Zuschauerfrage: DEL sieht 20-Prozent-Regelung skeptischStraubings Geschäftsführerin Sennebogen: „Nicht darstellbar“

Gernot Tripcke sieht die 20-Prozent-Regelung skeptisch.  (Foto: dpa/picture alliance)Gernot Tripcke sieht die 20-Prozent-Regelung skeptisch. (Foto: dpa/picture alliance)
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Das zeigt ein Blick auf die absoluten Zahlen. Das größte Stadion der DEL ist nach wie vor die Lanxess Arena in Köln mit einem für Eishockeyspiele offiziell angegeben Fassungsvermögen von 18.700 Zuschauern. Das hieße: Die Haie dürften nur 3740 Zuschauer in die Arena lassen. Mit dieser Zahl ist angesichts der zu zahlenden Miete kaum vorstellbar, auch nur in die Nähe einer schwarzen Null zu kommen. In einigen Stadien der DEL wäre mit der 20-Prozent-Regelung nicht einmal die 1000er-Grenze zu erreichen.

Auf der Facebook-Seite der DEL nahm Liga-Geschäftsführer Gernot Tripcke wie folgt Stellung: „Wir müssen diese Entscheidung der Politik erstmal sacken lassen und abwarten, wie die praktische Handhabung erfolgt. Die 20-Prozent-Grenze ist als Empfehlung formuliert und die Abstandsregelungen verweisen auf das jeweilige Landesrecht. Die Konsequenzen für die neue Saison werden wir am kommenden Montag gemeinsam mit den Clubs besprechen. Nach den Gesprächen der letzten Woche, hatten wir uns deutlich mehr Unterstützung in diesem für uns wirtschaftlich so existentiellen Bereich erhofft.“

Das klingt in der Summe kaum ermutigend, dass ein Spielbetrieb der DEL unter diesen Voraussetzungen möglich wäre.

Gaby Sennebogen, die Geschäftsführerin der Straubing Tigers, macht es noch deutlicher: „Zur im Beschluss empfohlenen Reduzierung der Zuschauerzahl auf 20 Prozent der Stadionkapazität kann ich zum jetzigen Zeitpunkt sagen, dass dies bei einer derzeitigen Gesamtkapazität unseres Stadions von etwa 5650 Zuschauern lediglich 1150 Personen entspräche und in unserem Fall so definitiv nicht darstellbar wäre.“

Immerhin: Es ist von einer sechswöchigen Testphase die Rede – die angesichts des Starts der Saison in der Bundesliga hauptsächlich durch die Fußballer und deren Fans ausgefüllt werden muss. Ob danach mehr Zuschauer erlaubt werden, bleibt aber abzuwarten.