Zurück zum alten SelbstverständnisDEL Teamcheck: Eisbären Berlin

In der CHL haben die Eisbären Berlin bereits das Jubeln geübt - so soll es in der DEL weitergehen. (Foto: Imago)In der CHL haben die Eisbären Berlin bereits das Jubeln geübt - so soll es in der DEL weitergehen. (Foto: Imago)
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„Uwe hat uns den Glauben an uns selbst zurück gegeben“, sagt Stefan Ustorf, sportlicher Leiter der Eisbären Berlin, über Cheftrainer Uwe Krupp. „Seine Kommunikation mit den Spielern. Die Art, Eishockey spielen zu lassen, wäre eine Art, die ich auch gerne gespielt hätte. Wir haben dieselben Ansprüche an unsere Spieler und dieselbe Philosophie, wie man den Meistertitel holen kann.“

Seit Krupp die Eisbären im Dezember 2014 übernahm, ist die Handschrift des 51-Jährigen immer mehr zu erkennen. Krupp versteht es dabei sehr gut, junge Spieler zu formen und ihnen an der Seite von erfahrenen Spielern früh Verantwortung zukommen zu lassen. Gewissermaßen macht Krupp sogar aus der Not eine Tugend. Denn Berlin ist seit einigen Jahren nicht mehr die Anlaufstelle Nummer eins für Top-Spieler, die unbedingt einen Meistertitel holen wollen. In der Vorsaison war Jonas Müller das beste Beispiel für die neue, junge Generation an Eigengewächsen der Berliner. Insgesamt stehen zwölf Spieler im Kader, die in der eigenen Jugend ausgebildet wurden – mehr als bei allen anderen Vereinen der Deutschen Eishockey-Liga.

Im Tor bekommt Petri Vehanen einen neuen Backup. Kevin Nastiuk hat die Eisbären Richtung Dresden verlassen, vom ehemaligen Kooperationspartner kommt Marvin Cüpper zurück an die Spree. Der 38 Jahre alte Vehanen wird, wie in der Vorsaison ein Großteil der Spiele bestreiten, mit Cüpper (22) wartet allerdings ein Talent auf seine Einsatzzeiten. Das Trio komplettiert Maximilian Franzreb, der von den Hamburg Freezers kommt und die Saison in der DEL2 beim neuen Kooperationspartner den Lausitzer Füchsen verbringen wird.

In der Verteidigung haben Henry Haase (Düsseldorfer EG) und Milan Jurcina (unbekannt) die Eisbären verlassen. Einen Neuzugang für die Defensive stellten die Berliner dennoch nicht vor. Zum einen wird Bruno Gervais, der seinen Kreuzbandriss ausgeheilt hat, wieder dabei sein, zum anderen waren sie hier bereits in der Vorsaison bestens aufgestellt. Niemand hatte mit den konstant starken Leistungen vom mittlerweile 20 Jahre alten Jonas Müller gerechnet. In der Vorbereitung und der Champions Hockey League spielte Müller bereits zeitweise im ersten Paar an der Seite von Micki DuPont. Neben Nationalspieler Constantin Braun und Frank Hördler, komplettieren Jens Baxmann und Kai Wissmann den Defensivverbund der Berliner.

In der Offensive mussten die Eisbären die Abgänge von Mark Bell (Karriereende), T.J. Mulock (Köln), Petr Pohl (Ingolstadt),, Mark Olver (Tucson/ AHL) und Shuhei Kuji (Japan) kompensieren. Bereits während der Saison stand die Verpflichtung von Nick Petersen (Iserlohn) bekannt. Hinzu kommen Jamie MacQueen (DEL2/ Kassel), Daniel Fischbuch (Düsseldorf) und Kyle Wilsonn (SCL Tigers/ Schweiz). Außerdem sollen die eigenen Talente Maximilian Adam, Charlie Jahnke und Vincent Hessler weiter an das Profigeschäft herangeführt werden. Alle drei sind für DEL, DEL2 (Weißwasser), DNL (Eisbären Juniors) und Oberliga (FASS Berlin) spielberechtigt.

In den sieben Wochen der Vorbereitung experimentierte Krupp viel mit seinen Sturmreihen. Auch um neue Impulse zu geben und Anreize zu schaffen. „Wir sind vielseitiger und gefährlicher als letzte Saison. Wir haben nun mehr Spieler, die in unterschiedlichen Rollen eingesetzt werden können“, sagt der Trainer selbst über seine Mannschaft. Dabei schmerzt der Ausfall von Marcel Noebels natürlich sehr, das räumt auch der Trainer ein: „Wir sind ein besseres Team, wenn Marcel im Kader steht.“ Noebels riss sich im letzten Gruppenspiel der CHL-Vorrunde das Kreuzband und wird auf unbestimmte Zeit ausfallen. Allerdings werden die Berliner auch vorerst keinen Ersatz verpflichten. „Wir sondieren den Markt, das machen wir aber ständig. Es wird jetzt keine Kurzschlussreaktion wegen des Ausfalls von Marcel Noebels geben“, stellt Ustorf fest. So wird sich Noebels' Rolle auf mehrere Schultern verteilen und vielleicht ist dies erneut die Chance, für eines der jungen Talente, um auf sich aufmerksam zu machen.

Fazit: Uwe Krupp sagt selbst: „Unsere Mannschaft ist sehr gut, das Problem ist, dass noch ein paar andere gute Mannschaften in der Liga spielen.“ Der zweite Platz nach der Hauptrunde 2015/16 war ein Erfolg und eine ähnliche Position werden die Eisbären auch in dieser Saison anpeilen. Sie selbst sehen sich in der „zweiten Kategorie“ – hinter Mannheim und München – in einer Gruppe mit Köln, Ingolstadt, Nürnberg und Wolfsburg. Die direkte Qualifikation für das Viertelfinale sollte für die Eisbären auch in dieser Saison drin sein.


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