4:2-Sieg über Crimmitschau – Favorit zurück in der Spur

Schafft es Manuel Klinge?Schafft es Manuel Klinge?
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Nach dem 3:7-Debakel am

Ostersamstag in Crimmitschau konnten die Kassel Huskies am Montagabend das

dritte Viertelfinalspiel mit 4:2 (1:0; 0:1; 3:1) für sich entscheiden und gehen

damit in der Serie mit 2:1 in Führung.

Die Gastgeber starteten

wesentlich besser als noch im letzten Heimspiel gegen die Eispiraten aus

Crimmitschau: Mit einem ansehnlichen Körperspiel und sehr gutem Kampfverhalten.

Hochkarätige Torchancen blieben im ersten Abschnitt aber auf beiden Seiten eher

die Seltenheit. Die Huskies-Fans hatten den Torschrei schon auf den Lippen, als

die Scheibe vollkommen frei vor dem Tor der Gäste liegen blieb und nicht über

die Linie rutschen wollte. Auch McNeils Zuspiel auf Pellegrims in Unterzahl sah

gut aus, brachte den Huskies aber keinen Torerfolg. Es bedurfte einer doppelten

Überzahlmöglichkeit, bis McNeil in der 19. Minute schließlich die 1:0-Führung

für die Nordhessen erziele konnte.

Doch die Gäste aus

Sachsen kamen hellwach aus der Pause und wollten sich nichts gefallen lassen.

Knapp eine Minute war im zweiten Abschnitt gespielt, da konnte Boris Rousson in

Unterzahl einen Schuss nicht festhalten und den Abpraller nutze Bonk zum

verdienten Ausgleich. Die Eispiraten kamen von nun an besser in Fahrt und

hatten gerade bei Überzahl einige gute Einschussmöglichkeiten, doch die Huskies

spielten cleverer und kämpferischer als noch am Samstag, warfen sich in die

Schüsse und spielten geduldig. Kassels Powerplay sah zwar besser aus, als das

der letzten Spiele – immerhin konnte man sich im Drittel des Gegners festsetzen

-, die Gäste standen aber wieder so gut, dass sich kaum gute

Einschussmöglichkeiten ergaben. In der 32. Minute scheiterte der auffällig

starke Sven Gerbig nach einem Alleingang an Martinovic; auf der anderen Seite

hielt Rousson in doppelter Unterzahl Schüsse von Becker und Gödtel.

Zu Beginn des letzten

Drittels gab es erst einmal eine Schrecksekunde für die Huskies: Stürmer Ryan

Kraft war auf dem Weg zum Tor mit einem Gegner zusammengestoßen und in die

Kabine gebracht worden, konnte aber später weiterspielen. Die Kasseler

erarbeiteten sich fortan mehr Chancen in der Offensive. Klinge und immer wieder

Bannister prüften Martinovic in Überzahl. Kassels Blueliner mit der Nummer 7

wurde dann in der 49. Minute auch für seinen Mut zum Schuss belohnt: Ganz

klassisch drosch Bannister die Scheibe von der blauen Linie an Martinovic

vorbei in die Maschen und brachte den Favoriten wieder in Führung. Die Freude

hielt aber nur kurz an. Keine zwei Minuten später gelang Josh Liebenow bei

doppelter Überzahl der Gäste der erneute Ausgleich. Die Kasseler aber wollten

den Sieg und Brad Burym machte nur weitere zwei Minuten später alles klar. Nach

schöner Kombination über Boisvert und Bannister überwand der Verteidiger

Martinovic zum 3:2. Zwar hatten die Eispiraten noch gute Chancen durch Dave

Bonk, 34 Sekunden vor Schluss setzte Thomas Pielmeier aber mit dem

Empty-Net-Tor zum 4:2 den Schlusspunkt.

Die Kassel Huskies

scheinen nach diesem Spiel endlich in den Play-Offs angekommen zu sein. Noch

ist nicht alles Gold, was glänzt, aber die Leistung und Kampfbereitschaft vom

Ostermontag lassen hoffen, dass es ein weiteres Debakel in dieser Serie nicht

geben wird. Weiter geht’s in der Serie am Mittwoch in Crimmitschau, auch dort

erwartet die Huskies wieder ein heißer Kampf, bevor beide Teams am Freitag

wieder in Kassel aufeinander treffen werden.

Stimmen zum Spiel:


Gunnar Leidborg, Trainer

ETC Crimmitschau :
“Das war wieder ein gutes

Play-Off-Spiel mit Kampf über das gesamte Eis. Es gab viele Unter- und

Überzahlsituationen - zu viele vielleicht. Die vielen Strafen nehmen das Tempo

aus dem Spiel. Es war wirklich knapp, aber ich habe mich über das 3:2 geärgert,

weil es so kurz nach dem Ausgleich gefallen ist und meine Jungs zu passiv

waren. Ein Team wie Kassel nutzt ein so passives Verhalten einfach sofort aus.

Dieses Tor hat uns das Spiel gekostet. Aber wir haben heute wieder gezeigt,

dass wir gerne noch ein paar Mal nach Kassel kommen würden. Wie gesagt: Wie

genießen im Moment jeden Tag. Für viele meiner Jungs ist es das erste Mal, dass

sie Play-Offs spielen; wir sind dankbar, dass wir nach Kassel kommen dürfen.“

 
Stéphane Richer, Trainer

Kassel Huskies:

“Ich bin heute sehr zufrieden mit meiner Mannschaft. Wir haben das ganze Jahr

darauf gewartet, aber jetzt spielen wir endlich Play-Off-Eishockey mit viel

Kampfgeist. Heute haben wir die Kleinigkeiten viel besser gemacht als in

Crimmitschau. Das Unterzahl- und Überzahlspiel war auch besser; unser

Unterzahlverhalten hat uns das Spiel gewonnen. Jetzt konzentrieren wir uns auf

Mittwoch. Es wird wieder ein harter Kampf und wir müssen alles geben. Es wäre

wichtig dann weniger Strafen zu kriegen, die Jungs sollen ihre Checks ja zu

Ende fahren, aber dieses Haken und Stockschlagen müssen wir einstellen.“

 

Leona Malorny