145 Minuten ohne eigenes TorHeilbronner Falken

145 Minuten ohne eigenes Tor145 Minuten ohne eigenes Tor
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Vor einigen Wochen erinnerten wir an Igor Pavlovs Aussage aus der letzten Saison, dass er eine Mannschaft habe, die er nicht zusammengestellt habe, die nicht seine sei. Nun hat er diese zwar, ein Fortschritt ist jedoch nicht erkennbar. Unerklärliche Abspielfehler, mangelnde Reaktionsfähigkeit und fast kein Zug zum gegnerischen Tor zeichnet die aktuelle, seine Mannschaft aus. Gewiss müssen die zahlreichen jungen Spieler nicht die Spiele alleinig entscheiden, aber die erfahren Spieler sollten und müssen dazu in der Lage sein. Neuzugang Conor O´Donnell hat als einziger mehr als einen Treffer erzielt. Bei Spielern wie Sachar Blank, Marvin Krüger oder Sergej Janzen verzeichnet die Scorerliste eine Null in der Rubrik Tore. Seit nunmehr 145 Minuten gelang kein eigener Treffer mehr, mit 30 Gegentore ist man auch defensiv das Schlusslicht der Liga. 

Der gestrige Abend ist kurz zusammengefasst: Die Falken können sich ins gegnerischen Drittel spielen und dann verpufft die Angriffswelle. Sie betreiben durchaus einen hohen Aufwand, belohnen sich aber nicht. Mika Järvinen im Tor der Huskies hatte einen ruhigen Abend und in den wenigen Momenten wo er gefordert war, war er da. Im eigenen Drittel häuften sich individuelle Fehler in der Abwehr und der Puck wurde oft her geschenkt. Spötter auf der Tribüne sprachen sogar von „Gastgeschenken mit einer dicken roten Schleife drum“. Die Huskies nahmen diese an und hatten wenig Mühe, ihre insgesamt fünf Tore zu erzielen. Die Treffer zum 0:2 und 0:4 fielen erneut in der letzten Spielminute des jeweiligen Drittels. Wie schon in Dresden tauschte Igor Pavlov seinen Goalie. Den verletzten Philip Lehr vertrat zu Spielbeginn Florian Proske. Im Schlussabschnitt gab Dustin Haloschan sein Debut für die Falken. An keinem der gestern eingesetzen Goalies kann man die Niederlage festmachen. Proske und Haloschan bewahrten ihre Mannschaft oftmals sogar vor einem höheren Rückstand.

Es muss sich dringen etwas ändern im Unterland, ansonsten taumeln die Falken der Relegation entgegen und die Halle wird viele Freiräume in den Zuschauerrängen aufweisen. Es scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis die Automatismen ins Laufen geraten und der Trainer hinterfragt wird. Am Samstag gastieren die Falken beim Meister in Bremerhaven. Vorrangig wird es wohl heißen: Zumindest mal ein eigenes Tor erzielen...

Stimmen zum Spiel:

Sachar Blank / Heilbronner Falken:

„Wir brauchen ein dreckiges Tor. Wir haben genug Chancen, aber machen einfach kein Tor. Wir müssen disziplinierter spielen, das machen, was der Trainer vorgibt. Wir sind selber schuld.“

Florian Proske / Heilbronner Falken:

„Ich versuche immer, meine Mannschaft im Spiel zu halten und den Puck zu halten. Irgendwelche Gedanken im Hinblick auf den Spielstand oder die Spielsituation mache ich mir da nicht.“

Adriano Carciola / Kassel Huskies:

„Es war ein gutes und aggressives Spiel. Wir haben gewonnen, das ist natürlich super. Die Falken haben viele Strafzeiten bekommen und das haben wir ausgenutzt.“

Bezüglich seiner Rückkehr an die alte Wirkungsstätte und auf die Frage, ob es etwas Besonderes ist, in Heilbronn und gegen die alte Mannschaft zu spielen: „Ja und nein. Ich habe drei Jahre hier gespielt, ich komme gerne nach Heilbronn und spiele hier in der Halle.“

Rico Rossi / Trainer der Kassel Huskies:

„Im ersten Drittel waren wir nicht gut, aber wir haben die Tore zum richtigen Zeitpunkt gemacht. Die restlichen 40 Minuten war meine Mannschaft die Bessere. Wir hatten mit Mika Järvinen heute auch einen sehr guten Goalie im Tor.“

Statistik:

0:1       17.       Adriano Carciola (Michael Christ, John Zeiler)

0:2       20.       John Zeiler (Mike Collins, Conor Morrison) -PP-

0:3       30.       Carter Proft (Michael Christ, Marco Müller) -UZ-

0:4       40.       Carter Proft (Austin Wycisk, Adriano Carciola) -PP-

0:5       55.       Sven Valenti (Conor Morrison, John Zeiler) -PP-

Strafen:            Heilbronn: 71 (inkl. Matchstrafen Heinis und 2 x 10 Blank)

                        Kassel: 20 (inkl. 10 Proft)

Schiedsrichter:  Ralph Bidoul

Zuschauer:       1.258

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