Bietigheim unangefochten an der Spitze – Dresden stellt den TopscorerDEL2 - Halbzeitbilanz

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Die Heilbronner Falken hängen tief im Keller, die rote Laterne leuchtet schon in der Käthchenstadt. Nach acht Niederlagen in Serie wurde Trainer Igor Pavlov durch das Duo Gerd Wittmann und Luigi Calce ersetzt. Die ersten beiden Spiele des Duos wurden verloren, Verbesserungen sind jedoch erkennbar. Der neue Kapitän Dustin Cameron füllt die Rolle des Falken-Häuptlings aus, kann aber seine Mannschaft nicht alleine nach oben führen. Viele Punkte wurden durch individuelle Fehler der jungen Mannschaft her geschenkt. In Heilbronn kann das einzige Ziel nur noch der Klassenerhalt sein.

Uli Egen: Das einzige Ziel in Heilbronn kann und muss der Klassenerhalt sein. Mit zwei jungen Torhütern und den vorhandenen ausländischen Spielern wird es nicht mehr für die Pre-Play-Offs reichen. Gerd Wittmann und Luigi Calce müssen mehr als 100% aus der Mannschaft holen, damit die Klasse gehalten werden kann.

Mit drei Punkten Vorsprung auf das Schlusslicht rangiert der ESV Kaufbeuren auf dem vorletzten Tabellenplatz. Letzte Saison konnte Uli Egen sein Team vor dem Abstieg retten. Zu Beginn der Saison standen die Allgäuer ganz oben, nun ganz unten. Ein Hauptproblem war gewiss das Verletzungspech, teilweise fehlten sechs Feldspieler und zudem mit Stefan Vajs die Nummer Eins. Die Vereinsführung hat sich des Mittels des Trainerwechsels bedient und Kari Rauhanen verpflichtet. Mit wiedergenesenen Spieler holte dieser drei Siege aus sechs Spielen. Der Aufwärtstrend setzt genauso ein, wie es Uli Egen kurz vor seiner Beurlaubung prognostiziert hatte.

Uli Egen: Dieter Hegen und ich haben im Sommer ein Team zusammengestellt, dass die Pre-Play-Offs erreichen sollte. Durch das Verletzungspech hat der ESVK viele Punkte nicht holen können. Besonders der Ausfall von Stefan Vajs -er macht 70% des Teams aus- war nicht zu kompensieren. Kaufbeuren wird den Klassenerhalt in der ersten Play-Down-Runde erreichen.

Die Kassel Huskies bewegen sich in Tabellenregionen, wo Sie die meisten Fachleute nicht erwartet hätten. Trainer Rico Rossi hat seine Mannschaft auf die neue Liga optimal eingestellt und kann trotz der schwierigen Vorbereitungen Erfolge feiern. Vor einigen Tagen wurde auch das Hessenderby in der DEL2 in Frankfurt gewonnen. Nur 67 Gegentore zeugen von Rossis Handschrift und seiner Spielphilosophie. Seit einigen Spielen werden die Stürmer zudem treffsicherer und die Huskies haben nun die drittmeisten Tore erzielt.

Uli Egen: Ein absolutes Überraschungsteam! Rico Rossi hat vieles richtig gemacht und quasi ein Team mit Nobodys in die DEL2-Spitze geführt. Sie reagieren gut und schnell auf Verletzungen und haben eine richtig gute Stimmung in der Eishalle. Die Huskies erreichen direkt das Viertelfinale.

Trotz neuem Trainer kommen die Eispiraten Crimmitschau nicht so recht in die Gänge. Zwar halten sie den Kontakt zu den Pre-Play-Off-Plätzen, sind aber offensiv eines der harmlosesten Teams. Mit zunehmendem Saisonverlauf wurden die Eispiraten zusehends effektiver. In der gesamten letzten Saison konnten die Westsachsen zwei Dreier auf fremden Eis feiern. Diese Marke haben sie bereits heute erreicht. Trotz dieses positiven Trends konzentriert man sich in Crimmitschau vorrangig auf den Klassenerhalt. Noch nicht fündig wurden die Westsachsen auf der Suche nach einem neuen Geschäftsführer.

Uli Egen: Die Westsachsen überraschen mit Siegen gegen Top-Teams, spielen aber nicht konstant genug. Die Eispiraten müssen auch dieses Jahr in die Play-Downs.

Das Maß aller Dinge, auch mit einem kleinen Kader, sind die Bietigheim Steelers. Nur in zwei Spielen blieben sie ohne eigenen Punktgewinn. Zudem schießen die Mannen von Headcoach Kevin Gaudet mit Abstand die meisten Tore. Rückkehrer Sinisa Martinovic scheint sein schweres Jahr in Heilbronn vergessen zu haben und gehört zu den Top-Goalies der zweiten Liga. Mit David Wrigley, Robin Just und Matt McKnight haben sich in der ligainternen Topscorerliste drei Stürmer der Ellentaler ganz vorn etabliert.

Uli Egen: Die Steelers haben eine gute Mannschaft mit viel Qualität und dazu einen sehr guten Trainer. Sie sind jederzeit in der Lage, einen oder zwei verletzte Spieler zu kompensieren. Die Steelers werden als Tabellenführer das Viertelfinale erreichen.

Der Titelverteidiger Fischtown Pinguins Bremerhaven hat das Finalturnier des  Continental-Cups nicht nur erreicht, sondern wird es auch ausrichten. In der Liga läuft es derweil noch nicht vollends rund, die Fischtown Pinguins liegen derzeit auf Rang elf, haben allerdings auch weniger Spiele absolviert. Der Anspruch des Meisters ist trotzdem ein anderer.

Uli Egen: International sind die Pinguins top, national haben Sie Probleme. Der Grund hierfür sind vielleicht die vielen zusätzlichen Spiele und die langen Reisen. Der Titelverteidiger wird die Pre-Play-Offs erreichen.

Manch einer reibt sich verwundert die Augen: Die Lausitzer Füchse liegen auf dem vierten Rang. Gezielt hat sich die Mannschaft aus Weißwasser im Sommer verstärkt und mit Greg Classen sogar einen Spieler der Meistermannschaft aus Ingolstadt verpflichtet. Die Lausitzer zeigen sich sehr offensivstark, sind aber auch sehr von der Leistung von Jonathan Boutin im Tor abhängig, der bis jetzt mehr als nur einen Punkt in seinem Fanghandschuh festhalten konnte.

Uli Egen: Auch die Füchse sind ein Überraschungsteam. Unter Dirk Rohrbach spielen die Lausitzer eine sehr gute Saison. Abzuwarten bleibt, wie die körperliche Kraft des kleinen Kaders mit in die zweite Saisonhälfte genommen werden kann. Ich bin optimistisch und denke, dass die Jungs aus Weißwasser die Play-Offs direkt erreichen werden.

In einer sehr engen Liga geht es für einige Teams auf und ab. So auch für die Starbulls aus Rosenheim. Kurzfristig wurde Stephen Schultz verpflichtet, da man seitens der Verantwortlichen im Sturm Handlungsbedarf gesehen hat. Wenn Tyler McNeely wieder genesen ist, wird Franz Steer einen Kontingentspieler auf die Tribüne schicken müssen. Ein hausinterner Konkurrenzkampf ist allerdings dadurch gegeben. In den letzten Spielen führte der Trend eher nach unten.

Uli Egen: Auch in Rosenheim hat das Verletzungspech zugeschlagen, allerdings hat man sich namhaft verstärkt. Die Starbulls werden wieder stärker, dennoch reicht es nur für die Pre-Play-Offs.

Die Frankfurter Löwen haben mehr Mühen in der DEL2 als die mitaufgestiegenen Schlittenhunde aus Kassel. Besonders am Anfang der Saison kassierten die Hessen viele Gegentreffer. Torhüter Bryan Hogan fällt vorerst verletzt aus, Antti Ore wurde als Ersatz verpflichtet. Auch Justin Kirsch ist neu in der Mainmetropole und konnte mit vier Punkten in den ersten vier Spielen bereits seine Qualitäten zeigen. Die Anzahl der Strafminuten geht mit der Quote in Unterzahl nicht konform.

Uli Egen: Die Löwen haben einen sehr großen Kader und können so kurzfristig auf Verletzungen reagieren. Sie haben ihren Kader gezielt verstärkt. Die Pre-Play-Offs sind möglich. Ich denke es wird ein hessischer Zweikampf zwischen den Löwen und Bad Nauheim um den zehnten Platz.

Namhafte Spieler haben im Sommer den Weg nach Bad Nauheim gefunden, auch Trainer Petri Kujala ist neu bei den Roten Teufeln. Der sportliche Leiter Daniel Heinritzi (Trainer der letzten Saison) hat eine gute Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern gefunden, die Nauheimer bewegen sich in ihrem zweiten DEL2 Jahr stetig im Mittelfeld der Tabelle und sind auch offensiv und defensiv im Ligavergleich gut dabei.

Uli Egen: Die roten Teufel haben sich sehr gut verstärkt. Bei dem Team ist ein Auf und Ab zu erkennen. Auf der Zielgraden wird es einen Zweikampf mit den Löwen Frankfurt um das letzte Pre-Play-Off-Ticket geben.

Die Zwischenbilanz des EVL Landshut Eishockey ist ausgeglichen. Die Mannschaft von Andreas Brockmann konnte etwa die Hälfte der Spiele gewinnen. Der aus Nürnberg geholte Tyler Wyman verpasste verletzungsbedingt die ersten Spiele und so stand Pasi Häkkinen im Tor der Bayern. Patrick Jarrett ist nach einem Jahr in Österreich zurück in der DEL2 und führt zusammen mit seinem Partner PJ Fenton die mannschaftsinterne Scorerliste an. Allerdings haben die Niederbayern, auch aufgrund vieler Verletzungen, noch keine rechte Konstanz gefunden..

Uli Egen: Im Moment ist der EVL auch eine Überraschung, allerdings im negativen Sinn. Die Landshuter haben eine sehr gute Mannschaft und ebenso sehr gute Neuverpflichtungen. Für den EVL geht es direkt ins Viertelfinale.

In Ravensburg lag man zwischenzeitlich etwas hinter den eigenen Erwartungen zurück, die letzten Spiele führten die Towerstars allerdings zurück in die Top-6. Danny Naud ersetze im Sommer Petri Kujala als Trainer.  Die Oberschwaben zeigen sich oft defensiv zu anfällig und lassen vor allen Dingen auswärts zu viele Punkte liegen.

Uli Egen: Man ist hinter den eigenen Erwartungen zurück. Die Towerstars haben eine sehr gute Mannschaft, sind aber besonders auswärts nicht konstant genug. Der Weg geht in die Pre-Play-Offs.

Der SC Riessersee bewegt sich in dem erwarteten Rahmen. Vor der Saison prognostizierten wir einen fixen Pre-Play-Off-Platz mit einer vorhandenen Chance auf die Top-sechs. Genauso läuft es aktuell, die Garmischer rangieren auf Rang fünf. Lubor Dibelka und Tim Regan sind die einzigen, die bereits zweistellig getroffen haben, allerdings ist jeder Spieler der Mannschaft für einen Treffer gut. Das Team von Toni Krinner funktioniert als Einheit und kann auf die stabilste Abwehr der Liga verweisen. Offensiv ist noch Luft nach oben.

Uli Egen: Die Garmischer haben sich im Sommer gezielt verstärkt und mit Toni Krinner einen absoluten Top-Trainer an der Bande. Auch sie reagieren gut und schnell bei Verletzungen. Der SC Riessersee hat zudem einen starken Nachwuchs. Toni wir die Mannschaft unter die ersten sechs und somit ins Viertelfinale bringen.

Die Dresdner Eislöwen liegen nach einem völlig verpatzten Saisonstart jetzt mit Platz drei voll im Plan. Nachdem sich die Abwehr stabilisiert hatte, konnten die Sachsen im Saisonverlauf sieben Siege in Serie feiern. Offensiv gehören sie mit zu den stärkeren Teams und haben mit Stefan Chaput und Kris Sparre ein äußerst treffsicheres Duo in ihren Reihen. Letzterer ist der derzeitige Topscorer der Liga, hat allerdings nur einen Vertrag bis zum Jahresende.

Uli Egen: Nach einer schwierigen Anfangsphase haben die Dresdner personell gut nachgelegt. Zwar haben die Eislöwen jedes Jahr Siegesserien, aber dennoch geht das Team direkt in die Playoffs.


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