„Alle Spieler werden jeden Tag besser!“Heilbronner Falken

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„Die Jungs halten sich nun an das System des Trainers. Dies war zuvor oftmals ein Grund für die Niederlagen. Zudem werden alle Spieler jeden Tag besser, sie entwickeln sich so, wie wir es erhofft und erwartet haben. Auch unsere ausländischen Spieler kommen nun an das richtige Niveau heran. Besonders sieht man das bei Dustin Cameron. Aber auch Grant Toulmin und Connor O´Donnell werden im Angriff immer besser und selbstbewusster. Diese kleine Siegesserie, die wir hatten, hat uns natürlich auch ein stärkeres Selbstvertrauen gegeben. Wir sind nun in der Liga angekommen und können, wenn es gut läuft, jeden Gegner schlagen.“, so Falken Geschäftsführer Atilla Eren nach dem gestrigen Spiel. Wer mag ihm da widersprechen?

Seit den Niederlagen gegen Dresden, Frankfurt und Kassel, seit den elendig langen 145 Minuten ohne eigenes Tor hat sich das Auftreten der Falken immens geändert. Gradliniger ist das Spiel geworden, vermehrt wird der schnelle Abschluss gesucht. Das Toreschießen wird zur Selbstverständlichkeit und die Defensive beinhaltet nun auch die Stürmer. Gewiss ist es nach zwölf Spieltagen zu früh Lobeshymnen zu singen, aber die von uns ausgesprochene Kritik hinsichtlich einer fehlenden Entwicklung ist einige Wochen später hinfällig. Dies konnte man beim gestrigen Spiel gegen den EVL Landshut deutliche sehen. Zwar war das gesamte Spiel sehr ausgeglichen, doch die Falken behielten dank eines konsequenten Ausnutzens der eigenen Chancen die Oberhand und verließen das Eis als verdienter Sieger. Bereits nach 56 Sekunden führten die Unterländer durch Dustin Cameron mit 1:0. Noch vor der zehnten Minute drehten die Landshuter durch Treffer von Cody Thornton (3.) und Patrick Jarrett (8.) die Partie. Doch die Falken ließen die Flügel nicht hängen und ergaben sich nicht ihrem Schicksal, sondern sie liefen viel, arbeiteten hart und belohnten sich für ihren Aufwand. So erzielten sie sogar in Unterzahl den Ausgleich. Erneut war es Dustin Cameron (12.), der traf.

 Auch im Mittelabschnitt ging das Spiel hin und her, ein Spiel in der neutralen Zone fand fast nicht statt. In der 25. Minuten agierten die Falken erstmalig am heutigen Abend in Überzahl. Zwar konnte Ty Morris für die Landshuter ein Break fahren, scheiterte aber am gut aufgelegten Philip Lehr. Da die Landshuter Abwehr ihre Positionen noch nicht wiedergefunden hatte trafen die Falken im direkten Gegenzug zum 3:2. Dorian Saeftel nutzte die entstandene Lücke und traf per Handgelenkschuss. Etwas Glück hatten die Falken nur wenige Sekunden später: Nach einem Schuss prallte der Puck am Tor der Falken ab und das Spiel lief weiter. Schiedsrichter Eric Daniels entschied „kein Tor“. Es schien jedoch ein Treffer gewesen zu sein. Von der Tribüne sah es aus, als sei der Puck am hinteren Torgestänge und somit hinter der Linie abgeprallt. Glück für die Falken, denn dies wäre der erneute Ausgleich gewesen. In der 31. Minute erhöhten die Unterländer auf 4:2: Pasi Häkkinen konnte zwar den Schuss von Dustin Cameron entschärfen, doch gegen den Nachschuss von Marcel Kurth war er machtlos. Auch dieser Treffer fiel im Powerplay. Angespornt durch diesen erneuten Gegentreffer setzen sich die Gäste nun etwas im Drittel der Heilbronner fest. Bei einer neuerlichen vier gegen vier Situation fuhren Sachar Blank und der Torschütze Alexander Janzen einen nahezu perfekten Kontor und erhöhten gemeinsam auf 5:2. Zuvor musste der starke Dustin Cameron einen harten Bandencheck von Peter Abstreiter einstecken. Einige Sekunden blieb der Heilbronner auf dem Eis liegen, konnte aber ohne Hilfe das Eis verlassen und ohne Probleme weiterspielen. Zu Recht erhielt Abstreiter für dieses Foul eine 2 + 10 Minuten Strafe. Auf Heilbronner Seite musste Robin Thomson in die Kühlbox, da er Abstreiter ebenso aufs Eis schickte. Kurz vor der zweiten Pause musste Moritz Muth auf die Strafbank. Souverän spielten die Falken die verbliebenen 50 Sekunden zu Ende und ließen keine Chance der Gäste zu. In den letzten Spielen zeigte sich gerade in solchen Situation ein anderes Bild.

Das letzte Drittel begannen die Falken logischerweise ebenso in Unterzahl, aber mit einer 5:2 Führung im Rücken. Zunächst schien es, als wollten die Mannen von Headcoach Igor Pavlov das Spiel souverän und sicher zu Ende spielen. Zwar konnten sie sich einige Chancen erarbeiten, konzentrierten sich -verständlicherweise- aber auf eine solide Defensive, wo auch die Stürmer gut nach hinten arbeiteten. In der 51. Minute wurde es noch einmal spannend. Der Ex-Falke P.J. Fenton verkürzte auf 5:3. Seinen augenscheinlich ungefährlichen Schuss ließ Philip Lehr passieren. Nur zwei Minuten später wurde die Aufholjagd der Landshuter gestoppt. Alexander Janzen fuhr zum wiederholten Male einen schnellen Konter, setzte sich gegen drei Landshuter durch und traf zum 6:3. Der Jubel der Spieler und der Fans war groß, obwohl der Puck eigentlich schon verloren schien. Doch Janzen arbeitete weiter und spielte die Situation zu Ende. Er belohnte sich und seine Mannschaft durch diesen Willen mit dem sechsten Treffer. Das vierte Tor der Südbayern durch Bill Trew in der 58. Minute war nur noch Ergebniskosmetik.

Stimmen zum Spiel:

Philip Lehr / Heilbronner Falken: „Es ist super, nach einer Verletzung zurückzukommen und direkt das Spiel zu gewinnen. Wir hätten sicherlich einen oder zwei Treffer weniger hinnehmen können, da die Treffer zwei und drei der Landshuter nicht zwingend fallen mussten. Die nehme ich auf meine Kappe. Wir haben nun das System unseres Trainers verstanden und haben auch mehr Selbstvertrauen. Vor einigen Wochen hätten wir vielleicht noch den Ausgleich bekommen.“

Andreas Brockmann / Trainer EVL Landshut Eishockey: „Heilbronn hat den Sieg verdient. Sie haben härter gearbeitet. Wir wollten es heute spielerisch lösen. Beide Tore im ersten Drittel sind durch Turn-over gefallen. Zwar hatten wir zahlreiche Schüsse, aber wir waren viel zu harmlos. Wenn man nach dem zweiten Drittel 2:5 zurückliegt, ist es sehr schwer, das Spiel zu drehen. Wir haben zwar noch das 3:5 erzielt, doch quasi durch ein Eigentor ist dann das 6:3 für Heilbronn gefallen. Heute hat die Mannschaft gewonnen, die mehr gelaufen ist und härter gearbeitet hat.“

Igor Pavlov / Trainer Heilbronner Falken: „Es war ein offenes und gutes Spiel. Wir hatten heute eine gute Verwertung der Torchancen und unser Penaltykilling war ebenso gut. Wichtig war der 2:2-Ausgleich in Unterzahl. Trotz der heutigen Spielkontrolle haben wir immer noch die Schwäche, dass wir dem Gegner zu viel Platz zum Schießen lassen. Du müssen wir solider und konsequenter werden. Nach zwölf Spielen ist nun zu sehen welche Reihe harmoniert, wer zu wem passt. Die Reihen funktionieren. Unsere jungen Spieler bringen immer 100 %, ob es am Ende reicht oder nicht ist etwas ganz anderes. Heute haben die Specialteams das Spiel entschieden. Vielleicht haben wir nun bis zum nächsten Spiel etwas Ruhe vor den Medien.“

Statistik:

1:0 Dustin Cameron (Fabian Krull, Marcel Kurth) 0:56 – 1:1 Cody Thornton (Maximilian Forster, Ty Morris) 3:00 – 1:2 Patrick Jarrett (Andreas Geipel, Paul-John Fenton) 7:35 – 2:2  Dustin Cameron (Unterzahl-Tor) (T. J. Fast, Robin Thomson) 11:49

3:2 Dorian Saeftel (Überzahl-Tor) (Sergej Janzen, Alexander Janzen) 26:50 – 4:2  Marcel Kurth (Überzahl-Tor) (Dustin Cameron, Robin Thomson) 30:44 – 5:2 Alexander Janzen (Sachar Blank, Dominik Tiffels) 35:29

5:3 Patrick Jarrett (Paul-John Fenton) 50:54 – 6:3  Alexander Janzen (Sachar Blank, Sergej Janzen) 52:26 – 6:4 Bill Trew (Ty Morris, John Rogl) 57:06

 

Strafen:                      Heilbronn: 14 -  Landshut: 8 + 10 Abstreiter

Schiedsrichter:           Eric Daniels

Zuschauer:                 1.235