Achterbahnfahrt setzt sich fort: Sieg in Kaufbeuren - Obresa neuer Trainer

Heimpleite gegen BietigheimHeimpleite gegen Bietigheim
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Durchstöbert man das Internetforum der Tölzer Löwen, ist durchaus so etwas wie vorübergehender Liebesentzug des Anhangs der Mannschaft gegenüber zu erkennen. Verständlich, wenn man der jüngsten Demütigung auf eigenem Eis gegen den EV Weiden beiwohnte. Daneben war die 1:7 Schmach auch nicht die einzige maue Darbietung der noch jungen Spielzeit vor eigenem Publikum. Aber es war das erste Mal, dass das sonst so strapazierfähige Tölzer Publikum sarkastische Schmähgesänge gegen das eigene Team intonierte. Die Reaktion der Kufencracks sollte nicht ausbleiben. Beim eigentlich heimstarken ESV Kaufbeuren gelang mit dem 6:4 Erfolg eine teilweise Rehabilitation. Immerhin war dies bereits der dritte Erfolg in der Fremde bei gerade mal fünf Gastspielen. Ganz offensichtlich kommen die Buam auf auswärtigem Terrain besser zurecht, weil sie dort nur reagieren müssen, anstatt zu versuchen, dem Gegner das eigene Spiel aufzudrücken. Hauptursächlich für den Dreier im Allgäu war das erste Drittel, bei dem eine nahezu hundertprozentige Chancenauswertung gelang, was sich ergebnismäßig in einem komfortablem 5:0 Vorsprung widerspiegelte.



Verzichten musste Beppo Schlickenrieder auf seinen Kapitän. Bei Derek Mayer brach die gerade ausgeheilte Leistenverletzung wieder auf. Auch seinem Stellvertreter war ein Mitwirken nicht möglich. Christian Curth´s Kiefer machte am Freitag Bekanntschaft mit einer Hartgummischeibe. Rod Stevens flog nach British Columbo, wo er zusammen mit seiner hochschwangeren Frau der Niederkunft seines Nachwuchses entgegenfiebert.

Auch ohne die genannten Stammkräfte entwickelte sich die Partie schnell zugunsten des Tabellenletzten. Obwohl die Joker in dieser Saison für ihre behäbigen Anfangsphasen bekannt sind, hätte der kühnste Optimist nicht auf einen fünf Tore Vorsprung der Buam nach zwanzig Minuten getippt. Es war aber die Realität. Anton Prommersberger eröffnete nach knapp einer Minuten den Torreigen, Beppo Frank legte im Powerplay nach. Als wenig später Jeffrey Hoad den Vorsprung ausbaute, wähnte sich Martin Cinibulk im falschen Film und räumte seine Planstelle für Jochen Reimer. Lange konnte aber auch der Back-up Goalie des ESVK seinen Kasten nicht sauber halten. Morgan Warren stellte von der Strafbank kommend die Weichen endgültig auf Sieg. Nachdem sich auch noch Florian Leitner in die Torschützenliste eintragen durfte und gerade einmal zehn Minuten gespielt waren, rieben sich die Zuschauer im Stadion am Berliner Platz nicht nur verwundert die Augen, sie begannen auch ihren Unmut über die Leistung der Hausherren in immer lauter werdenden Pfiffen auszudrücken. Die zwischenzeitlich von Joker-Coach Doug Kacharvich anberaumte Auszeit verpuffte wirkungslos. Überhaupt gerät Kacharvich mehr und mehr in die Kritik des Kaufbeurer Anhangs. Keine Handschrift sei zu erkennen, die Mannschaft agiere oft zu planlos.

Die Allgäuer wirkten nach der Pause geistig etwas wacher und sportlich druckvoller. Auch vereinzelte Möglichkeiten wurden herausgespielt. Bis zu ihrem ersten Treffer durch Thorsten Rau benötigten sie allerdings über die Hälfte dieses Spielabschnitts. Zwar erarbeiteten sich die Joker jetzt ein optisches Übergewicht, Patrick Couture ein weiteres Mal zu überwinden, gelang ihnen indes nicht. Tim Regan durfte sich nach einem Handspiel im Torraum im Alleingang gegen Reimer versuchen und stellte den alten Abstand noch vor dem erneuten Seitenwechsel wieder her. Mit dem Mute der Verzweiflung warfen die Gastgeber im Schlussdrittel alles nach vorne und wären fast noch belohnt worden. Der Doppelschlag von Kaltenhauser und Dietrich setzte die letzten Energien frei. Zu mehr als einem erneuten Treffer von Brandon Dietrich reichte es jedoch nicht.

Für Beppo Schlickenrieder war der bayerische Vergleich die letzte Begegnung als Interimstrainer. Auf der Pressekonferenz gab der Geschäftsführer die Verpflichtung von Peter Obresa als neuen Übungsleiter der Tölzer Löwen bekannt. Der am 06.08.1960 in Recklinghausen geborene Obresa war als Spieler unzählige Jahre beim Mannheimer ERC und in der deutschen Nationalmannschaft aktiv. Seine Trainerlaufbahn begann in Frankfurt und führte ihn dann weiter zum EC Bad Nauheim, wo er die beiden vergangenen Spielzeiten die Geschicke auf dem Eis lenkte. (orab)

Tore:

0:1 (00:52) Prommersberger (Urban,Hoad), 0:2 (02:54) Frank (Kottmair, Prommersberger), 0:3 (04:53) Hoad (Leitner, St.Croix), 0:4 (07:51) Warren, 0:5 (10:22) Leitner (Kottmair, Frank), 1:5 (32:04) Rau, 1:6 (37:19) Regan (Penalty), 2:6 (47:12) Kaltenhauser (Rau), 3:6 (48:26) Dietrich (Rau, Kaltenhauser), 4:6 (54:57) Dietrich (Kaltenhauser, Rau)

Strafen: Kaufbeuren: 12 - Bad Tölz 18

Schiedsrichter: Deubert (Fischer, Kees)

Zuschauer: 1836

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