Am Ende fehlte die Kraft EC Bad Nauheim

Lesedauer: ca. 4 Minuten

Dennoch hatten wir vor allem im zweiten Drittel große Chancen, um mit einem 3:0, 4:0 oder gar 5:0 den Sack zuzumachen. Im letzten Drittel kam es dann, wie es so oft kommen muss, nachdem wir stehend K.O. waren", sagte ein ob des Ergebnisses - nicht aber wegen der Leistung seines Teams - enttäuschter EC-Coach Petri Kujala nach dem Spiel.

Seine Mannschaft ging wie schon angesprochen ersatzgeschwächt ins Spiel: mit Marco Schütz, Maik Blankart und Alexander Baum hatten sich gleich drei Stammkräfte in der Defensive grippegeschwächt abgemeldet, die beiden Förderlizenzspieler Jonas Noske und Alexander Thiel konnten aufgrund Erkrankungen beim Partner Düsseldorf nicht abgestellt werden. Darüber hinaus liefen Harry Lange und Patrick Strauch mit Erkrankungen und nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte auf, um ihrem Team zu helfen. Von der DEG konnten zumindest Corey Mapes und Tim Brazda den Kader verstärken, zudem waren Goran Pantic und Jugendspieler Garret Pruden mit dessen zweiten DEL2-Einsatz mit von der Partie, und sie alle sollten Eiszeiten bekommen.

Die Hausherren begannen druckvoll: nach nicht ganz drei Spielminuten zog Dusan Frosch in Überzahl von halblinker Position einfach mal mit viel Speed ab und das Hartgummi landete über der Fanghand von Gäste-Goalie Frazee zum 1:0 im Netz. Die Gäste wollten antworten, scheiterten aber immer wieder an der kompakten Defensive der Kurstädter, die so gut wie keine Schüsse auf den Kasten vom wiedergenesenen Jan Guryca zuließ. Stattdessen konterte man konsequent und ging durch Tim May erneut über die Fanghandseite von Frazee von fast derselben Schussposition wie zuvor beim Führungstreffer gar mit 2:0 in Front (8.). Die Nordhessen benötigten eine ganze Weile, um sich von diesem Schock zu erholen, erst gegen Ende des ersten Durchgangs erhöhten sie den Druck auf Guryca, der Schüsse von Carciola (17.) und Zeiler (18.) entschärfen musste. Die Fans standen wie eine Wand hinter ihrem Team und machten eine tolle Stimmung in einem temporeichen und intensiven Hessenderby.

Dies blieb auch im zweiten Drittel so, auch wenn die Gäste durch Wycisk zunächst die erste Einschusschance aus dem Slot hatten, die der bestens disponierte Guryca sicher mit der Fanghand hielt. Es folgten aber erneut starke Minuten der Roten Teufel, die sich immer wieder hochkarätige Möglichkeiten erspielten. Zunächst verpasste Ringwald völlig frei im Slot im Powerplay (24.), nur wenige Minuten später zirkelte Max Campbell nach toller Vorarbeit von Vitalij Aab am leeren Tor vorbei. "Wenn Bad Nauheim hier die Tore gemacht hätte, wäre es für uns vorbei gewesen", sagte Kassels Coach Rico Rossi nach der Partie. Es sollte aber erneut nicht sein, denn auch Kyle Helms verpasste das leere Tor kurz vor der zweiten Pause, allerdings sollte man auch nicht unerwähnt lassen, dass Kassel ebenfalls einige Chancen auf der Kelle hatte. "Bad Nauheim hat defensiv aber gut gestanden und war taktisch in der eigenen Zone sehr gut eingestellt", so Rico Rossi.

Im letzten Abschnitt war es klar, dass die Schlittenhunde noch einmal kommen würden. Vielleicht wäre ja aber auch der ein oder andere Konter dabei gewesen, der die Vorentscheidung zugunsten der Wetterauer hätte bringen können. So z.B. in der 50.Minute, als Kassels Flache das Hartgummi vor dem eigenen Tor verlor, was Harry Lange aber nicht nutzen konnte. Stattdessen setzte es im Gegenzug auf der anderen Seite den Anschlusstreffer, nachdem Daniel Ketter seinen Gegenspieler eigentlich schon sicher hatte, doch Schmölz konnte noch auf Alt passen, der mit einem Flachschuss zum 2:1 traf. Jetzt wurden es nochmal lange zehn Minuten und die Gastgeber gingen förmlich auf dem Zahnfleisch. Es war nur noch die Frage, ob man das Resultat über die Zeit bringen würde, aber die Gäste ließen mit ihren Topblöcken nochmal Feuer in der Teufelsküche machen. Schließlich war es Manuel Klinge, der einen Rebound nach einem Schmölz-Schuss zum Ausgleich verwerten konnte. In der Verlängerung sammelten sich die Gastgeber nochmal und bündelten alle Kraftreserven. Dan Ringwald hatte hierbei den Sieg auf der Kelle, als er ganz frei vor Frazee auftauchte (63.)  - der US-Amerikaner hielt. Besser machten es die Huskies: exakt 19 Sekunden vor dem Penaltyschießen hielt Tomassoni einfach mal drauf und traf zum Siegtor für die Schlittenhunde. "Dieses Tor war nicht zu halten. Das Hartgummi geht durch die Beine des Verteidigers und über die kurze Schulter des Torhüters - keine Chance", sagte Kassels Coach Rico Rossi, der nach zwei Niederlagen in Folge somit ausgerechnet im Derby wieder einen Sieg feiern kann.

Am Sonntag geht es für die Roten Teufel nun nach Bremerhaven, ob und wer von den Erkrankten wieder mitwirken kann, ist aktuell völlig offen. "Fakt ist, dass sie derzeit krank sind. Hoffen können wir immer, aber realistisch gesehen müssen wir wohl auch am Sonntag auf sie verzichten", so Petri Kujala.

EC Bad Nauheim - Kassel Huskies 2:3 n.V. (2:0, 0:0, 0:2)

Tore:
1:0 (02:53) Frosch (Ringwald, Paris) PP1
2:0 (07:02) May (Strauch, Pantic)
2:1 (50:39) Alt (Schmölz, Stephan)
2:2 (55:21) Klinge (Alt, Schmölz)
2:3 (64:41) Tomassoni (Collins, Valenti)
Strafminuten: ECN 4 / KSH 12
Zuschauer: 4.270

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