4:1 bringt den ersten SiegHeilbronner Falken

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Im Verlauf der 60 Minuten waren die Gäste aus Kaufbeuren eigentlich nur einmal gefährlich vor dem Tor des wieder genesenen Florian Proske. In dieser Situation erzielten sie auch den zwischenzeitlichen 1:2 Anschlusstreffer. Während der restlichen Spielzeit waren die Falken tonangebend und hätten weit mehr als vier Tore erzielen können. Allerdings stand mit Stefan Vajs der beste Spieler der Allgäuer zwischen den Pfosten und entschärfte mehrfach eigentlich unhaltbare Schüsse.

Bereits zu Spielbeginn zeigten sich die Falken im Vergleich zu den vorherigen Heimspielen taktisch und spielerisch stark verändert, stark verbessert. Die Hektik, mit der die Mannen von Coach Gerd Wittmann oftmals Pucks herschenkten und nett grüßend den Gegnern zu Torchancen einluden, wich einer großen Sicherheit. So brachten alle Spieler geschickt ihre eigenen Körper zwischen Scheibe und Gegenspieler und schirmten das Spielgerät entsprechend gut ab. Besonders die Stürmer zeigten einen guten Zug zum Tor. Bis zur 16. Minuten versuchten sie Stefan Vajs durch Schüsse aus verschiedenen Distanzen zu überwinden. Der Kaufbeurer Goalie hielt jedoch alles, was auf sein Tor kam. Stefan Legein versuchte dann etwas anderes: Nachdem er die Scheibe im Mitteldrittel bekam umspielte er alle Kaufbeurer die ihn aufhalten wollten, stand frei vor Vajs und traf zur viel umjubelten 1:0 Führung.

Ähnlich verlief auch das zweite Drittel. Die Hausherren bestimmten das Spielgeschehen und Stefan Vajs hielt seine Mannschaft im Spiel. Ein kleiner Fehler von ihm brachte die 2:0 Führung durch Alexander Ackermann. Die Scheibe kam irgendwie zum Heilbronner Stürmer, aus fast unmöglichem Winkel zog er ab und traf. Stefan Vajs schien die Situation bereits als geklärt abgehakt zu haben und wirkte nicht mehr konzentriert. Anstatt aufrecht im Tor stehen zu bleiben und die Scheibe mit der Schulter abzuwehren, versuchte er mit seinem Fanghandschuh auf der rechten Seiten -er fängt links- zu klären. Er erwischte sie nicht und so stand es zur Hälfte des Spiels 2:0 für die Unterländer.

Unter den Augen von Kassels Trainer Rico Rossi und seinem Co-Trainer Rob Leask kam kurzfristig Spannung auf, als die Allgäuer in der 53. Minute gefährlich vor Proskes Tor kamen und durch Maximilian Handraschek zum Eingangs beschriebenen Anschluss kamen. Doch nur 83 Sekunden später stellten Thomas Gödtel und Grant Toulmin den alten Zwei-Tore-Abstand wieder her. Gödtel zog von der blauen Linie ab, Toulmin fälschte ab und schon stand es 3:1. Mehr als zwei Minuten vor Spielende ersetze Gäste-Coach Juha Nokelainen Torhüter Stefan Vajs durch einen sechsten Feldspieler. Obwohl die Bayern nun zu einigen Chancen kamen, konnten sie Florian Proske nicht noch einmal überwinden. Durch einen glücklichen Zufall kamen die Falken sogar noch zum 4:1. Thomas Gödtel spielte Icing, die Folge war ein Bully im Verteidigungsdrittel der Falken. Die Kaufbeurer konnten das Anspiel gewinnen und spielten die Scheibe zurück an die blaue Linie. Allerdings stand dort niemand und die Scheibe rutschte durch ins eigene Tor. Torschütze war Thomas Gödtel, der eigentlich Icing gespielt hatte.

„Wir sind nun da angekommen, wo wir uns vier Monate drauf vorbereitet haben!“, so Gerd Wittmann nach dem Spiel. Obwohl er noch weitere enge und spannende Spiel der beiden Teams erwartet, war dieser Sieg ein wichtiger Schritt zum Klassenerhalt. Zwar ist erst ein Sieg eingefahren, doch die Spielweise dieses ersten Spiels hievt die Falken nun in die Favoritenrolle. In der ersten Play-Down- und Play-Off-Runde der diesjährigen Saison konnten sich alle Teams durchsetzen, die das erste Spiel gewonnen haben. Juha Nokelainen gibt sich natürlich selbstbewußt: „Wir werden am Samstag eine andere Mannschaft der Buron Joker auf dem Eis sehen als heute. Zudem haben wir in Kaufbeuren auch unsere Fans hinter uns.“ Ob der Heilbronner Marvin Krüger dann dabei sein wird ist noch ungewiss. Aufgrund einer Daumenverletzung musste er im Schlussdrittel aussetzen. Seine Position übernahm Lennart Palausch.

Thomas Gödtel (Heilbronner Falken) zum Spiel: „Wir sind froh den ersten und wichtigen Sieg eingefahren zu haben. Wir haben sicherlich vieles richtig gemacht und ein Zeichen gesetzt.“

Tore:

1:0  Stefan Legein - 15:55

2:0 Alexander Ackermann (Thomas Gödtel, Stefan Legein) 29:32

2:1  Maximilian Hadraschek (Daniel Oppolzer, Tim Richter) 52:03

3:1  Grant Toulmin (Thomas Gödtel, Marvin Krüger) 53:26

4:1  Thomas Gödtel (Sachar Blank) 59:54

Schiedsrichter:

Michael Klein und Steffen Klau

Zuschauer:

1.736

Strafen:

Heilbronner Falken: 10 Minuten

ESV Kaufbeuren: 24 Minuten / inkl. 10 Minuten Tim Richter