Ab heute gilt´s im Halbfinale2. Bundesliga Play-Off-Halbfinale

Lesedauer: ca. 2 Minuten

Zugute kommt zunächst wohl allen vier Mannschaften, dass sich aufgrund der Entfernung die Fahrzeiten zum jeweiligen Gegner in Grenzen halten. Brisanz ist mit Sicherheit in den  Partien zwischen den Schwenninger Wild Wings und den Ravensburg Towerstars. Die Baden Württembergischen Derbys zwischen den Erzrivalen waren schon in der Hauptrunde Spiele voller Kampf und wurden auf dem Eis und auf den Rängen mit viel Enthusiasmus geführt. Dabei zogen die Oberschwaben bis auf einen 2:1 Sieg nach Penaltyschießen dreimal den Kürzeren. Während die Wild Wings zurzeit keine Ausfälle zu beklagen haben, müssen die Towerstars auf alle Fälle auf Torhüter Christoph Rhode verzichten. Zwar ist das Strafmaß gegen ihn nach einer Matchstrafe im vorletzten Spiel des Viertelfinales noch nicht offiziell bestätigt, aber eine Gehirnerschütterung nach einem Check aus dem gleichen Spiel wird einen Einsatz in dieser Wochen aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich machen. Allerdings war Backup Matthias Nemec auf den Punkt bereit und hielt den Sieg in der Viertelfinal-Serie fest. Ein großes Fragezeichen steht auch hinter dem Einsatz von Stürmer Tommi Hannus, der ebenfalls verletzt ist. Mit Frederic Cabana haben die Ravensburger den effektivsten Torschützen der Play-Offs im Kader, die Schwenninger können aber die kompakteste Verteidigung vertrauen. Zudem können Letztere durchgängig mit vier Riehen spielen und haben die Qual der Wahl, welcher Kontingentspieler als überzählig auf die Tribüne muss. Das Zünglein an der Waage konnten die Special-Teams werden: Sowohl in Über-, als auch in Unterzahl liegen die Wild Wings hier vorn. Die Viertelfinal-Serie der Towerstars ging über sieben kräftezehrende Spiele, während die Schwenninger bereits seit Gründonnerstag Zeit zum Regenerieren hatten. Man kann es aber natürlich auch andersherum sehen: die Ravensburger gehen mit dem Schwung und dem Restadrenalin aus der letzten Partie ins Halbfinale, während die Wild Wings nicht mehr im Spielrhythmus sind…

Spannung verspricht auch die Ansetzung Bietigheim Steelers gegen Starbulls Rosenheim. Alle Partien der Hauptrunde, einschließlich des Pokalfinales, gingen an die Ellentaler. Aber wie Starbulls-Trainer Franz Steer schon einmal sagte: „Je länger eine Serie dauert, desto wahrscheinlicher ist ihr Ende.“ Ausfälle gibt es auf beiden Seiten. Auf Rosenheimer Seite fehlt Robert Schopf wegen eines Trauerfalls in der Familie (ihm widmeten seine Mannschaftskameraden übrigens den letzten Sieg über die Landshut Cannibals), auch hinter dem Einsatz von Andrej Strakhov steht ein Fragezeichen. Auf Bietigheimer Seite wird der Verlust von Kapitän und Topscorer Marcel Rodman besonders schwer wiegen. Für den Slowenen ist nach einer Adduktorenverletzung die Saison beendet. Offensiv zeigten sich beide Mannschaften im Viertelfinale gleich stark, allerdings war die Defensive der Ellentaler nur schwer zu knacken. Auch Torhüter Jochen Vollmer zeigte sich konstanter als sein Gegenüber Pasi Häkkinen. Unterschiede gibt es auch in den Special-Teams: klarer Vorteil im Über-und Unterzahlspiel für die Steelers. In der Hauptrunde holten die Ellentaler glatte 19 Punkte mehr als die Bayern und waren die offensiv stärkste Mannschaft der ganzen Liga. Auf der anderen Seite könnte der größere Kader der Rosenheimer gerade in einer länger andauernden Serie von Vorzug sein. Und die Starbulls haben noch eine Rechnung offen…