Berlin Capitals - Back to the Roots

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Es ist still um die einstige Skandalnudel der DEL geworden. Und das ist in diesem Fall sicher nicht verkehrt. Die Berlin Capitals sind durch den Punkteabzug vom Start der abgelaufenen DEL Saison in die Play Downs geraten und abgestiegen, die GmbH befindet sich im Insolvenzverfahren. Ein Scherbenhaufen, doch nun soll ein Neuanfang

gestartet werden. Die Capitals der Gegenwart haben eigentlich nur noch den Namen mit jener GmbH gemeinsam, die Eishockey - Deutschland jahrelang auf originelle Weise unterhielt. All die Geschäftsführer, Aufsichtsratsmitglieder und Hauptgesellschafter der vergangenen Saison sind weg, es ist keiner mehr da, der mit Patronatserklärungen oder Klageschriften winken könnte.

Übrig blieben auf der Geschäftsstelle nur Lorenz Funk als Manager und Karl Glaser als Mitarbeiter. Man zog in bescheidene Büroräume um und plant nun den Neustart in der zweiten Bundesliga. Doch noch immer hängt das Damoklesschwert der überschuldeten GmbH über den Preussen,

oder etwa nicht? "Nein", sagt Lenz Funk, "die GmbH wird vom

Insolvenzverwalter abgewickelt, wir spielen mit dem e.V. in der Bundesliga." Die Angestellten der GmbH bekommen nun drei ausstehende Monatsgehälter vom Arbeitsamt.

In der Sportstadt Berlin ist es ein enormer Vorteil, wenn man als e.V. spielt. Denn Vereine gelten als förderungswürdige Sportorganisationen, die keine Miete für die Sportanlagen zahlen müssen. GmbHs hingegen sind ähnlich wie Fitnesstudios kommerzielle Anbieter und nicht

förderungswürdig. "Wir müssen für die Deutschlandhalle keine Miete zahlen", bestätigt Lenz Funk. "Nur für Nebenräume, damit wir eine feste Mannschaftskabine haben."

Die Lasten der Vergangenheit scheinen also abgelegt zu sein. Nun gilt es, verlorenen Kredit bei der Öffentlichkeit zurück zu gewinnen. Lenz Funk hat diesbezüglich genaue Vorstellungen. "Wir wollen saubere Arbeit ohne finanzielle Probleme leisten und mit jungen, aber auch erfahrenen Spielern arbeiten, mit denen sich die Berliner Fans

identifizieren können." Erste Schritte wurden bereits getan. Das preussische Urgestein Marco Rentzsch soll aus Bad Nauheim zurück kehren (Funk: "Er hat mir sein Wort gegeben, unterschrieben ist noch nichts), Spieler der Young Capitals erhalten ihre Chance und wie man hört, will auch Ex- Verteidiger Sepp Lehner zurück an die Spree. "So a

Schmarrn", kommentiert Funk diese Meldung aus zuverlässiger Quelle. Anscheinend liegt noch keine Unterschrift vor, man ist bei den Preussen vorsichtig geworden. Kapitän Pavel Gross hat gleich für fünf Jahre unterschrieben, offensichtlich will er auch nach seiner

Spielerkarriere noch für die Capitals arbeiten.

Lenz Funk freut sich auf die neue Saison unter Trainer Peter Draisaitl. Die Fans hingegen sind seit 15 Jahren Erstliga - Eishockey gewohnt, man wird ihnen das zweitklassige Produkt daher schwer verkaufen können. Funk ist zuversichtlich: "In der Bundesliga spielen

ab der kommenden Saison fast alle Traditionsclubs, es fehlen nur noch Mannheim, Düsseldorf und Köln, dann wären alle wieder beisammen. Der Modus steht noch nicht fest, aber es könnte durchaus vier regionale Gruppen geben, dann hätte man lauter Derbys! Kaufbeuten, Landshut,

Tölz und Riessersee in einer Gruppe, da wäre was los!!!" Die Capitals stünden dann vermutlich mit Bremerhaven, Wolfsburg und Duisburg in einer Nordgruppe, aber entschieden ist noch nichts, auch ein anderer

Modus wird diskutiert. Derweil geben sich die Neuzugänge bei den Caps die Klinke in die Hand, Lenz Funk ist bereits wieder auf dem Sprung zum Flughafen, um einen Spieler abzuholen. Bodenständigkeit ist das Zauberwort, man will Spieler aus alten Zeiten ebenso wie Cracks aus

der Umgebung wie Jörg Handrick, der seine Laufbahn in Weisswasser begann. Kommentar eines Fans: "Spielt Malo eigentlich noch?". Ja, der spielt noch. Golf.

Alexander Brandt

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