Arbeitssieg im AllgäuErfolg im bayrischen Derby

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Die Starbulls gerieten zwar zweimal unglücklich in Rückstand, zeigten aber einmal mehr in der
Schlussphase den längeren Atem und das größere Zulegevermögen als der Gegner und entführten
mit 4:3 Toren knapp aber verdient drei Punkte aus dem Allgäu.
Die Starbulls mussten neben Christian Neuert auch auf Verteidiger Gustav Veisert verzichten. Einige
Akteure gingen zudem angeschlagen ins Spiel und Verteidiger Tobias Thalhammer musste im Verlauf
des zweiten Spielabschnitts schließlich passen. Seinen Defensivpart übernahm Maximilian Vollmayer,
der in der vierten Sturmreihe begonnen hatte. Die 1.799 Zuschauer in der Sparkassen-Arena am
Berliner Platz, darunter über 200 Fans aus Rosenheim, sahen von Beginn an ein zerfahrenes Spiel.
Zahlreiche kaum oder gar nicht nachvollziehbare Strafen, die Hauptschiedsrichter Ulpi Sicorschi auf
beiden Seiten aussprach, hemmten den Spielfluß zusätzlich. Nach sieben Minuten mussten die
Starbulls 1:40 Minuten mit zwei Spielern weniger agieren. Die nach sieben Niederlagen in Folge
verunsicherten Gastgeber schafften es in dieser Phase aber nicht, sich auch nur eine einzige
nennenswerte Torchance zu erspielen. Die größte Tormöglichkeit vor der ersten Pause hatte
Rosenheims Fabian Zick, der mit einer schönen Finte zwei Gegenspieler ausschaltete, dann aber aus zentraler Position an ESV-Keeper Stefan Vajs scheiterte (17.). Trotz leichter grün-weißer Dominanz ging das torlose Unentschieden nach 20 Minuten in Ordnung.
In der 22. Minute war es erneut Zick, der die Starbulls frei vor dem Gästetor in Führung hätte bringen
können. Stattdessen schloss Kaufbeuren den unmittelbaren, gut und schnell über Marc Schmidpeter
und Josh Burnell vorgetragenen Gegenzug zur 1:0-Führung ab. Die Starbulls waren aber nicht
geschockt, sondern legten einen Zahn zu. Wade MacLeod vergab gleich dreimal binnen weniger
Minuten die Möglichkeit zum Ausgleich jeweils frei vor dem Kaufbeurer Torwart. In Überzahl war es
schließlich seinem Sturmpartner C.J.Stretch vorbehalten, mit einem Direktschuss aus spitzem
Winkeln nach feinem Zuspiel von Stefan Loibl den verdienten 1:1-Ausgleich zu markieren (29.). Als
die Starbulls kurz danach in Unterzahl agieren mussten, revanchierte sich Stretch mit einem feinem
Pass auf Loibl, der beim Abschluss aber noch gestört wurde. Den direkten Gegenzug schloss
Kaufbeurens Josh Burnell mit einem perfekten Handgelenkschuss ins lange Eck zur erneuten Führung für die Hausherren ab – 2:1 (32.). Die Starbulls blieben aber die überlegene Mannschaft,
auch wenn die Zielstrebigkeit im Aufbauspiel nicht das Niveau der letzten Auswärtsspiele erreichte. In
der 36. Spielminute war es Verteidiger Peter Lindlbauer, der nach Zuspiel von MacLeod zum 2:2
erfolgreich war. Erst täuschte Lindlbauer in der Zentrale einen Schuss an, dann zog er mit
Verzögerung gegen den irritieren ESV-Keeper ab und schließlich verwandelte er aus dem linken
Bullykreis den Nachschuss. Fast hätten McLeod und Edfelder noch im zweiten Abschnitt die
erstmalige Rosenheimer Führung erzielt.
Ganze 15 Sekunden waren nach der zweiten Pause gespielt, da hatte Dominik Daxlberger Stefan
Vajs im Kaufbeurer Tor bereits zweimal zu starken Paraden gezwungen. Und erst 21 Sekunden des
letzten Spielabschnitts waren abgelaufen, als Daxlberger den Rückpass von MacLeod zum dritten
Rosenheimer Tor verwertet hatte. Die jetzt klar überlegenen Starbulls versäumten es aber, gegen die
konfus agierende Allgäuer nachzulegen. David Vallorani ließ per Täuschung seinen Gegenspieler ins Leere rauschen, schoss aber dann aus kurzer Distanz am rechten Pfosten vorbei. Schüsse von
Lindlbauer und McNeely wurden zur Beute von Stefan Vajs – Kaufbeurens Goalie war mit Abstand
bester Spieler der Allgäuer. Sein Gegenüber, Timo Herden, zeigte ebenfalls eine gute Leistung. Trotzdem war er nach knapp 51 Minuten zum dritten Mal geschlagen. Kaufbeuren, bis dato im letzten Spielabschnitt ohne nennenswerte Torchance, durfte noch einmal in Überzahl ran. Baindl und Oppolzer zogen die Rosenheimer Unterzahlbox auseinander und Lee Baldwin versenkt die Scheibe flach von der Seite zum 3:3-Ausgleich. Und plötzlich schnupperten die Allgäuer völlig überraschend am Sieg. Timo Herden verhinderte mit zwei tollen Paraden binnen weniger Sekunden gegen Burnell und Oppolzer den 3:4-Rückstand. Zwei der wenigen an diesem Eishockeyabend unumstrittenen Strafzeiten bescherten den Starbulls schließlich die große Chance zum Auswärtssieg. Kaufbeurens Schmidpeter folgte seinem Teamkollegen Schmidle gut zweieinhalb Minuten vor der Schlusssirene auf die Strafbank. Über eine Minute agierten die Grün-Weißen mit zwei Spielern mehr auf dem Eis – doch das Powerplay kam nur schwer in die Gänge. Als Kaufbeuren wieder mit vier Feldspielern auf dem Eis war, schlug Wade MacLeod aber doch noch zu und versenkte einen Rückpass von McNeely eiskalt unter die Latte, unmittelbar bevor die Gastgeber das Tor verschoben (59.). Die finale Maßnahme von Kaufbeurens Coach Mike Muller, seinen Torwart durch einen sechsten Feldspieler zu ersetzen, blieb wirkungslos. Mit den Starbulls nahm das Team mit der Mehrzahl an Spielanteilen und Torschüssen und der durchdachteren Spielanlage alle drei Punkte mit.

Pressemitteilung Starbulls Rosenheim


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