Zwei „Eier“ retten die Schwenninger Wild WingsStraubing Tigers im Pech

Nachdenkliche Gesichter: Die Straubing Tigers gaben einen sicher geglaubten Sieg noch aus der Hand. (Foto: Sandra Wichmann)Nachdenkliche Gesichter: Die Straubing Tigers gaben einen sicher geglaubten Sieg noch aus der Hand. (Foto: Sandra Wichmann)
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Da rieben sich die Fans der Straubinger die Augen, den sowas sieht man nicht in jedem Spiel. Es stand 3:1 für die Hausherren, die Gäste hatten zwar viel Scheibenbesitz und auch über 50 Schüsse und doch hatte man von außen nicht das Gefühl, dass die Schwenninger nochmal zurückkommen können. Doch es passierte. Zweimal schossen die Schwäne von der Torlinie auf das eigentlich von Drew MacIntyre geschützte kurze Eck und zweimal fand die Scheibe einen Weg ins Netz. Aus keiner Chance zwei Tore zum Ausgleich zu machen, ist irgendwo zwischen Zaubertrick und Kunstwerk einzuordnen. Straubings Jeremy Williams fehlten ebenfalls fast die Worte: „Nein, so etwas habe ich auch noch nicht erlebt, aber das ist Eishockey. Manchmal springt das Ding einfach gegen dich.“ Ebenso ohne Erklärung blieb Schwenningens Mirko Höfflin, doch der konnte wenigstens lachen: „Ab und zu gehen solche halt rein. Heute hatten wir halt das Glück gehabt, auch bei den Penaltys.“

Straubing im  Aufwind

Dabei lief es bis hierhin eigentlich ganz gut für die Gäubodenstädter. Der Tabellenletzte konnte in Führung gehen und aus einem „sehr gut“ wurde nur wegen einer unglücklichen Strafe ein „gut“. Der Check von Colton Jobke sah nicht nur aus unserer Position auf den ersten Blick fair aus, doch Lennart Palausch verletzte sich trotzdem und musste mit zwei, drei Stichen an der Oberlippe genäht werden. Erst nach intensiver Beratung und Begutachtung der Lippe blieb den Unparteiischen kaum eine andere Wahl, als gegen Jobke eine Fünf-plus-Spieldauerstrafe auszusprechen. In der langen Überzahl taten sich die Wild Wings schwer, konnten aber ein Tor erzielen.

Wölfl gut aber machtlos

Im Mitteldrittel spielte sich viel vor dem Tor von Marco Wölfl, denn dieser musste ran, da der Ex-Straubinger Shootingstar Dustin Strahlmeier aus familiären Gründe fehlte. Wölfl machte seine Sache unter dem Strich ganz gut und kam am Ende zu seinem ersten Sieg in dieser Saison, doch gegen den platzierten Schuss von Jeremy Williams wäre wohl nicht nur er machtlos gewesen. Danach entdeckten die Schiedsrichter den Videobeweis, den sie gleich dreimal bemühten. Dreimal ging es schlecht für die Gäste aus. Einmal war die Scheibe schlichtweg nicht im Tor, einmal war sie das, doch da war ein Stock zu hoch. Das Tor von Dylan Yeo fand hingegen Gültigkeit, da Alex Oblinger den Goalie im Torraum nicht behinderte, so zumindest die Entscheidung der Unparteiischen.

Die letzten Prozente fehlten

Dann folge das letzte Drittel, indem nichts auf einen Schwenninger Sieg hindeutete. Doch vielleicht hatten auch die Straubinger Spieler dieses Gefühl und darum fehlten in den letzten zehn Minuten die entscheidenden Prozente. Die Prozente, um Mirko Sacher und Stefano Giliati daran zu hindern, tief in die Straubinger Zone einzudringen und einen Schuss abzugeben.

Pressekonferenz

Schwenningens Coach Pat Cortina sah aber viele gute Dinge und zeigte sich hochzufrieden: „Ich möchte meine Mannschaft heute loben, die haben gegen eine gute Mannschaft gut gespielt. Wir waren kompakt ohne Scheibe, wir waren kompakt mit Scheibe und haben die Scheibe zum Tor gebracht. Die Einstellung und die Arbeitsmoral waren sehr gut von meiner Mannschaft. Und manchmal kommt dann auch der Hockeygott zu einem.“ Straubings Rob Leask steckte etwas in der Zwickmühle, denn lange war man gut: „Wir haben lange Zeit gutes Eishockey gespielt und das gespielt, was wir wollten. Wir hatten viel Puckbesitz im gegnerischen Drittel, aber wir haben zu wenig daraus gemacht. Wir haben zu wenig Schüsse aufs Tor gebracht. 50 Minuten haben wir das gespielt, was wir wollten, aber haben dann zu viel gewartet und den Schwenningern zu viel Zeit zum Passen gegeben.“

Das sagen die Spieler

Jeremy Williams fast das Spiel so zusammen: „Ich denke, wir haben mindestens 45 Minuten ein gutes Spiel gezeigt und dann hatten wir echt Pech. Wir dürfen uns davon nicht unterkriegen lassen und müssen einfach weitermachen. Am Wochenende haben wir zwei große Spiele gegen starke Gegner.“ Mirko Höffllin fand seine Schwäne auch nicht schlecht: „Ich finde nicht, dass wir 50 Minuten die zweitbeste Mannschaft waren. Wir haben das Spiel in Augsburg schon gedreht, so eine Aufholjagd haben wir schon mal gemacht.“ Bei der Frage, wo er denn die Unterschiede heute gesehen hat, muss er erstmal überlegen. „Wir waren schlittschuhläuferisch ganz gut. Wir haben immer geschaut, dass wir mit mehr Leuten hinten sind, als die Straubinger vorne. Wir waren diszipliniert. Ich denke, dass das dann der Unterschied war.“

Kleiner Ausblick

Für die Schwenninger Wild Wings steht nun der Hass-Liebe-Gipfel gegen die Mannheimer Adler an. Bevor die Straubing Tigers ihren Derbykracher gegen den ERC Ingolstadt haben, müssen sie noch zu den Eisbären nach Berlin reisen.

Statistik

Tore: 1:0 (9:40) Mike Hedden (Austin Madaisky, René Röthke), 1:1 (12:53/PP) Kalle Kaijomaa (Tobias Wörle), 2:1 (21:15/PP) Jeremy Williams (Steven Zalewski, Mike Zalewski), 3:1 (30:00) Dylan Yeo (Adam Mitchell, Maury Edwards), 3:2 (53:53) Mirko Sacher (Marco Wölfl), 3:3 (57:12) Stefano Giliati (Markus Poukkula), 3:4 (65:00/GWP) Mirko Sacher.

Schiedsrichter: Marian Rohatsch, André Schrader; Linienrichter: Lukas Kohlmüller, Thorsten Lajoie.

Strafminuten: 9:4 (5:2, 2:0, 2:2, 0:0) , + Spieldauer Jobke.

Zuschauer: 3.736.


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