Bad Tölz: Der "Macher" geht von Bord - Franz Demmel tritt zurück

Heimpleite gegen BietigheimHeimpleite gegen Bietigheim
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Als letzte Woche durch den Heimsieg gegen die Heilbronner Falken der Klassenerhalt fixiert wurde, war eines klar: Es war eine gelungene Saison. Statt in den Niederungen des Landesverbandes zu darben, bereicherten die Tölzer Löwen mit ihrem jungen Kader trotz enormer Zweifel anderenorts die Eishockey-Bundesliga. Am Ende dieser Spielzeit stand eine beispiellose Darbietung in der Abstiegsrunde, mit bislang nur zwei Niederlagen aber fünf Siegen. Wirtschaftlich scheint trotz des vergleichsweise niedrigen Etats alles im Lot. 

Diese positive Außendarstellung ist an einer Person festzumachen, dem Geschäftsführer der Tölzer Löwen, Franz Demmel. Er hat eine Mannschaft ins Rennen geschickt, welche die Zuschauer begeistert hat. "Tölzer für Tölz", lautete das Motto im Isarwinkel. An die 15 einheimischen Kufencracks spielen in der ersten Mannschaft, weitere rücken schon bald nach. Die Gehälter haben realistische Konturen. Bei anderen Vereinen würden Spieler bei Nennung dieser Summen etwaige Vertragsverhandlungen wohl umgehend abbrechen. Für die kommende Saison konnte Demmel mit den Eckpfeilern der Mannschaft bereits verlängern, marginale Verstärkungen sind zudem geplant. Doch Franz Demmel wird hierbei nicht mehr federführend sein. Er erklärte zur Überraschung Aller seinen Rücktritt zum Ende des Monats.  

Familiäre Gründe sollen ihn zu diesem Schritt bewogen haben. Der Bauernhof seiner Mutter brauche tatkräftige Unterstützung, auch bleibe in seinem Ingenieurbüro im heimischen Schönrain zuviel Arbeit liegen. Allerdings wird in Bad Tölz gemutmaßt, dass dies nicht die primären Gründe für den Rückzug seien. So wird spekuliert, die Entscheidung des Beirats, den Vertrag mit Trainer Rothkirch zu verlängern sei Demmel sauer aufgestoßen. Es ist seit geraumer Zeit ein offenes Geheimnis, dass der Geschäftsführer wegen angeblich zwischenzeitlicher Dissonanzen zwischen Mannschaft und Trainer die Geschäftsbeziehung mit Rothkirch nicht fortsetzen wollte, gar schon auf der Suche nach einem Nachfolger gewesen ist.Ob die nächsten Tage detailliertere Aufklärung bringen werden, bleibt abzuwarten. Ebenso, wer in die Fußstapfen Demmels treten soll.  

Eine andere Personalie ist hingegen bereits fix. Der kanadische Defender Chris St. Croix wird zur neuen Spielzeit das gelb-schwarze Trikot anziehen. Der 25-jährige kommt von Columbia Inferno, dem Club, welchem auch Patrick Couture und Trevor Demmans bis vor einem Jahr angehörten. Ob er allerdings, wie allgemein vermutet, Trevor Demmans ersetzen soll, ist nicht gewiss. Derek Mayer soll jüngst mit einer Rückkehr in die DEL liebäugeln, Ingolstadt auch schon Interesse bekundet haben. Und damit der Leitspruch "Tölzer für Tölz" auch weiterhin Bestand hat, sind Gespräche mit dem Ex-Löwen Christian Gegenfurtner vom designierten Absteiger aus Heilbronn im Gange. (orab)