seite. Nacheinander entschärfte der Youngster die Versuche von Steve Palmer, Vadim Rifel und Aaron Fox, ehe er gegen Lukas Slavetinski und Henrik Hölscher den Kürzeren zog. Die Treffer für die Cannibals während der Fünfer-Serie hatten Zdislaw Zareba und Markus Hundhammer erzielt. Thomas Daffner, Bobby Brown und Markus Welz hatten hingegen in Bronsard ihren Meister gefunden. Im sechsten Durchgang behielten jeweils die Goalies die Oberhand. Erst vereitelte Bronsard gegen Zareba die Vorentscheidung und dann scheiterte Hölscher an Vogl. Thomas Daffner setzte seinen zweiten Versuch ins Kreuzeck und Sebastian Vogl war schließlich der Garant für den Zusatzpunkt, als er Steve Palmer ziemlich alt aussehen ließ.


Am Sonntag geht es für Kamil Toupal und Co. an die Nordseeküste, wo mit dem REV Bremerhaven der bislang stärkste Aufsteiger versuchen wird, die Cannibals wieder vom Thron zu stoßen, den man durch das 5:4 über den bisherigen Pole-Setter gerade wieder bestiegen hat.


Tore:

1:0 (4.) Geipel (Toupal/Zareba), 2:0 (5.) Tuominen (Daffner/Bahen), 2:1 (7.) Parrish (Fox/Palmer), 2:2 (11.) Willaschek (Mares/Fox), 2:3 (17.) Hölscher (Danner), 3:3 (19.) Welz (Dylla/Geipel), 3:4 (25.) Rifel (Hölscher/Vasicek), 4:4 (35.) Feistl (Tuominen/Daffner), 5:4 Penalty: Daffner


Schiedsrichter: Trainer

Strafminuten: Landshut 8, Freiburg 23 plus 20 für Lipsett plus 10 für Mares

Zuschauer: 2909


(gl)