Bad Tölz verteilt Geschenke, München nimmt an – 2:5 im Derby

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Wer hätte gedacht, dass bereits vor dem Spiel, bei der

musikalischen Einstimmung vor der Halle das Resümee der Begegnung zu hören

sein würde. „Bad day“, schallte es aus den Lautsprechern vor der

Hacker-Pschorr-Arena. Treffender kann man den Verlauf des Isarderbys aus Tölzer

Sicht fürwahr nicht beschreiben. Aufgrund zweier verschlafener Spielabschnitte

sowie zahlreicher Geschenke an den Gast, unterlagen die Tölzer Löwen dem EHC München

unstrittig verdient mit 2:5 (0:0,0:2,2:3). Die Buam hatten sich viel

vorgenommen, die Umsetzung jedoch war meist fernab dieses ehrgeizigen Vorhabens.

Vor 3500 Zuschauern war es ausgerechnet Florian Zeller, der bei seinem ersten

Besuch als Spieler seit seinem Wechsel nach München mit zwei Toren maßgeblich

an der geglückten Revanche – im Hinspiel siegten die Isarwinkler - des EHC

beteiligt war.

Prächtig gefüllt präsentierte sich die Hacker-Pschorr-Arena. Dem Anlass

entsprechend eben. Nur das Spiel selbst wollte sich noch nicht dem bei einem

Derby angenommenen Niveau anpassen. Beide Teams wollten kein unnötiges Risiko

eingehen und dem Gegner zuviel Raum gewähren. Tölz fand sich in den ersten

Minuten gleich dauerhaft in Unterzahl wieder, über einen längeren Zeitraum

sogar mit zwei Spielern weniger. Der Münchner Schorschi Kink hatte die einzige

wirklich gute Chance mit einer starken Einzelaktion. Mark Cavallin im Gehäuse

bereinigte die Situation. Aufregung gab es einzig zum Ende des Drittels, als

Peter Gulda T.J. Guidarelli per Kopfcheck zu Boden streckte. Schiedsrichter

Langer zeigte sich nachsichtig, Gulda durfte vierzehn Minuten später

weiterspielen. Es sollte nicht das letzte Mal gewesen sein, dass diese

Protagonisten aufeinander treffen.

Der zweite Abschnitt wurde etwas unterhaltsamer. Dummerweise nicht für die

Hausherrn. Basti Schwele gelang mit einem durchaus haltbaren Schlenzer die Führung

für den Aufsteiger. Bad Tölz zeigte sich in der Folgezeit geschockt, wirkte

konsterniert. Gelingen wollte nichts so richtig. Im Powerplay hatte Adam

Borzecki die große Chance zum Gleichstand. Er traf aus kurzer Entfernung die

Schulter von EHC-Goalie Jochen Vollmer. Ein Scheibenverlust an der blauen Linie

führte bei eigener Überzahl sogar zum 0:2. Guidarelli spielte auf Carlson, der

die 2-1 Situation souverän abschloss. Mark Cavallin war es zu verdanken, dass

nicht auch noch Ex-Löwe Florian Zeller erfolgreich war. Duplizität der

Ereignisse kurz vor der Pause. Der zweite nennenswerte Kontakt der Herren Gulda

und Guidarelli stand auf dem Programm. Gulda krachte nach einem Kontakt mit

Guidarellis Bein in die Bande, blieb benommen liegen. Dieses Mal entschied

Michael Langer auf Ausschluss für den jüngst zum Nationalspieler berufenen

US-Amerikaner.

Jeff Hoad war es dann im letzten und interessantesten Spielabschnitt, der für

den Anschluss hätte sorgen müssen. Die Schoner von Vollmer waren aber

Endstation. Einer der zahlreichen Stockfehler ermöglichte Florian Zeller sein

Tor vor seinem Publikum. Der Ex-Löwe hatte wenig Mühe die Scheibe ungehindert

an Cavallin vorbei zu bugsieren. Damit war die Partie entschieden, München

musste das Ergebnis nur noch verwalten. Immerhin gingen die Buam nicht ganz leer

aus. Christian Urban und Michael Baindl durften sich über ihre Treffer freuen.

Auf der anderen Seite machte Sicinski alles klar, Zeller traf zum Ende hin noch

ins leere Tor.

Axel Kammerer war nach der Partie entsprechend sauer. „Ich bin heute maßlos

enttäuscht von meiner Mannschaft. Wir haben unglaubliche Geschenke verteilt, München

hat sie dankbar angenommen. Es reicht nicht immer zu laufen und zu checken. Man

muss ein Tor manchmal auch erzwingen. Schade, dass wir vor dieser tollen Kulisse

nicht gewinnen konnten.

Gary Prior hingegen war froh über den Sieg, „da es in Tölz immer schwierig

zu spielen ist. Normalerweise rächt es sich, wenn man eine 5-3 Überzahl über

diese Dauer ungenutzt lässt.“ Mit der Spieldauerstrafe für Guidarelli zeigte

er sich überhaupt nicht einverstanden. „Er wird uns am Sonntag sehr

fehlen.“ Äußerst zufrieden war der EHC-Coach mit seinem Neuzugang. „Curth

war zuletzt nur ein paar Mal auf dem Eis. Er hat schnell umgesetzt, was ich von

ihm erwartet habe.

Oliver Rabuser

Tore:

0:1 (22:29) Schwele (Attenberger, Schadewaldt), 0:2 (29:30) Carlson (Guidarelli,,

4-5), 0:3 (47:47) Zeller, 1:3 (53:44) Urban (Borzecki, Schinköthe), 1:4 (54:08)

Sicinski (Carlson, Curth), 2:4 (55:22) Baindl (Kottmair, Urban), 2:5 (59:39)

Zeller (ENG)

Strafminuten: Bad Tölz

16 plus 10 (Gulda) -  München 

14 plus 5/Spieldauer (Guidarelli)


Schiedsrichter: M.Langer (Zweibrücken) – Faigle, Gödel


Zuschauer: 3325


Spieler des Spiels: Florian Zeller

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