„Bayern-Derby-Sieger: EVL“

Der EV Landshut konnte jubeln! Foto: Daniel Fischer - www.stock4press.deDer EV Landshut konnte jubeln! Foto: Daniel Fischer - www.stock4press.de
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Ungewohnt freizügig in ihren Defensivleistungen begegneten sich beide Teams in der ersten Spielhälfte dieses Derby-Klassikers. Einzig Sebastian Vogl im Tor der Gastgeber wollte sich dem nicht anschließen und machte letztlich den Unterschied aus. Völlig frei stand nach sechs Minuten Thomas Brandl im Slot, drehte sich einmal um die eigene Achse, war immer noch unbedrängt und beendete diese Freiheit durch einen Schuß, hoch in die Fanghandecke von Norm Maracle zum 1:0.

Zwei Minuten später die ersten Chancen der Gäste durch ihre Verteidiger Peter Kathan und Michael Rohner, jeweils nach Hinter-Tor-Pässen. Kannibalen-Torjäger Frantisek Mrazek störte Maracles Träume danach mit einem Kracher von der Mittellinie, den dieser nur mühsam entschärfte. So blieben auch dessen Vorderleute fahrig. In der zehnten Minute sprang Kevin Kapstads Schuß von der Bande zurück vor’s Tor. Billy Trew versuchte sich daran zwar vergeblich als Vollstrecker, konnte den Puck jedoch quer zu Peter Abstreiter stochern, der völlig freistehend keine Mühe hatte, aus 2 Meter Entfernung das verwaiste Tor zum 2:0 zu treffen.

Was seinen Verteidigern zuvor mißlang, vollendete Patrick Asselin als Torschütze vom Dienst in Überzahl aus Halbdistanz zielsicher: einen Hinter-Tor-Paß von Dominic Auger – keine Abwehrchance für Vogl. Nun luden die Cannibals ihre Nachbarn zum Toreschießen ein: Zwei Minuten vor Drittelende mißlang Markus Welz in Überzahl ein Schuß von der blauen Linie, und Asselin konnte allein auf Vogl zulaufen, der jedoch nicht zu überwinden war. Kurz vor der Pause das gleiche Bild: diesmal vertändelte Kamil Toupal an der Rosenheimer Drittelgrenze, und Rohner lief, von der Strafbank kommend, allein gegen Vogl – ebenfalls vergebens. Der 2:1-Zwischenstand nach dem ersten Drittel war deshalb schmeichelhaft für die Hausherren.

Die Niederbayern starteten zwingender in den Mittelabschnitt: Erst Trew, dann Welz auf Paß von Trew und schließlich Maximilian Brandl prüften den besten Spieler der letzten Saison: Maracle. Nachdem sich Corey Quirk allein durchspielte und wiederum an Vogl scheiterte, übernahmen die Linienrichter für zehn Minuten das Spiel. Icing, Abseits oder beides auch nicht – das Regelverständnis von Teams und Betrachtern wurde auf eine harte Probe gestellt. Starbull Asselin war wohl derart verwirrt, daß er aus zwei Metern Entfernung, freistehend, das leere Tor nicht traf. Stattdessen erspielte sich sein vierter Sturm, der nach Mitch Stevens’ Ausfall im ersten Drittel zur dritten Angriffsreihe (Schopf – Zick – Baindl) avancierte (Andrej Strakhov rückte für Stevens in die Mitte des zweiten Sturms), eine Serie von Ausgleichschancen kurz vor Ende des Mittelabschnitts. Auch hier: vergeblich.

Noch immer verwirrt zeigte sich Corey Quirk in der 47. Spielminute, als er erneut, 2 Meter und allein vor dem Tor, am glänzend reagierenden Vogl scheiterte. Vier Minuten später tat es ihm sein Kapitän Stephan Gottwald gleich, der wie bei einem Penalty-Shot in aller Ruhe allein auf Vogl zulaufen konnte, aber erneut am Stoiker im Landshuter Gehäuse seinen Meister fand. Stattdessen sorgte Landshuts Tschechen-Reihe für die Vor-Entscheidung, als Toupal einen Querpaß durch das Angriffsdriitel direkt zum 3:1 verwertete. Nur eine halbe Minute später vollendete Abstreiter sein Break von der Mittellinie zum 4:1.

Mit dem Mute der Verzweiflung suchten die Inn-Städter nun ihre letzte Chance, ersetzten Maracle schon fünfeinhalb Minuten vor Schluß durch einen sechsten Feldspieler und wurden weniger als 30 Sekunden später jäh dafür bestraft: Markus Welz lief auf und davon und vollendete zum Endstand mit einem Empty-Net-Goal. Nun tauschten die Oberbayern ihren Torwart: Maracle blieb auf der Bank, während Beppi Mayer zum seltenen Einsatz kam und souverän die Anforderungen meisterte. Auf tragische Weise war den Linesmen der letzte Aufreger des abends vorbehalten: von einem Schuß aus etwa 5 Metern Entfernung getroffen, mußte einer von ihnen das Eis eine Minute vor Schluß verlassen, wurde mit sechs Stichen am Kinn genäht, soll aber ohne Kieferbruch geblieben sein.

Der ob der Verletzung von Mitch Stevens durch einen ungeahndeten Check gegen den Kopf im ersten Drittel noch immer sichtlich erboste niederbayerische Trainer in oberbayerischen Diensten, Franz Steer, haderte anschließend nur mit der Chancenauswertung seiner Starbulls, bescheinigte ihnen ansonsten aber „ein sehr gutes Spiel gemacht“ zu haben. Sein Gegenüber Jiri Ehrenberger sah „das Spiel nicht so klar wie das Ergebnis“ und freute sich über Keeper Sebastian Vogl: „eine Bank“! Damit ist der Pokalverteidiger aus dem Rennen. Folgt ihm sein Bezwinger auf den Thron?

Tore: 1:0 (6.) Th. Brandl (Ostwald, Kapstad), 2:0 (10.) Abstreiter (Trew, Kapstad) 5-4, 2:1 (15.) Asselin (Auger) 4-3, 3:1 (54.) Toupal (Mrazek, Kracik) 5-4, 4:1 (55.) Abstreiter (Thornton), 5:1 (55.) Welz (Smazal) ENG

Strafen: Landshut 10, Rosenheim 14

SR: Bauer, LR: Lajoie, van der Heyd

Zuschauer: 2.442


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