Zurück zu den WurzelnMannheim - München 3:0

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Erstes Adler-Heimspiel unter Hans Zach: Defensivsystem oft 4-1, selten 3-2, aufgebaut an der roten Linie, spätestens an der eigenen blauen Linie schnelles und konsequentes „Am-Mann-sein“ und entsprechendes Festmachen des Gegners, also wenig Zone, viel Mann gegen Mann und kam ein Schuss aufs Tor, war der für den Torhüter(Dennis Endras feierte heute seinen vierten Zu-Null-Erfolg), der Nachschuss wurde ohne Halbheiten entsorgt und die Scheibe erst mal aus dem Drittel befördert.

Der Adler-Mannschaft schien heute die Rückkehr zu den Grundlagen des Eishockeys zu liegen, zerstörte sie damit doch erfolgreich den offensiven Spielaufbau der Münchner. Man konnte durchaus den Eindruck gewinnen, dass sich die Mannschaft von Trainer Pierre Pagé und Helmut de Raaf vor allem im ersten Drittel, wie geschehen und gesehen,  festlaufen, sprich austoben soll. Vorweggenommen sei, dass die Münchner auch in den folgenden Dritteln kein spielerisches Mittel fanden, um die kompakte Defensive der Adler bis auf wenige Ausnahmen in Verlegenheit zu bringen.

Offensiv verlegten sich die Adler im Anfangsdrittel auf Konterspiel oder einen Spielaufbau aus einer stabilen Defensive heraus, die blaue Linie des gegnerischen Drittels sicherten sie stärker ab, um nicht durch Puckverlust in Konter zu laufen, der Zug zum Tor war direkt, vor dem gegnerischen Tor war durchweg ein Adler-Spieler zu finden, wenn es die Spielsituation zuließ auch zwei. Drittelergebnis 0:0, Schüsse 15:9.

Da es die Münchner auch im zweiten Drittel nur mit spielerischen Mitteln versuchten, Tore zu erzielen, eine Erhöhung der körperlich-kämpferischen Intensität war heute offensichtlich keine Option, drückten die Adler dem Spiel mehr und mehr ihren Stempel auf, allen voran die modulierte erste Reihe. Frank Mauer „rotierte“ heute, Jonathan Rheault rückte zu Jochen Hecht und Kai Hospelt und das passte hervorragend. Diese Reihe brachte neben der wie immer vorbildlich agierenden vierten Reihe um Marc El Sayed, Ronny Arendt und Mirko Höfflin richtig Schwung. Zusammen mit Jamie Sifers und Florian Kettemer (dieserAufbau also auch klassisch mit zwei Verteidigern) bildeten sie auch eine Powerplay-Formation, die ihre Chance in der 30. Minute nutzte. Kai Hospelt erzielte das 1:0 und um das zu unterstreichen, legte Jonathan Rheault in der 36. Minute erneut im Powerplay nach.

Dieses Spielergebnis tat den Adlern gut und setzte nun auch bei der Reihe Marcus Kink, Martin Buchwieser und Matthias Plachta Kräfte frei und ließ sie befreiter aufspielen. Nur die zumindest auf dem Papier als Topreihe anzusehende neu gebildete Formation um Christoph Ullmann, Yanick Lehoux und Simon Gamache fiel gegen die anderen Reihen heute deutlich ab, schade für den Aktivposten Gamache, ohne dessen Aktionen wäre diese Reihe heute gänzlich bedeutungslos geblieben. Zwischenstand 2:0, Schüsse 19:9.

34 Sekunden war das Schlussdrittel alt, als die erste Reihe es bewies, dass sie es auch bei gleicher Anzahl Spieler auf dem Eis kann. Kai Hospelt erzielte sein zweites Tor des Abends und erhöhte somit auf 3:0. Nun war das Momentum des Spiels endgültig auf Seiten der Adler, sie verteidigten das Ergebnis defensiv solide nach Hause.

Endstand 3:0, 10:8 Schüsse.

Dieses Zurück zu klarem, einfachem Eishockey, befreit von allen allzu modernen Modifikationen a la Pagé (als Beispiel), kombiniert mit der Forderung nach uneingeschränkter Leistung ohne Wenn und Aber, garniert mit dem Wissen, dass Nichteinhalten sicher Konsequenzen nach sich zieht , scheint den Adlern in die Spur zu helfen. Das sofortige Ansprechen von Dingen, die Hans Zach sieht (selbst die Zeiträume bis zum Bullypfiff werden genutzt), direktes Anspornen und Schulterklopfen (nicht nur bei Toren) ist der grundsätzliche Unterschied zur nordamerikanischen Art und Weise, hinter der Bande zu coachen. Diese Art zu agieren, wirft für ihn daher erst gar nicht die Frage auf, wie viel man bei gestandenen Profis voraussetzen kann und vor allem sollte, er regelt viele Dinge gleich und sieht somit sofort, ob versucht wird, seine Erläuterungen umzusetzen, nicht erst im nächsten Spiel. Die Frage nach der Selbstverantwortlichkeit eines Profis für sein Tun darf hier im Umkehrschluss gestellt werden, sollte es nach der Zachschen Methode dauerhaft funktionieren.

Hans Zach sagte nach dem Spiel und das sei ihm wichtig: „Harold Kreis und Mike Schmidt haben hier hervorragende Arbeit geleistet. Die jungen deutschen Spieler haben heute bewiesen, warum sie aufgestellt werden“. Auf die Frage nach Ken Magowan, der heute nicht auf dem Spielbogen stand, sagte er: „Ken ist verletzt. Nach dem Spiel in Krefeld, wo er sehr gut gespielt hat, zwickte ihn wieder seine alte Leistenverletzung. Er spielt deswegen solange nicht, bis er schmerzfrei ist. Ich forciere nicht die Rückkehr verletzter Spieler aufs Eis.“ Eine erfrischend andere Art zu informieren und das sollte die Adler-Organisation in dieser Hinsicht so übernehmen, auch ein Mittel gegen alle möglichen Gerüchte, die sonst wegen fehlender Informationen ins Kraut schießen.

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