Wundertüte gegen SpätstarterERC Ingolstadt - Iserlohn Roosters 3:2

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Im ersten Drittel war das Spiel ein bisschen wie ein Chili Con Carne - aus Tofu und mit mildem Paprika. Nicht ungenießbar, aber auch nicht das, was man sich erhofft hat: Beide Teams gingen recht samtpfötig zu Werke, nicht einmal das Foul von Fabio Wagner an Blaine Down, das dem jungen ERC-Verteidiger zurecht eine Spieldauerdisziplinarstrafe und noch dazu einen Aufenthalt im Krankenhaus zur Beobachtung einbrachte, vermochte Würze ins Spiel zu bringen. Ingolstadt nutzte seine erste echte Torchance in Person von Brandon Buck, der einen Abpraller von Chet Pickard verwertete. Kurz darauf gab Iserlohn in Überzahl nach dem Ausschluss des ERC-Verteidigers gefühlt alle acht Sekunden einen Torschuss ab. Nach etwa zwei Minuten Dauerbeschuss fand die Scheibe dann irgendwie den Weg ins Tor der Panther zum Ausgleich für die Sauerländer.

Umso rasanter ging es in den Mittelabschnitt: Nach nur 38 Sekunden schloss Chad Bassen zur Freude der 29 Menschen im Iserlohner Fanblock den ersten Angriff der Roosters mit einem trockenen Schlenzer über die linke Schulter von Timo Pielmeier ab. Im direkten Gegenzug versuchten die Schanzer ihr Glück erfolglos mit dem Videobeweis - und waren kurz darauf erfolgreich, wieder im Nachfassen, wieder war Brandon Buck beteiligt, dieses Mal als Vorbereiter. Ab dann war es ein Eishockeyspiel mit Tempo und Intensität - sogar mit einer Art Fight zwischen Danny Irmen und Brad Ross, der allerdings mehr Rangeln und Reißen als echtes Boxen war.

Im letzten Drittel tat sich 13 Minuten recht wenig, bis aus heiterem Himmel erneut Brandon Buck zur Führung der Schanzer traf nach schönem Zuspiel von Patrick Köppchen. Kurz darauf hatte Iserlohn nochmal eine Überzahl, konnte diese aber nicht nutzen. Symptomatisch für dieses Spiel, indem bei beiden Teams nicht arg viel zusammenlief, war die Schlussphase: IEC-Goalie Pickard wollte mehrfach für einen zusätzlichen Feldspieler das Eis verlassen, konnte aber zunächst nicht - und nachdem er dann endlich auf die Bank gefahren war, brachte Iserlohn bei sechs gegen Fünf nicht einen einzigen Torschuss zustande.

Mann des Spiels: Brandon Buck mit Doppelpack und Assist
Tweet zum Spiel: "In einem mäßigen Spiel zweier gleichwertiger Teams macht Brandon Buck den Unterschied - #arbeitssieg"
Stimmen zum Spiel: "Es war sicher nicht unser schönstes Spiel, aber wir haben drei Punkte und das ist gut für das Selbstvertrauen der Mannschaft.", Brandon Buck, ERC Ingolstadt.
"Wir haben heute sehr gut gespielt, aber Eishockey ist ein Spiel der Momente, und wir haben heute in einigen Situationen, nicht nur bei den Gegentoren, nicht gut genug aufgepasst. Und so kannst Du in dieser Liga nicht gewinnen, auch wenn Du insgesamt ein sehr gutes Spiel machst.", Jari Pasanen, Iserlohn Roosters.

Fazit: In Wolfsburg und beim Derby gegen Straubing müssen die Panther mehr bringen, um mit einem guten Gefühl in die Pause gehen zu können. Iserlohns Höhenflug nach verkorkstem Saisonstart erhält einen leichten Dämpfer. Jari Pasanen: "Mund abputzen und auf das nächste Spiel vorbereiten."

1:0 Brandon Buck (8:33)

1:1 Greg Rallo (14:22)

1:2 Chad Bassen (20:38)

2:2 Danny Irmen (24:01)

3:2 Brandon Buck (53:16)

Strafminuten: Ingolstadt 16 + 5 + Spieldauer (Fabio Wagner), Iserlohn 16

Zuschauer: 3025