Wird die #GreiLegende noch zum Frühjahrsmärchen? Nach dem 4:3-Sieg gegen die Haie

Er trifft und trifft und trifft - Thomas Greilinger schreibt zum Ende seiner DEL-Karriere weiter an der #GreiLegende. (picture alliance / Mika)Er trifft und trifft und trifft - Thomas Greilinger schreibt zum Ende seiner DEL-Karriere weiter an der #GreiLegende. (picture alliance / Mika)
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Mit Twitter-Hashtags ist es manchmal so eine Sache: Manche sollen witzig sein, sind es aber nicht, oder etwas vermitteln, was nicht da ist – oder sie treffen einfach den Nagel auf den Kopf. Wie der Hashtag #GreiLegende des ERC Ingolstadt. Der 37jährige Deggendorfer hatte vor einigen Wochen bekanntgegeben, dass er nach elf Jahren die Schanzer trotz seines noch laufenden Vertrages im Sommer verlassen und in seine niederbayerische Heimat zurückkehren wird. Seither läuft es beim vielleicht talentiertesten deutschen Eishockeyspieler der letzten 15 Jahre und Halter aller wichtigen Vereinsrekorde des ERC Ingolstadt außerordentlich gut – und man fragt sich, was in seiner Karriere alles möglich gewesen wäre, wenn er insbesondere zu Beginn seiner Laufbahn mehr aus seinem Talent gemacht hätte.

Jetzt hingegen ist er ein absoluter Vorzeigeprofi und Leistungsträger. Er läuft wie ein Junger, seine Schuss- und Stocktechnik sind ohnehin über jeden Zweifel erhaben, schießt wichtige Tore - und forciert in seiner letzten DEL-Saison sogar das Körperspiel. Das musste sogar Kölns Alexander Oblinger erfahren, selbst ein durchaus physischer Spieler, als er bei einem Check von Greilinger ordentlich durchgerüttelt wurde und durchaus überrascht wirkte.

Kernkompetenz des Edeltechnikers bleibt aber weiterhin die Offensive – wie auch am Freitag, als der „legendäre Greilinger“ (ERCI-Coach Doug Shedden) mit seinen Sturmkollegen Brett Olson und David Elsner das Spiel dominierte und an drei von vier Panther-Toren beteiligt war. Entsprechend gelöst war „Greile“ nach dem Spiel, als er in Richtung seines Sturmpartners das entscheidende Tor zum 4:3 in der Verlängerung feixend kommentierte: „Ich bin sehr schön freigespielt worden, dann wollt‘ i eigentlich zum Elsner spuin, aber der war wieda z’langsam! Weil aber die Schussbahn blockiert war, bin ich nach innen gezogen – und mein Schuss ist dann durch den Verkehr vor dem Tor glücklicherweise reingangen.“ Die Mischung macht aus Lockerheit und Konzentration macht es derzeit aus wohl bei hm, denn er gab sich durchaus kritisch: “Eigentlich war es ärgerlich, dass wir den Kölnern, die aus meiner Sicht stehend K.O. waren, noch den Ausgleich gestattet haben, zumal wir den Spieler im High Slot so kurz Schluss nicht so frei stehen lassen dürfen. Und selbst danach hatten wir noch die Chance zum Siegtor.“

"Wollen den dritten Sieg holen"

Dennoch war er natürlich mit dem Sieg sehr zufrieden, wollte ihn jedoch nicht überbewerten: „Wir haben viele Scheiben zum Tor gebracht, weil wir gesehen haben, dass deren Torwart viele Schüsse prallen lässt – und das hat ja auch zweimal gut geklappt. Wir haben jetzt zwei Spiele gewonnen, das ist einerseits die halbe Miete bei vier Siegen, aber es kann so schnell gehen, dass die Kölner ein, zwei Spiel gewinnen und dann geht es wieder von vorne los. Aber wir wollen natürlich versuchen, am Sonntag in Köln den dritten Sieg zu holen.“

Und wer weiß, was der ERC Ingolstadt und die #GreiLegende in diesem Frühjahr noch so alles anstellen, sollte dies gelingen. Denn Jochen Reimer zwischen den Pfosten ist im Moment eine sichere Bank, die Verteidigung arbeitet solide, die Special Teams funktionieren recht gut – und das Team schießt Tore, auch Dank Thomas Greilinger, über den Verteidiger Maury Edwards sagt: „Er ist ein großartiger Spieler und einfach ein toller Typ auf dem Eis und abseits des Eises – es war eine Ehre, dass ich jetzt diese Saison mit ihm zusammenspielen darf.“

Und vielleicht kommt zu den bisher zwei Play Off-Spielen noch eine ganze Reihe hinzu.