Cannibals nach 2:3 gegen Wild Wings nun Tabellensechster

Cory Gustafson kehrt nach Landshut zurückCory Gustafson kehrt nach Landshut zurück
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Spielerisch hat man im Vergleich zum Essen-Spiel einen Schritt nach vorne gemacht. Um allerdings gegen die starken Wild Wings aus Schwenningen am Freitagabend Zählbares zu erreichen, war dies noch ein bisschen zu wenig. Die Gäste zeigten sich sowohl im Powerplay als auch im Nutzen der sich bietenden Torchancen konsequenter und hatten zudem speziell in der Schlussminute des Eröffnungsdrittels das Glück auf ihrer Seite, als Schiedsrichter Langer den Gastgebern einen vermeintlichen Treffer aberkannte. In der Tabelle ließ diese 2:3 (1:1, 0:1, 1:1)-Niederlage die Kannibalen bis auf Rang sechs abrutschen.

Die Cannibals hatten sich bereits ab der 46. Sekunde eines Überzahlspiels der Wild Wings zu erwehren, überstanden einige brenzlige Situationen aber ohne Schaden. Die Schwarzwälder hatten auch im folgenden Unterzahlspiel die besseren Möglichkeiten. Nolan McDonald war aber zwei Mal in Folge gegen Jens Stramkowski auf dem Posten. Alexander Rusch versuchte es in der Folge mit einem Bauerntrick gegen Rostislav Haas, der ERC-Goalie hatte den Braten allerdings gerochen und das kurze Eck dicht gemacht. Bereits ihr zweites Powerplay nutzten die Gäste zur Führung, als die Abwehr Oldie Wally Schreiber nicht konsequent genug bedrängte, schob dieser eine Hereingabe von Steve Junker zum 0:1 in die Maschen. Im Spiel vier gegen vier - Markus Eberl und Steve Junker schmorten nach einer kleinen Meinungsverschiedenheit einträchtig auf dem „Sünderbankerl“, nutzte Kamil Toupal den sich bietenden Platz mit einem weiten Pass auf Markus Welz, der daraufhin allein auf Haas zusteuerte und zum 1:1 abschloss. Die Kannibalen setzten jetzt nach und bestimmten die folgenden Minuten. Aki Tuominen brachte den SERC-Zerberus mit einem „Knaller“ von der „Blauen“ arg in Verlegenheit und auch bei einem Versuch von Andi Geipel, der ein Solo im eigenen Drittel gestartet und mit einem Distanzschuss abgeschlossen hatte, musste Haas nachsetzen. Markus Welz zielte neben den Kasten, auf der anderen Seite verhinderte Nolan McDonald gegen Wally Schreibe Schlimmeres. Dann, nach 19:04 Spielminuten, Riesenjubel sowohl auf dem Eis als auch im weiten Rund des Stadions am Gutenbergweg: Die Cannibals und ihr Anhang feierten den vermeintlichen Führungstreffer, hatten allerdings Pech, dass sich mit Schiedsrichter Langer der entscheidende Mann auf dem glatten Parkett in die Minderheit derer im Stadion einreihte, die den Puck nicht in hinter der Linie gesehen hatte. Da halfen - erwartungsgemäß - auch die wütenden Proteste der Fans und eines „stinkesaueren“ Eric Dylla nichts. Es blieb bis zur ersten Sirene beim 1:1-Gleichstand.

Kaum wieder auf dem Eis startete Sandy Moger in Unterzahl ein Break, Nolan McDonald behielt im direkten Vergleich jedoch die Oberhand. Übrigens ebenso wie im direkten Gegenzug sein Gegenüber Haas gegen Thomas Daffner. Alexander Rusch versuchte es aus der Drehung (23.), Eric Dylla verzog knapp (25.) und auch Alex Feistl scheiterte an Haas(27.). Den Schwung nahmen die Kannibalen diesmal auch in das nächste Powerplay mit, das trotz hochkarätiger Einschussmöglichkeiten den Führungstreffer nicht bringen wollte: Zdislaw Zareba steuerte alleine auf Haas zu - gehalten (28.), Chris Bahen fand sich, von Bobby Brown in Szene gesetzt, noch in der selben Spielminute ebenso völlig vereinsamt vor dem Gäste-Heiligtum wieder, aber erneut war Haas zur Stelle. Daffner scheitert an Haas und McDonald entschärfte einen Moger-Versuch aus kurzer Distanz. Als Thomas Daffner auf der Strafbank saß, gingen die Gäste durch einen Mordsschuss von Danny Nowak erneut in Front (39.). Die letzte Minute vor der Drittelsirene agierten die Kannibalen in Überzahl, als Brad Bergen von Schiri Langer eine „Auszeit“ verordnet bekam. Bis auf zwei Distanzschüsse von Andi Geipel kam aber vorerst keine Gefahr vor dem Haas‘schen Gehäuse auf.

Dafür nutzten die Heimischen die Reststrafe gegen Bergen zu Beginn des Schlussabschnitts: Aki Tuominen hatte von der blauen Linie abgezogen, Thomas Daffner den Schläger dazwischen gehalten und so die Scheibe unhaltbar für „Hugo“ Haas abgefälscht. Nolan McDonald kann sich gegen Sandy Moger auszeichnen. Auf der Gegenseite versucht es Thomas Daffner aus halbrechter Position mit einem Torschuss. Vielleicht wäre hier ein Pass auf den mitgelaufenen Eric Dylla von mehr Erfolg gekrönt gewesen. Ian MacNeil startet zum Gegenangriff, anstatt des Pucks landet jedoch der Schwenninger Angreifer im Tor von Nolan McDonald, der sich, nachdem die Gäste eine Unterzahlsituation unbeschadet überstanden hatten, enormem Druck ausgesetzt sah. Zweimal konnte der Goalie gegen Ian MacNeil noch abwehren, dann aber war er zum dritten Mal an diesem Abend geschlagen: Diesmal hatte sich Dustin Whitecotton dem Zugriff der Kannibalen-Defense entzogen, stand mutterseelenallein vor Nolan McDonald und hatte folgerichtig kein Problem damit, einer Moger-Hereingabe die entscheidende Richtungsänderung mit auf den Weg ins Cannibals-Gehäuse zu geben. In der Schlussphase noch einmal eine Powerplay-Möglichkeit für die Cannibals, die aber ebenso wenig einbrachte, wie die Herausnahme von Nolan McDonald und das damit verbundene Agieren mit sechs Feldspielern. Lediglich Markus Welz sorgte noch für Unruhe vor dem gegnerischen Gehäuse, blieb nach schönem Solo aber an Rostislav Haas „hängen“.

Tore: 0:1 (11.) Schreiber (Junker/Bergen), 1:1 (15.) Welz (Toupal/Geipel), 1:2 (39.) Nowak, 2:2 (41.) Daffner (Tuominen/Bahen), 2:3 (51.) Whitecotton (Moger)

Schiedsrichter: Langer. - Strafminuten: Landshut 12, Schwenningen 20. - Zuschauer: 2480

Während die Schwenninger mit diesem Sieg ihren Platz unter den Top Four festigen konnten, ging es mit den Kannibalen am letzten Spieltag des ersten Saisonviertels in der Tabelle einen weiteren Rang nach unten. Als nunmehr Tabellensechster tritt man beim morgigen Niederbayern-Derby bei den Straubing Tigers (trotz einem Spiel weniger nur einen Punkt hinter Pole-Setter Freiburg) sicherlich als Außenseiter an. Bleiben die Kannibalen auch am Pulverturm ohne Zähler, würden sie - einen Sieg der Regensburger Eisbären gegen Aufsteiger Bremerhaven vorausgesetzt - noch einmal einen Tabellenplatz einbüßen, gelingt jedoch ein „Dreier“, hätte man den Anschluss zum Spitzenquartett erst einmal gehalten. (gl)

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