Cannibals: Gegen Eispiraten und bei den Füchsen

Cory Gustafson kehrt nach Landshut zurückCory Gustafson kehrt nach Landshut zurück
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Der ganz große Wurf in Form eines Sixpacks am letzten Wochenende vor der Länderspielpause blieb den Landshut Cannibals bekanntlich verwehrt. Aber auch mit den fünf Zählern, die gegen Weiden und Kaufbeuren eingefahren wurden, konnte der Anschluss zu den Teams der aktuellen "Top Four" in der Tabelle gehalten werden. Zwar haben sich die Straubing Tigers (39 Punkte) und Lausitzer Füchse (38) inzwischen gegenüber den Kannibalen (31) einen recht komfortablen Vorsprung heraus gearbeitet, die Ränge drei und vier liegen mit fünf bzw. vier Zählern Rückstand jedoch weniger weit entfernt und sollten, sofern man am kommenden Wochenende gut aus den Startlöchern kommt, auch weiterhin greifbar bleiben. Dabei sind die von der Englbrecht-Truppe zu bewältigenden Aufgaben am Freitag (19:30 Uhr) im Stadion am Gutenbergweg gegen den Tabellendrittletzten ETC Crimmitschau und am Sonntag (Spielbeginn 19 Uhr) beim Rangdritten Duisburger Füchse recht unterscheidlicher Natur.

Gerade einmal 17 Zähler konnten die Eispiraten aus den bisherigen 18 Partien auf dem Habenkonto verbuchen – darunter auch deren drei aus dem ersten Saisonvergleich mit den Dreihelmenstädtern. Mit einem 3:0-Erfolg im heimischen Sahnpark hatten die Eispiraten am siebten Spieltag dem damaligen Tabellenführer Landshut die erste Saisonniederlage beigebracht und damit der Konkurrenz eine überaus deutliche Message übermittelt, die da heißen sollte: "Auch die Kannibalen sind schlagbar!" Kamil Toupal und Co. hatten in der Folge nicht nur mit ihrer ureigensten, verletzungsbedingten Personalmisere zu kämpfen, sondern auch damit, dass diese Nachricht vielerorts angekommen war. Eine Ausbeute von neun Punkten aus den folgenden neun Partien warf die Kannibalen in der Tabelle bis auf Rang sieben zurück, wo man auch nach dem zuletzt erreichten Fünferpack noch verweilt. Die Mannen von Trainer Jiri Ehrenberger brachten es seit der Partie gegen die Kannibalen in elf Spielen auf neun Punkte, wobei man sich mit einem 2:1-Penaltysieg in Bremerhaven und einer 0:8-Klatsche bei den Straubing Tigers in die Pause verabschiedete. Mit 50 erzielten Treffern liegen die Eispiraten an viertletzter Stelle, konnten jedoch nur unwesentlich seltener zum Torjubel antreten als die Niederbayern (56). Allein 29 Treffer gingen bislang auf das Konto des Trios Eric Schneider (16/11/27), Garrett Bembridge (5/13/18) und Mark Smith (8/5/13), die auch die teaminterne Scorerliste anführen. Auf ebenfalls 13 Punkte brachte es im bisherigen Saisonverlauf Defender Joe Vandermer der dabei zwölf Mal als Vorlagengeber glänzte. Nicht nur auf Grund der aktuellen Tabellensituation, sondern auch wegen der sich offenbar entspannenden Personalsituation gehen die Niederbayern als Favorit ins Rennen. Dass man allerdings nicht nur auf die Offense um Eric Schneider acht geben muss, sondern auch gegen ein Team aus dem hinteren Drittel der Rangliste 60 Minuten lang voll konzentriert zur Sache gehen sollte, dürfte den Akteuren hoffentlich noch aus dem Kaufbeuren-Spiel, als man trotz 3:1-Führung in die Overtime musste, in Erinnerung sein.

Ganz anders stellt sich die Lage natürlich beim Gastspiel der Cannibals am Sonntag in Duisburg dar. Die Füchse zeigten sich bislang sehr heimstark. Lediglich zu Beginn der Saison mussten sie sich auf heimischem Eis zweimal geschlagen geben (3. Spieltag 0:3 gegen Schwenningen, 5. Spieltag 1:2 gegen Bremerhaven), in den restlichen sieben Spielen konnte man die Gegner jeweils mit einer Differenz von mindestens drei Treffern distanzieren. 41 der bisher 70 Tore – damit stellt man nach Regensburg (74) und gleichauf mit Bietigheim den zweitbesten Angriff der Liga - erzielten die Hegen-Schützlinge bei ihren Auftritten im eigenen Stadion, während man die Gegner nur 19 mal zum Erfolgserlebnis kommen ließ. Die Heimstärke der Füchse mussten zuletzt auch die Straubing Tigers anerkennen, als sie die Heimreise von der Wedau mit einer 0:4-Niederlage antreten mussten. Garanten für das bisher überaus erfolgreiche Abschneiden von Torsten Kienass und Co. waren in der Vergangenheit in erster Linie die Angreifer Hugo Boisvert mit 12 Volltreffern und 20 Assists, sowie Shawn McNeil (11/15/26). Durchaus sehen kann sich aber auch die Bilanz von Verteidiger Carl-Johan Johansson lassen: Mit sechs Treffern und elf Assists verfügt der "Fuchs" über eine Erfolgsbilanz, die nur geringfügig von der Aki Tuominen's – hinter Thomas Daffner (9/11/20) immerhin zweitbester Scorer der Cannibals – abweicht. Der Finne hat zwar einen Treffer mehr erzielt als sein Duisburger Pendant, dafür jedoch eine Vorlage weniger auf dem Konto stehen (7/10/17). Dass die Füchse-Abwehr nicht nur weiß, wo des Gegners Tor steht, sondern auch vor dem eigenen Kasten aufzuräumen weiß, zeigt ein Blick auf die Bilanz der erhaltenen Tore (45) – auch hier liegt das Hegen-Team auf dem zweiten Rang. Lediglich Pole-Setter Straubing musste bislang weniger Gegentreffer hinnehmen (40). Will man die Rückfahrt aus Duisburg mit dem einen oder anderen Punkt im Gepäck antreten, heißt es für die Cannibals also nicht nur, in der Defensive gut zu stehen, sondern auch, die sich bietenden Einschussmöglichkeiten konsequent zu nutzen.

Ob dabei die Langzeitverletzten Thomas Schinko, Tobias Hanöffner, Felix Schütz und Chris Bahen schon in vollem Umfang mitwirken können, ist derzeit noch fraglich. Bernie Englbrecht wollte entsprechende Meldungen zumindest nicht bestätigen: „Wir müssen noch das morgige Abschlusstraining abwarten. Erst dann wird es sich im einen oder anderen Fall entscheiden, ob das Sinn macht." Fest steht hingegen, dass Neu-Goalie Jan Münster morgen nicht nur seinen 25. Geburtstag, sondern im Spiel gegen Crimmitschau auch sein Debüt im Kannibalen-Dress feiern wird. Der gebürtige Lüneburger wird mit der Nummer 29 auflaufen und natürlich versuchen, sich seinem neuen Publikum gleich von der „Sahneseite" zu präsentieren. Ansonsten hofft der Coach trotz der momentan noch unsicheren Ausgangslage, dass vor allem die Angreifer wieder zurück auf‘s Eis finden, denn wenn es ohne allzu großes Risiko möglich ist, würde er gerne nach langer Zeit einmal wieder mit vier kompletten Reihen agieren: „Da ist man einfach frischer, als mit drei oder zweieinhalb Reihen." Wobei ihm vor allem daran liegt, den Fans am Gutenbergweg mal wieder einen „Dreier" zu präsentieren. „Klar, wir wollen nach der Heimmisere endlich wieder einen Drei-Punkte-Sieg vor eigenem Publikum; mit einem besseren Powerplay und konsequenterer Chancenverwertung sollte das auch möglich sein." Positiv sieht der Trainer auch dem Gastspiel der „Seinen" beim EV Duisburg entgegen: „Wir fahren als klarer Außenseiter zu den heimstarken Duisburgern. Wenn wir defensiv diszipliniert spielen und McNeil und Co. in den Griff bekommen, können wir durchaus für die Überraschung sorgen." (gl)

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