Youri Ziffzer: „Es geht nicht um die nächsten ein oder zwei Spiele“

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Donnerstag,

Pressestammtisch bei den Eisbären Berlin. Don Jackson beantwortet geduldig die

Fragen der Journalisten im Hinblick auf die beiden bevorstehenden DEL-Spiele am

Freitag im Wellblechpalast gegen die Krefeld Pinguine (19.30 Uhr) und am

Sonntag bei den Straubing Tigers. Sven Felski, so ist zu erfahren, wird wegen

seiner anhaltenden Zahnprobleme gegen Krefeld auf jeden Fall fehlen. Eine

Operation konnte noch nicht erfolgen, da die Schwellung noch zu groß ist. Auch

dass Verteidiger René Kramer und Stürmer Thomas Pielmeier diesmal nicht dabei

sein werden, dafür Elia Ostwald als Stürmer zum Einsatz kommt, gibt der

Eisbären-Chefcoach bekannt. Fast beiläufig fällt dann der Satz: „Egal gegen

welchen Gegner, die Vorbereitung auf jedes Spiel ist immer gleich.“ Stimmt.

Denn schon folgt die obligatorische Frage, wer denn gegen die Pinguine im Tor

beginnen würde. Und die Antwort lautet: Rob Zepp.

Das

Wechselspiel auf der Torwartposition, ohne sich zu einer klaren Nr.1 zu

bekennen, bereitet manch einem sichtlich Kopfzerbrechen. Nicht wenige in Berlin

betrachten die Zeit für gekommen, dass sich die Eisbären hier nun klar

positionieren sollten. Don Jackson, und das ist letztlich das Entscheidende, nicht.

„Wir sind bisher gut damit gefahren“, stellte der kürzlich zu anderer

Gelegenheit die Gegenfrage, „warum sollten wir dann damit aufhören?“ Die

Antwort darauf könnte heißen: Weil Zepp bisher vielleicht doch die konstanteren

Leistungen gebracht hat und daher die Nase gegenüber seinem jüngeren Kollegen

Youri Ziffzer vorn haben sollte. Könnte man durchaus so sehen, wenn man nur das

Hier und Jetzt im Auge hat, weniger die Zukunft. Manager Peter John Lee dagegen

sagt: „Youri ist absolut im Plan. Er ist ein junger talentierter Torhüter, der

aber noch einiges zu lernen hat und das tut er an jedem Tag. Wir haben hohe

Erwartungen an ihn und er arbeitet fleißig daran, sie zu erfüllen. Seine

Einstellung stimmt.“ Und so ist es eben nicht unwahrscheinlich, dass am Sonntag

in Straubing wieder Youri Ziffzer das Tor der Eisbären hütet.

Rob Zepp

findet indes langsam den Zugang zu den Herzen der Fans. Wie einst der Tscheche

Tomás Pöpperle, der ebenfalls als No Name nach Berlin kam. Daher wohl auch der

neu kreierte Spitzname für den 26-jährigen Kanadier: Zepperle. Peter John Lee

sieht jedoch einen gewaltigen Unterschied zwischen beiden: „Für Rob ist doch

die Situation viel schwieriger, als sie damals für Pöpperle war. Da waren Youri

Ziffzer und Daniar Dshunussow gerade mal 18 oder 19 Jahre alt. Rob muss sich heute

im Gegensatz dazu mit einem Youri Ziffzer auf höherem Niveau auseinandersetzen.“

Die Verpflichtung Rob Zepps erklärte der Eisbären-Manager wiederholt so: „Mit

Youri und Daniar in der letzten Saison war es ja auch nicht so schlecht. Nur

hatten wir da keine echte Konkurrenzsituation mehr. Das wollten wir ändern. Mit

Rob Zepp haben wir den Torhüter gefunden, der unsere Kriterien erfüllt. Er

hatte in Finnland ein sehr gutes und ein weniger gutes Jahr. Auch er ist noch

jung, hat einen guten Charakter und etwas zu beweisen, er ist hungrig auf

Erfolg.“

Obwohl Rob

Zepp bisher mehr Einsätze erhielt als er, wird Youri Ziffzer nicht etwa unruhig

oder drängt gar lautstark auf mehr Beschäftigung. Mit aller Zuversicht sagt er:

„Der Verein baut mich vom ersten Tag an, den ich in Berlin bin, Schritt für

Schritt auf. Es läuft alles so, wie es Peter John Lee vor der Saison mit mir

besprochen hat. Deshalb sehe ich überhaupt keinen Grund ungeduldig zu werden

oder gar in Panik zu verfallen. Ich weiß, ich bin noch kein fertiger Torhüter

und muss mich immer weiter verbessern. Es geht doch für mich nicht um die

nächsten ein oder zwei Spiele, sondern um die nächsten 15 Jahre.“ Immer wieder

die Möglichkeit zu erhalten, beweisen zu können, was er in der Lage ist zu

leisten, darauf kommt es Youri Ziffzer an. „Und die bekomme ich hier“, sieht

der junge Goalie seinen nächsten Einsätzen für die Eisbären gelassen entgegen.

(Matthias Eckart / Oliver Koch - Foto by City-Press)