Aufwärtstrend in Bad Tölz - Sieg gegen Freiburg verschenkt

Heimpleite gegen BietigheimHeimpleite gegen Bietigheim
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Wenn man zwei Spiele in Folge vor eigenem Publikum derart in den Sand setzt, wie es die Tölzer Löwen unlängst getan haben, ist ein Punktgewinn gegen den Tabellenzweiten zweifelsohne als Erfolg zu werten. Obwohl ein Dreier durchaus im Bereich des Möglichen gewesen wäre, ist der Einstand von Peter Obresa als neuem Trainer im Isarwinkel insgesamt erfreulich zu sehen. Die Mannschaft zeigte über weite Strecken beherztes Eishockey und ließ keinen Unterschied zum letztjährigen Erstligisten erkennen. Stark verbessert zeigte sich insbesondere die zuletzt vielfach gescholtene Sturmreihe um die Kanadier Jeffrey Hoad und Rod Stevens, die zusammen mit ihrem Sturmpartner Sebastian Kottmair für alle Treffer verantwortlich zeichneten. 
 

Der zu befürchtende Denkzettel der Zuschauer auf die jüngsten Darbietungen blieb aus. 1556 zahlende Kunden fanden sich in der Hacker-Pschorr-Arena ein, mehr sogar als beim Spiel gegen Weiden. Mit Derek Mayer und Sepp Keller fehlte ein Verteidigerpärchen, dafür agierten die Hausherren nahezu die gesamte Partie über mit vier Sturmreihen. Sichtlich um Wiedergutmachung bemüht wurde der Gegner frühzeitig angegriffen, die Räume eng gemacht. Das erste Powerplay brachte gleich die Führung. Kurios aber verdient. Sebastian Kottmair war der unverhoffte Torschütze, nachdem ihn Freiburgs Schlussmann Bronsard bei einem Klärungsversuch angeschossen hatte. Tim Regan hatte erneut bei numerischem Vorteil die große Chance zu erhöhen, diesmal war Bronsard zur Stelle. Unmittelbar in der nächsten Szene gelangte der Puck beim Aufbau aus dem eigenen Drittel an den Schlittschuh des Linesman, was urplötzlich Henrik Hölscher eine Breakchance verschaffte, die der Ex-Garmischer auch eiskalt zu nutzen vermochte. Es war in der Folgezeit ein offenen Schlagabtausch mit leichten Vorteilen für das Heimteam. Jeff Hoad hatte die neuerliche Führung auf dem Schläger, traf aber nur die Schoner von Bronsard.  
 
Der zweite Abschnitt sollte an diesem Abend der ereignisreichste werden. Zuerst legten die Breisgauer in Überzahl vor, weil Referee Vogl Tim Regan wegen angeblich unkorrekter Ausrüstung auf die Strafbank schickte. Sicher verlor Regan im Zweikampf seinen Helm, doch den Pass auf den der Pfiff Vogls folgte, wurde nur Zehntelsekunden danach gespielt. Ungeachtet dessen war der Treffer sehenswert. Aaron Fox passte über die gesamte Breite des Spielfeldes, wo er in Chris Lipsett einen dankbaren Vollstrecker fand. Was folgte, war die Antwort der Buam. Rod Stevens, zuletzt von den Fans liebevoll "Chancentod" genannt, nahm einen Pass von Hoad auf, umspielte Bronsard und legte den Puck zum Ausgleich hinter der Torlinie ab. Der vielleicht schönste Treffer war wenig später dem stärksten Tölzer Spieler vorbehalten. Über links kommend zog Jeffrey Hoad unwiderstehlich auf Bronsard zu und verlud ihn mit einem trockenen Handgelenksschuss. Die Tölzer waren drauf und dran das Heft nun in die Hand zu nehmen. Nur einer fünfminütigen Schlafmützigkeit auf Seiten der Isarwinkler hatten es die Wölfe zu verdanken, dass das Spiel nochmals eine Wende nahm. "Dem Gegner zu viel Raum gegeben und nicht eng am Mann", bewertete Peter Obresa im Nachhinein diese Phase. Eine clevere Mannschaft wie Freiburg weiß so etwas zu nutzen. Erst Juniorennationalspieler Simon Danner im zweiten Versuch, keine Minute später Aaron Fox, der von der Tölzer Deckung völlig außer Acht gelassen wurde. Und schon musste man wieder einem Rückstand hinterherlaufen. Einem glänzend aufgelegten Rod Stevens und einem Nickerchen eines EHC-Verteidigers war es zu verdanken, dass es mit ausgeglichenem Torekonto in die zweite Pause ging. Einen Bandenpass von Hoad erlief sich Stevens mit einem kräfteraubenden Sprint, der sogar noch einen überlegten Abschluss zuließ. Die gebotene Leistung brachte dem Kanadier ein Sonderlob seines Trainers ein. Schließlich kehrte der frisch gebackene Papa erst am Nachmittag von einer Woche Erziehungsurlaub aus Übersee zurück.  
 
Das letzte Drittel hatte lediglich drei Aufreger parat. Sieben der zehn Tore fielen bei ungleicher Mannschaftsstärke. So auch die beiden letzten. Erst durfte Peter Mares völlig frei vor Couture abstauben, dann traf Jeff Hoad aus dem Gewühl heraus. Auf Morgan Warren war Peter Obresa nach dem Spiel nicht ganz so gut zu sprechen. Einen überflüssigen Zehner handelte sich der Toptorjäger des ECT ein, als er einen abgepfiffenen Handpass lautstark kommentierte. 30 Sekunden vor Schluss hätte Warren seinen neuen Coach versöhnen können. Aus kurzer Distanz und unbedrängt setzte er die Scheibe am Gehäuse von Bronsard vorbei. Nachdem die Verlängerung keine Entscheidung brachte - Stevens hätte hier zum Matchwinner werden können - wähnten sich die Löwen im Penaltyschießen bereits kurz vor dem Gewinn des Zusatzpunktes. Hoad, Stevens und Regan hatten verwandelt, während bei Freiburg gerade mal der Ex-Tölzer Slavetinski erfolgreich war. Da griff Wölfe-Coach Gross auf eine ungewöhnliche Maßnahme zurück. Er tauschte seine Torhüter, nahm den glücklosen Bronsard raus und brachte den "kalten" Thomas Jetter. Ein Glücksgriff, wie sich sehr bald herausstellen sollte. Jetter parierte gegen Warren. Zeller, Stevens und Hoad - auf der anderen Seite trafen Lipsett (2) und Hölscher zum glücklichen Ende.  
 
Das Resümee von Peter Obresa war dennoch positiv. "Fürs erste eine gute Leistung. Wir haben uns in dieser Woche einige Punkte vorgenommen und einen Grossteil davon umsetzen können. Die Chance zu gewinnen war bis zum Schluss gegeben. Wir müssen versuchen konstant zu werden", lauteten die Kernaussagen des 44 jährigen. Desweiteren lobte Obresa seine vierte Reihe, die gut gearbeitet und den anderen Formationen entsprechend Entlastung verschafft hat. (orab) 
 
 Tore: 
1:0 (07:41) Kottmair, 1:1 (11:42) Hölscher (Danner), 1:2 (26:35) Lipsett (Parrish, Fox), 2:2 (30:09) Stevens (Hoad, St.Croix), 3:2 (33:31) Hoad (Stevens, Frank), 3:3 (36:32) Danner (Rifel, Hölscher), 3:4 (37:10) Fox (Mares, Parrish), 4:4 (39:06) Stevens (Hoad, C.Curth), 4:5 (43:29) Mares (Zelenka, Parrish), 5:5 Hoad (Stevens, Kottmair), 5:6 Lipsett (PEN) 
 
 Strafen: Bad Tölz 12+10 (Warren) - Freiburg 20 
 Schiedsrichter: Vogl (München) - Fröschle, Sauer 
 Zuschauer: 1556

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