Wird das Vorjahresfinale wiederholt?DEL kompakt

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Im Umkehrschluss bedeutet dies ebenfalls, dass die Verlierer, die Eisbären Berlin und die Thomas Sabo Ice Tigers, am Sonntag unbedingt gewinnen müssen, wollen sie noch eine Chance haben. Für Spannung ist am 2. April also gesorgt.

Eisbären Berlin – EHC Red Bull München  1:3 (1:0, 0:2, 0:1)
Play-off-Stand: 1:3

14.200 Zuschauer waren erwartungsfroh in die Eisbären-Arena gepilgert, hatten gehofft, dass die Eisbären den guten Lauf, der sie bis ins Halbfinale gebracht hatte, wieder finden würden. Tatsächlich zeigten sie im ersten Drittel eine starke Leistung, hatten nur einmal echtes Glück, als der Münchner Matsumoto bei eigenem Powerplay eine fantastische Schusschance hatte,  aber an Vehanen im Eisbären-Gehäuse scheiterte. Auf der anderen Seite hätte Pedersen in der 14. Minute treffen müssen, aber sein Rückhandschuss touchierte nur den rechten Pfosten des Münchner Tores. Besser machte es zwei Minuten später Jonas Müller. Der erst 21-Jährige setzte im eigenen Drittel zu einem Sololauf an, überrannte zwei Verteidiger der Gäste und lupfte die Scheibe mit ein bisschen Glück über Keeper aus den Birken in den Winkel. Eine bis dahin verdiente Führung.

Mit diesem Schwung und der Führung gingen die Eisbären auch in das zweite Drittel, waren die bessere Mannschaft, hätten die Führung ausbauen müssen und bekamen in der 36. Minute die Rechnung für die schwache Chancenverwertung präsentiert, als Matsumoto einen 2:1-Angriff fuhr, vor dem Tor seinen besser postierten Nebenmann Eder einsetzen wollte, der Puck aber von einem verteidigenden Eisbären zu Matsumoto zurückkam und dieser gegen die Laufrichtung Vehanens den Ausgleich herstellte. Ein Schock für die Eisbären und es kam noch schlimmer. Drei Minuten später startete Christensen ebenfalls auf der rechten Außenbahn durch, setzte einen präzisen Querpass zu Derek Joslin und der hatte keine Probleme, die Scheibe per Rückhand an Vehanen vorbei ins Netz zu schieben. Am schlimmsten für die Eisbären um Trainer Uwe Krupp, dass seine Spieler den Gästen ganze vier Torschüsse im zweiten Drittel zugestanden hatten, aber 50 Prozent den Weg ins Tor fanden.

Eine gewisse Enttäuschung schien sich bei den Hausherren nach dem ungenügenden zweiten Drittel breit zu machen. Als der Münchner Regehr 2+2 Minuten erhielt, musste der Ausgleich fallen, aber die Bayern hielten die Eisbären mit aggressivem Forechecking vom heimischen Tor fern und bis auf eine einzige Möglichkeit passierte nichts. Diese Harmlosigkeit zog sich wie ein roter Faden durch das Abschlussdrittel und so musste Uwe Krupp auf das letzte Mittel zurückgreifen und seinen Keeper 77 Sekunden vor Schluss vom Eis nehmen. Aber auch jetzt fehlte den Eisbären das Glück und als an der Bande die Scheibe versprang hatte Steve Pinizotto keine Probleme, mit einem Empty-Netter den Sack für den Titelverteidiger zuzumachen.

Grizzlys Wolfsburg – Nürnberg Ice Tigers 4:3 (1:0, 2:2, 1:1)
Play-off-Stand: 3:1

Die Gunst des Auswärtssieges nutzen, das war die Devise der Niedersachsen und sie starteten wie die Feuerwehr, ließen die spielstarken Franken gar nicht erst groß ins Spiel. Wie stark die Nürnberger unter Druck geraten waren, kann man an dem Zeitpunkt der ersten Strafe erkennen, als Steckel bereits nach 23 Sekunden vom Eis musste. In den ersten zehn Minuten bekamen die Ice Tigers fünf weitere Strafen aufgebrummt, so dass die Grizzlys ausgiebig Zeit hatten, Powerplay zu trainieren. Das funktionierte nicht so gut wie es sich Grizzlys-Trainer Gross erhofft hatte und es stand nach zehn Minuten immer noch 0:0. Das änderte sich in Minute 15. Torjäger Brent Aubin traf nach Traumpass von Likens zum verdienten 1:0.

Das zweite Drittel hatte gerade etwas Fahrt aufgenommen, da musste Nürnbergs Keeper Jochen Reimer zum zweiten Mal den Puck aus den Maschen holen. Ice-Tiger-Defender Syvret hatte ohne Bedrängnis über den Puck geschlagen. Fauser nutzte die Möglichkeit, bediente Haskins und der schoss mit dem Schlittschuh das 2:0. Die Sache sah optisch klar aus, ansonsten hätten die Schiedsrichter beim Einsatz des Videobeweises klar und deutlich sehen können, dass das Tor nicht korrekt erzielt worden war. Mit dem Zwei-Tore-Vorsprung wurde es für Wolfsburg leichter. Sie verwalteten das Ergebnis, versuchten die Ice Tigers für den entscheidenden Schlag herauszulocken und das Vorhaben schien zu glücken. 200 Sekunden vor Schluss begann erhielt die Dramatik neuen Schub, als Alexander Karatschun den Abpraller nach einem Schuss von Johnson erhielt und die Scheibe ins Netz zum 3:0 jagte. Der Deutsch-Weißrusse konnte sich jedoch über seinen ersten DEL-Treffer nicht lange freuen, denn jetzt bliesen die Ice Tigers zum Gegenangriff. Innerhalb von nur 29 Sekunden verkürzten sie auf 2:3. Erst traf Alexander Dupuis, dann Branden Segal per Rückhand nach einem krassen Abwehrfehler der Wolfsburger.

Damit war das Spiel wieder offen und die Nürnberger waren auch zu Beginn des dritten Drittels technisch voll da, setzten die Grizzlys unter Druck. Diese zeigten sich jedoch in der Verteidigung auf der Höhe, setzten auf Konter und einer von diesen führte in der 50. Minute zum vorentscheidenden 4:2. Der US-Boy Robert Bina, seit sieben Jahren in Diensten der Niedersachsen, setzte einen Schlenzschuss genau ins linke obere Eck, unhaltbar für Reimer, dem bei dem Schuss die Sicht genommen war. Die Ice Tigers zeigten sich jedoch überraschend willensstark, wollten das Spiel nicht verloren geben und griffen mit dem Mute der Verzweiflung an und hatten rechtzeitig Glück. Der im Februar vom Schweizer NLA-Verein Langnau geholte Rob Schremp erzielte im Powerplay aus der Nahdistanz das 4:3. Damit war das Pulver der Franken verschossen und die Wolfsburger konnten einen am Ende glücklichen Sieg einfahren.

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