Yannic Seidenberg: Trennung im Guten

Klare Worte bei den AdlernKlare Worte bei den Adlern
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Schon vor Tagen hat es sich abgezeichnet, jetzt ist es offiziell: Yannic Seidenberg verlässt die Mannheimer Adler und wechselt nach Übersee zu den Medicine Hat Tigers in die kanadische Juniorenliga WHL. Hockeyweb sprach mit Vater Detlef Seidenberg:, der seinen Söhnen Dennis und Yannic immer auch als Berater zur Seite steht:

Eine Top-Ausbildung

Für Detlef Seidenberg ist es wichtig zu betonen, dass Yannic in Mannheim "eine Top-Ausbildung unter Helmut de Raaf" erhalten habe. Man sei der Familie Hopp ausgesprochen dankbar für die Chance, die beiden Söhnen eröffnet worden sei. Man habe gehofft, dass es mit der Ausbildung auch im DEL-Team weiterginge, aber das könne man wohl nicht erwarten. Für Yannic, der mit 17 Jahren vor fast drei Jahren der jüngste Spieler in der Eliteliga gewesen sei , habe es einen Stillstand gegeben. "Zumindest hatte Yannic das Gefühl", erzählt Seidenberg Senior, der von einigen Missverständnissen spricht. "Es gab das Gefühl bei Yannic, dass andere mehr berücksichtigt wurden." Und das, obwohl er wirklich hart gearbeitet habe, "er hat Extraschichten eingelegt morgens und abends, auch bei Martin Müller, er ist nach Heidelberg gefahren, um dort Kraft zu trainieren." Das sei wohl nicht so anerkannt gewesen. Was Detlef Seidenberg außerdem ein wenig irritiert hat, "wie man einen technisch versierten Spieler als Checkmaschine einsetzen kann."

Gespräche gesucht

Yannic habe, sagt der Vater, Gespräche gesucht mit den Trainern. Es habe geheißen, er spiele gut, mache wenig Fehler, aber mit der Einstellung sei man nicht zufrieden. Konkretisiert worden sei das nicht. Für den 19-Jährigen habe irgendwann die Entscheidung angestanden, entweder die Saison bei den Adlern zu spielen und eventuell mit wenig Eiszeiten rechnen zu müssen oder doch den Sprung über den großen Teich zu wagen. Detlef Seidenberg: "Wir haben Yannic geraten, alles ganz genau zu überlegen und dann zu entscheiden. Wir unterstützen ihn in allem, was er möchte."

Ein zweiter Versuch

Schon vor der Saison habe Yannic mit dem Gedanken gespielt, zu den Medicine Hat Tigers zu gehen, verrät der Vater, damals habe er keine Freigabe bekommen. Nun aber ließ man ihn gehen. "Er geht erhobenen Hauptes", betont der Senior, "er geht nicht im Streit, im Gegenteil, er weiß, wie viel er den Adlern und der Organisation grundsätzlich verdankt, aber für ihn war es wichtig, noch ein Jahr lang eine intensive Ausbildung zu genießen." Wie wichtig ihm das ist, zeigt die Tatsache, dass Yannic auf das Gehalt bei den Adlern verzichtet. "Bei seinem neuen Verein bekommt er nur 250 Dollar Taschengeld, er hat kein Auto und er wohnt bei einer Gastfamilie", sagt Detlef Seidenberg, der die Entscheidung dennoch für richtig hält. Yannic hat viel vom neuen Verein gehört, er hat mit den Verantwortlichen gesprochen. Was er hörte, gefällt ihm, er wird viele Spiele bestreiten und hart ackern müssen. Er wird sich auch beruflich weiterbilden, will Englisch büffeln und vermutlich Informatik. Was danach geschieht - Seidenberg kann nur noch ein Jahr lang in der Liga ausgebildet werden - weiß er noch nicht. Vielleicht doch nochmal zurück zu den Adlern? Detlef Seidenberg lacht: "Das wäre natürlich sehr schön, wir würden uns freuen. Wir bleiben auf jeden Fall in Kontakt mit Mannheim." (A.v.B.)


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