Aufsteiger will den Sack zumachen

Haie kommen zum JubiläumHaie kommen zum Jubiläum
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Fast genau sechs Jahre ist es her, dass der jetzige Trainer von Mitaufsteiger REV Bremerhaven, Peter Draisaitl, die bis zum Bersten gefüllte Eissporthalle am Essener Westbahnhof in ein jubelndes Tollhaus verwandelte. Zwischen grenzenlosem Jubel und ängstlichem Bangen hatten die treuen Anhänger, Verantwortliche und Spieler die letzten Tage der Play-offs 1999 der 2. Bundesliga verbracht, bis zu eben jenem 25. April 1999, als der Stürmer mit der Rückennummer 17 mit dem entscheidenden Penalty für die endgültige Entscheidung sorgte, die Moskitos waren Deutscher Bundesligameister 1999. Zwar können die Moskitos in der laufenden Saison kein Bundesligameister werden, doch dem Beobachter entgeht nicht, dass es in diesen Tagen um die Gefühlswelt der Anhänger, Verantwortlichen und Spieler auch nicht besser bestellt ist als vor sechs Jahren. Nach mäßigem Erfolg in der deutschen Eliteliga DEL, der Insolvenz und dem Durchmarsch durch Regionalliga und Oberliga sind die Moskitos wieder in der 2. Bundesliga angekommen, und da wollen sie auch bleiben.

Lange Zeit sah es während der Vorrunde so aus, als könnten die Moskitos den beiden Mitaufsteigern Bremerhaven und Weißwasser in die Play-offs folgen und damit bereits frühzeitig das Saisonziel Nichtabstieg erreichen. Zwei Spiele vor Ende der Vorrunde kristallisierte sich allerdings rund um den Westbahnhof heraus, dass man es nicht schaffen würde und somit in die Abstiegsrunde muss. Es wäre reine Spekulation, jetzt zu sagen, was passieren würde, wenn die Moskitos den Klassenerhalt nicht schaffen würden, es war aber zwischenzeitlich nicht nur den Fans die Anspannung recht deutlich anzumerken. Mit einer unglücklichen Niederlage gegen Kaufbeuren begann die "Schweinrunde" alles andere als planmäßig, und nur der knappe und äußerst umkämpfte Sieg in Crimmitschau brachte zumindest das Punktekonto am ersten Wochenende wieder ins Soll.

"Unsere Warnungen sind wohl erst am Samstag bei der Mannschaft angekommen", sagte Moskitos-Sportdirektor Uli Egen nach dem ersten Wochenende und auch am zweiten Wochenende sollte der Manager zunächst Recht behalten. Ziemlich sicher wurden die von vielen vor der Saison als absoluter Ligenfavorit eingestuften Freiburger Wölfe mit 4:2 zurück in den Breisgau befördert, doch irgendwie bekam den Moskitos die vielen Tage Pause am Osterwochenende nicht. In Bad Tölz ging, wie schon die ganze Saison nichts und der Aufsteiger ging ziemlich unspektakulär mit 0:4 baden, wieder lange Gesichter überall. Den Höhepunkt der Niedergeschlagenheit erreichten die Gesichter im Heimspiel gegen die Blue Devils aus Weiden. Mit 3:1 führten die Oberpfälzer nach dem ersten Drittel verdient am Essener Westbahnhof und nicht nur unter den Fans machte sich lähmendes Entsetzen breit. Als der Neu-Iserlohner Michael Wolf allerdings 36 Sekunden vor Ende der Begegnung ein sehenswertes Zuspiel seines Sturmkollegen Eric Houde zum 5:4 in die Weidener Maschen hämmerte, war die Welt für 48 Stunden wieder in Ordnung.

Endgültig den Klassenerhalt sichern wollen sich die Moskitos am kommenden Wochenende. "Wir brauchen am kommenden Wochenende vier Punkte, dann müssten wir durch sein", so Moskitos-Trainer Toni Krinner. Den Grundstein für eine recht positive Ausgangsposition, und damit verbunden keine langen Gesichter, legten die Moskitos aber am letzten Sonntag. Nach dem Heimsieg gegen aufopferungsvoll kämpfende Weidener legten die Moskitos nach und brachten auch aus der Oberpfalz drei Punkte mit zurück nach Essen. Fünf Punkte beträgt nun der Abstand zu den beiden kommenden Gegner, gewinnt man beide Spiele, kehrt frühzeitig Ruhe und Sicherheit ein bei den Moskitos. Doch bereits der Freitag (19:30 Uhr, Eissporthalle Kaufbeuren) hat es in sich, auch die Joker aus Kaufbeuren haben sich noch nicht aufgegeben und wissen sicherlich nach dem Sieg in Essen, wie sie das angestellt haben. "Wir müssen mit der Moral vom letzten Wochenende dort antreten, dann haben wir alle Chancen. Kaufbeuren hat ein gefährliches Team, aber wir haben noch eine Rechnung mit ihnen offen", so Krinner im Ausblick auf den Freitag.

Ein Spektakel der besonderen Art erwartet alle Zuschauer am kommenden Sonntag, wenn die Moskitos endgültig den Klassenerhalt sichern wollen und vielleicht weht auch ein wenig der Geist vom 25. April 1999 durch den Westbahnhof. Bereits um 16 Uhr wird Hauptschiedsrichter Ralph Dimmers den Puck zum ersten Bully einwerfen am "EMMI Tag" bei den Moskitos. Sicherlich werden am Sonntag nicht knapp 6000 Zuschauer die Eissporthalle fast zum Platzen bringen, einen Hauch von 1999 hat dieses Spiel aber doch und so machen Verein, Sponsor EMMI und die Fans noch mal mobil um dem vorletzten Heimspiel einen würdigen Rahmen zu geben und vielleicht auch den Klassenerhalt frühzeitig zu sichern. Für alle Kinder und Jugendlichen bis 17 Jahre (einschließlich) ist der Eintritt frei, Christiane Gasche, Marketing Assistentin bei EMMI: "Wir wollen mit den Moskitos noch einmal ein Zeichen setzen." Ein Hinweis für die Jugendlichen, die sich an der Aktion "Fünf Spiele sehen, vier bezahlen" beteiligt haben. In der Geschäftsstelle liegen Gutscheine über 5,00 € zur Abholung bereit, die beim Kauf eines Merchandisingartikels angerechnet werden.

Personell wird es vermutlich nur einen Tausch geben, zwar hatten einige Akteure unter der Woche diverse Probleme, verzichten muss Toni Krinner aber voraussichtlich nur auf Alexej Dmitriev der wegen seiner schulischen Ausbildung passen muss. Dafür wird Stammtorhüter Leonhard Wild wieder zum Kader stoßen, allerdings zunächst nur auf der Bank sitzen. Auch so eine Anekdote die das Leben schrieb: In der letzten Oberligasaison war Dominic Lonscher der Stammtorhüter der Moskitos, für das entscheidende Spiel in Weißwasser setzte sich der damalige Förderlizenzkeeper der Kölner Haie, Leonhard Wild auf die Bank. "Für keinen anderen Verein würde ich das machen", diktierte Harti Wild damals in der Radio Essen Live Sendung ins Mikro von Reporter Björn Schüngel. Und als Dominic Lonscher keinen guten Tag erwischte, stellte sich der gebürtige Garmischer ins Tor und hielt so überragend, dass der Aufstieg doch noch an diesem Abend gelang, erster Gratulant war Dominic Lonscher. In dieser Saison sind die Vorzeichen umgekehrt, Wild der Stammkeeper, Lonscher die eigentliche Nummer zwei, aber in der kompletten Play-down-Runde vertritt der Backup-Mann Lonscher den Stammtorhüter Wild bisher mit sehr guten Leistungen. Vielleicht ist am Sonntag wieder der Stammtorhüter, diesmal Wild, der erste Gratulant. (uv – www.treffpunkt-westbahnhof.de)


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