Andrew Schembri verlängert um zwei Jahre beim Deggendorfer SCJustin Kelly beendet seine Karriere

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Mit seinen inzwischen 36 Jahren ist der quirlige Angreifer nicht mehr der Jüngste, aber noch immer ein Vorbild an körperlicher Fitness und Einsatzwillen. Genau dieser Wille war es auch, der ihn nach einer Saison, die er 2016/17 mit einer schweren Verletzung fast vollständig pausieren musste, wieder zu alter Leistungsstärke zurückgebracht hat. Nach dem Aufstieg hatten ihn Kritiker erneut abgeschrieben. Mit einer Körpergröße von nur 1,70 Meter wurde gemutmaßt, dass er sich in der DEL2 nicht durchsetzen können würde. Weit daneben, denn Schembs gehört, obwohl er bislang nur 28 von 46 Spielen absolvieren konnte, zu den Spielern mit der höchsten Trefferquote im Team des DSC. Es gelang ihm sogar zweimal in Folge den Treffer des Monats in der DEL2 zu erzielen. Auch deshalb, weil er sich jeweils spektakulär gegen seine Gegenspieler durchgesetzt hatte.

Sportdirektor Neville Rautert hatte schon vor der Saison an den Deutsch-Kanadier geglaubt: „Vor der Saison habe ich ihm gesagt, dass sein Spielstil in der DEL2 gut passen wird. Er müsste hart arbeiten und an sich selbst glauben. Das hat er auf jeden Fall geschafft. Er hat sich diesen Erfolg durch harte Arbeit und Leidenschaft verdient. Man merkt, wie viel Spaß es ihm macht, auf dem Eis zu stehen und er ist top fit. Wir freuen uns sehr, dass er bleibt.“

Ein Großer sagt Servus: Justin Kelly hört auf

Es war der 21. Oktober 2018. Der Deggendorfer SC spielt auswärts in Kaufbeuren. Es wird das letzte Spiel bleiben, das Justin Kelly als Profi bestritten hat. Die Gehirnerschütterung, die er sich in dieser Partie zugezogen hat, zwingt den Angreifer seine Karriere jetzt zu beenden.

Mit fast zwei Metern Körpergröße ist Justin Kelly sowieso ein Großer. Die Erfolge, die er im Laufe seiner Karriere im deutschen Eishockey gefeiert hat, machen ihn zu einem ganz Großen. Im Jahr 2007 wechselte der Kanadier zum ersten Mal in die zweithöchste deutsche Spielklasse, zu den Bietigheim Steelers, wo er bis 2010 blieb. Nach zwei Spielzeiten in der DEL für Krefeld und Düsseldorf und einen Abstecher nach Schweden, kehrte er über den Umweg Ravensburg, für weitere vier Jahre zu den Steelers zurück. Wie groß dort die Verbundenheit mit dem sympathischen Hünen ist, wurde im ersten Spiel der aktuellen Saison deutlich, in dem er mit dem DSC auf eben jene Steelers traf, die ihn in eindrucksvoller Weise verabschiedeten. Emotional. Ehrlich. Auf eine Weise, wie sie im Profisport eher selten ist, aber eben genauso, wie es ein Sportler und Mensch der Klasse von Justin Kelly verdient hat.

Unvergessen bleiben die Erfolge von Kelly im deutschen Eishockey. Mit den Steelers feierte er zwei DEL2-Titel und wurde einmal Meister der 2. Bundesliga. Als regelmäßiger Topscorer trug er sich auch in zahlreiche Bestenlisten ein. Sein persönlich erfolgreichstes Jahr war vermutlich 2015/16 als er nicht nur ligaweit die meisten Punkte und Vorlagen sammeln konnte, sondern auch als „Spieler des Jahres“ und „Stürmer des Jahres“ in der DEL2 ausgezeichnet wurde.

Jetzt heißt es für Kelly zunächst, seine Verletzung komplett auszukurieren. Die Weiterbehandlung wird in seiner kanadischen Heimat Vancouver passieren. Wie es dann weitergeht? Kelly: „Ich habe noch keine Pläne für die Zukunft. Nach meinen zahlreichen Gehirnerschütterungen in den letzten Jahren ist jetzt der erste Schritt, wieder ganz gesund zu werden, bevor ich die nächsten Schritte in meinem Leben planen kann.“

Bevor es Ende der Woche zurück nach Kanada geht, will sich der Mittelstürmer auch noch von Deggendorf verabschieden: „Ich möchte mich bei der Organisation und den Spielern für die Zeit hier in Deggendorf bedanken und wünsche allen viel Erfolg für die Zukunft. Vielen Dank an die Fans für die Unterstützung während meiner Zeit hier.“